EZB-Intervention wäre sinnlos
BGA-Chef warnt vor Hysterie wegen Eurokurs

Die Exportwirtschaft sieht in dem starken Euro noch keinen Grund zur Sorge. Ein Großteil der Waren gehe in die Eurozone, wo Wechselkurse keine Rolle spielten, beruhigte BGA-Chef Börner.

HB BERLIN. Der Präsident des Bundesverbandes des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton Börner, hat gelassen auf den kräftigen Anstieg des Euro reagiert. «Zu Hysterie und Weltuntergangsstimmung besteht kein Anlass», sagte er dem «Tagesspiegel am Sonntag». Die Gefahr hoher Wechselkurse werde häufig überschätzt. Der Euro erreichte am vergangenen Freitag mit über 1,33 Dollar zeitweise ein neues Allzeithoch, fiel dann aber leicht auf 1,3238 Dollar zurück.

Grund zur Sorge bestünde dann, wenn die Aufwertung unerwartet käme und sich der Euro sehr rasch verteuern würde, fügte Börner hinzu. Die Dollarschwäche sei indes nicht überraschend. Der BGA-Chef sieht keine Gefahr für den deutschen Export: Die Ausfuhren werden demnach 2005 zwischen fünf und sieben Prozent zulegen. Im vergangenen Jahr verbuchte die Exportwirtschaft ein Plus von zehn Prozent. Der Großteil der Waren werde in die Eurozone geliefert. Wechselkurse spielten hier keine Rolle, hob Börner hervor.

Die Forderungen nach einem Eingreifen der Europäischen Zentralbank wies Börner zurück: Nur wenn der Dollar weiter an Wert verliere, werde die USA ihr Defizit in den Griff bekommen. Das wüssten die Finanzmärkte, so der Verbandspräsident. Eine Intervention zu diesem Zeitpunkt wäre unsinnig. Die EZB sollte seiner Meinung nach erst reagieren, wenn die Gemeinschaftswährung in wenigen Tagen auf 1,40 Dollar steigen würde.

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