Extra-Pension für Sarrazin
Grüne vermuten Rechtsverstoß

Die Linkspartei hat Thilo Sarrazin aufgefordert, auf seine Extra-Pension zu verzichten, die er nach einem Medien- Bericht mit der Bundesbank für seinen Abgang ausgehandelt hat. Die Grünen bezweifeln gar, dass die Bezüge durch die geltende Rechtslage gedeckt ist.
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DÜSSELDORF. "Auf welcher Rechtsgrundlage Herr Sarrazin 1000 Euro extra erhalten soll, werden wir noch prüfen", sagte Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck Handelsblatt Online. "Der Fall Sarrazin zeigt, dass es dringend einer Regelung zur Abberufung aus der Bundesbank bedarf." Seine Fraktion arbeite derzeit an Vorschlägen zur Änderung des Bundesbankgesetzes. "Man kann den Menschen nicht plausibel vermitteln, warum ein Rassist, der zur Selbstvermarktung alle Anstandsgrenzen überschreitet, zum Abschied 1000 Euro jeden Monat geschenkt bekommt", so Beck.

Kritisch äußerte sich auch die Linkspartei: "Er hat noch im Mai 2009 die damalige Rentenerhöhung öffentlich scharf kritisiert und sogar gefordert, dass die Renten auf Grundsicherungsniveau sinken. Sarrazin spricht mit doppelter Zunge", sagte die stellvertretende Linke-Vorsitzende Katja Kipping in Berlin. "Er fordert von Rentnern und sozial Bedürftigen Bescheidenheit und genehmigt sich selbst eine Pension, die für zehn Durchschnittsrentner reichen würde", kritisierte die Linke-Politikerin. "Sarrazin handelt nach dem Prinzip: Boni für Banker, Verzicht für Arme. Das ist zynisch und antisozial. Die Lex Sarrazin muss aus der Welt."

Der Rückzug Sarrazins aus der Spitze der Bundesbank war auf Vermittlung des Bundespräsidialamts zustande gekommen. Laut "Spiegel" setzte Sarrazin dabei als Gegenleistung für seinen Abschied durch, dass seine monatliche Pension um 1000 Euro auf das Niveau angehoben wird, das ihm erst beim regulären Abschied 2014 zugestanden hätte.

Der "Focus" berichtet, dass der 65-Jährige voll pensionsberechtigt sei und ab Oktober eine monatliche Altersversorgung von rund 10 000 Euro erhalte. Diese decke auch seine früher erworbenen Ansprüche als Berliner Finanzsenator, Staatssekretär in Rheinland-Pfalz und Beamter im Bundesfinanzministerium ab.

Kommentare zu " Extra-Pension für Sarrazin: Grüne vermuten Rechtsverstoß"

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  • Vermuten Rechtsverstoß :(

    Wirklich Clowns und Pappenheimer diese Nichtnutz bagaje.
    beim Thema bleiben integration.Nicht ablenken mit der Pensionsdebatte.

    Verdien Euch mal die Pension und schlaft nicht ein bei der Politik.20 Jahre genügen.

  • H. Sarrazin hat sich da nichts ausgehandelt, wenn er seinen Vertrag bis 2014 erfüllt hätte, wäre ihm diese Pension auch zugestanden. Er hat ja nicht selbst gekündigt. Wer hat denn die Abberufung von der bundesbank gefordert; Merkel, Wulff und all die anderen Scheinheiligen der Opposition. Warum lesen wir keinen Kommentar hierzu von H. Ernst von den LiNKEN. Man zieht wieder die Neidkeule; Sarrazin bekommt nur das, was auch den anderen bundesbankvorständen beim Pensionseintritt zusteht. Haben nicht auch die GRÜNEN aus ihren Reihen die gefeuerte Vorstandsvorsitzende der KfW-bank gestellt, obwohl diese zuvor nie in einer bank arbeitete. Der Nachfolger Sarrazins wird wohl wieder aus der Ecke Grün/Rot kommen, denn das Vorschlagsrecht haben die Länder Rh-Pfalz und das Saarland.

  • ich vermute, eher daß man ihm das Geld angeboten hat.
    Hätte er es ablehen sollen? Vielleicht tat ihm aber auch der bundespräsident leid?
    Die Scheinheiligkeit ist nicht mehr zu überbieten, was sich die Politclowns an Argumenten ausdenken.

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