EZB-Chefökonom
Schäuble macht bei der Stark-Nachfolge Tempo

Der Bundesfinanzminister hat es bei der Neubesetzung des Posten des EZB-Chefökonoms eilig. Die Niederlande unterstützen bereits Staatssekretär Jörg Asmussen. Aber auch dessen Nachfolge ist bereits geregelt.
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Die Niederlande unterstützen die Kandidatur des deutschen Finanzstaatssekretärs Jörg Asmussen als Nachfolger des scheidenden EZB-Chefvolkswirts Jürgen Stark. Das teilte der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager am Sonntag mit.

Asmussen sei erfahren auf dem Feld der Finanzwirtschaft und kenne die Eurozone und ihre Akteure in- und auswendig. „Die niederländische Regierung hatte immer eine ausgezeichnete Arbeitsbeziehung mit Herrn Asmussen, und wir vertrauen darauf, dass er die Arbeit von Herrn Stark fortsetzen wird“, erklärte de Jager.

Auf Jörg Asmussen im Amt des Staatsekretärs für Finanz- und Europapolitik rückt Thomas Steffen nach. Dies habe Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bereits entschieden, heißt es im Ministerium.

Bisher leitet Steffen die Europaabteilung. Zuvor war er Exekutivdirektor der Bankenaufsicht Bafin und dort zuständig für Versicherungen. Der erfahrene Spitzenbeamte wird nach dem Wechsel Asmussens zur EZB in der Runde der Staatssekretäre der Eurogruppe über die Euro-Rettung verhandeln und für Schäuble die G7-Finanzministertreffen vorbereiten.
Nach Steffens Aufstieg sind nun gleich drei Abteilungsleiter-Posten im Finanzministerium zu besetzen. Es fehlt noch immer ein Nachfolger für den früheren Grundsatzabteilungsleiter Markus Kerber, der zum BDI wechselte. Dem Vernehmen nach sucht Schäuble einen externen Kandidaten. Und Rolf Wenzel, Abteilungsleiter für Finanzmarktfragen, soll zum Jahresende zur Entwicklungsbank des Europarats wechseln.

Die Bundesregierung hatte nach der überraschenden Ankündigung von Stark am Freitag, nicht länger für das wichtige Amt des EZB-Chefökonoms bereitzustehen, schnell reagiert. Schon am Samstag nominierte Schäuble örg Asmussen als Nachfolger.

Asmussen, der SPD-Mitglied ist, versicherte wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, sich für die Stabilität des Euro einzusetzen. Unterstützung erhielt er von Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker. Auch aus der FDP kamen positive Signale. 

Der Rückzug des geldpolitischen Hardliners Stark aus der EZB hatte in der Politik und an den Märkten erhebliche Zweifel am Stabilitätskurs der EZB ausgelöst. Der Euro war deshalb auf ein Sechs-Monats-Tief eingebrochen. Stark steht ganz in der gedanklichen Tradition der Bundesbank, die ihre vornehmste Aufgabe immer in der Inflationsbekämpfung gesehen hat. Er hatte EZB-intern gegen den Kauf von Staatsanleihen zur Stützung hoch verschuldeter Länder wie Griechenland oder Italien opponiert und nun offensichtlich persönliche Konsequenzen gezogen. 

Nach Angaben aus Koalitions- und Regierungskreisen kam die Demission Starks nicht ganz so überraschend wie gedacht. Die Personalie Asmussen habe bereits festgestanden. Schäuble sagte nach einem G7-Finanzministertreffen in Marseille, er sei nicht überrascht worden. Versuche, Stark zu halten, seien aber wegen der Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank gescheitert. Der Wechsel solle zum Jahreswechsel 2011/12 vollzogen werden. 

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Asmussen nimmt die Herausforderung an

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  • Schäuble der Rentnerkiller !

    Soll dieser Betonkopf endlich das Handtuch schmeißen u. die Merkel gleich mit .

    Was bilden sich diese Nichtskönner eigentlich ein, nur
    das Volk schikanieren .

    Schäuble u. Merkel gehen jetzt ins Finale mit ihrer Chaos-Politik .

    Ein Arbeitsplatz im Steinbruch ist ihnen sicher !

  • Merkel, wer ist Merkel? Für mich ist diese nichts anderes als die Testamentsvollstreckerin Honeckers.

  • Natürlich ist das Verhalten der EZB illegal. Nur, die Frage ist, welches Gericht und welcher Richter ist bereit die dafür zur Verantwortung zu ziehen.
    Nach dem was die Richter aus Karlsruhe in ihren roten Kostümen abgeliefert haben, habe ich auch den letzten Rest von Vertrauen in die Gerichte verloren, zumindest in das Gericht.

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