Externe Beratung für Gabriel
Diesmal alles richtig machen

Sigmar Gabriel (SPD) setzt zuversichtlich auf den externen Rat des Ex-Volkswagen-Vorstandes und vormaligen Ruhrgas-Kommunikationschefs Klaus Kocks. Doch nicht immer entwickeln sich die Allianzen, die Politiker mit Beratern schmieden, zum beiderseitigem Vorteil.

BERLIN/DÜSSELDORF. Wer die „Cato – Sozietät für Kommunikationsberatung“ in der Westerwald-Gemeinde Horbach außerhalb der Bürozeiten anwählt, wird per Telefonansage gebeten, es doch mal in den Büros in London oder Berlin zu probieren. Denn wenn Klaus Kocks, einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens, nicht in Horbach weilt, berät er an diesen beiden Schaltstellen der Macht wichtige Menschen. Und weil Sigmar Gabriel (SPD) auch wieder ein wichtiger Mensch ist, seit er das Amt des Bundesumweltministers innehat, setzt er jetzt auf den Rat des Ex-Volkswagen-Vorstandes und vormaligen Ruhrgas-Kommunikationschefs Kocks. Das jedenfalls wird aus dem Umfeld Gabriels bestätigt.

Berater Kocks gibt sich professionell schmallippig. Er spreche grundsätzlich nicht über seine Klienten, sagt er auf Nachfrage. Aus dem Bundesumweltministerium heißt es ebenso professionell knapp, Kocks spiele im Haus keine Rolle. Der Kommunikationsberater ist demnach nicht im Ministerium für Gabriel zuständig, sondern für Gabriel persönlich. Im Ministerium selbst wiederum lässt sich der ambitionierte Niedersachse von seinem Staatssekretär Matthias Machnig beraten, der zuvor als Wahlkampfstratege auf sich aufmerksam gemacht hatte. Schon bei Machnigs Benennung fragten sich viele, ob er wohl aus Gabriel den nächsten Kanzlerkandidaten formen solle.

Nicht immer entwickeln sich die Allianzen, die Politiker mit Beratern schmieden, zum beiderseitigem Vorteil. Das Gespann Scharping/Hunzinger bleibt in unguter Erinnerung. Doch Gabriel weiß, worauf er sich einlässt. Er kennt Kocks seit Jahren. Der SPD-Politiker hatte bereits im niedersächsischen Landtagswahlkampf des Jahres 2003 auf die Unterstützung des Kommunikationsberaters gesetzt. Damals allerdings ohne Erfolg: Gabriel verlor haushoch, sein Herausforderer Christian Wulff (CDU) wurde Ministerpräsident. Gabriel drohte damals, in der politischen Bedeutungslosigkeit zu versinken. Dass ihn das Parteipräsidium kurz darauf zum Pop-Beauftragten seiner Partei ernannte, registrierten seine Gegner mit Häme.

Noch schlimmer kam es nach dem SPD-Parteitag in Bochum im November 2003. Olaf Scholz schnitt bei der Wahl zum Generalsekretär mit einem desaströsen Ergebnis ab. Der damalige SPD-Chef Gerhard Schröder verdächtigte Gabriel, die entsprechende Stimmung verbreitet zu haben. Schröder, bis dahin Gabriels Ziehvater, ließ seinen Schützling fallen. Es wurde still um Gabriel.

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