Fachkräfte-Anwerbung
Ökonomen bejubeln Röslers Job-Initiative

Fachkräftemangel gilt in Deutschland als Hemmschuh der Wirtschaftsentwicklung. Minister Rösler streckt daher die Fühler nach Jobsuchenden in Ländern wie Spanien oder Portugal aus. Und Ökonomen finden das goldrichtig.
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DüsseldorfFührende Ökonomen in Deutschland haben die Ankündigung von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ausdrücklich begrüßt, gezielt Arbeitskräfte aus wirtschaftsschwachen Euro-Staaten wie Portugal oder Spanien anzuwerben. „Für seine Initiative, Fachkräfte aus südeuropäischen Staaten mit hoher Arbeitslosigkeit anzuwerben, verdient Bundeswirtschaftsminister Rösler volle Unterstützung“, sagte der Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann, Handelsblatt Online. „Denn dabei handelt es sich um einen klugen Vorschlag, der die wirtschaftliche Funktionsweise des Euro-Raums stärken kann und darüber hinaus Deutschland nutzen würde.“

Lob kommt auch vom Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, der darauf hinwies, dass eine optimale Währungsunion durch die Mobilität gerade auch des Faktors Arbeit gekennzeichnet sei. „Insofern liegt in der Wanderung von Arbeitskräften ein wichtiger Ausgleichsmechanismus bei unterschiedlicher wirtschaftlicher Dynamik“, sagte Hüther Handelsblatt Online. Wie Hüther sagte, ist die Arbeitslosigkeit in den Peripherieländern derzeit ein „riesiges Problem“. Dabei sei die Jugendarbeitslosigkeit besonders drängend. Gleichzeitig habe Deutschland „in technischen Qualifikationen einen merklichen Engpass“. Hier einen Ausgleich herbeizuführen, der temporär wirke, sei daher „naheliegend und richtig“, betonte der IW-Chef.

Die Fachkräftewanderung nach Deutschland helfe überdies dort wie hier. So unterstützten die deutschen Außenhandelskammern dies durch vermehrte Angebote an Deutschkursen. „Neben einer Beförderung der Mobilität ist es sinnvoll, strukturell durch einen Export unseres Systems der dualen Berufsausbildung in diese Länder dort einen Beitrag zu  besseren Beschäftigungsmöglichkeiten für Jugendliche zu leisten“, sagte Hüther.

Auch IZA-Chef Zimmermann gab zu bedenken, dass mit der Schaffung des Euros und dem dabei erfolgten Verzicht auf das Flexibilisierungsinstrument der freien Wechselkurse klar gewesen sei, dass der Euro-Raum nur Zusammenwachsen könne, wenn er neben der Fiskaldisziplin auch die internen Anpassungen über Arbeitsmobilität ermögliche. Gleichwohl hätten die Euro-Staaten bei der Stärkung der Mobilität zwischen den Arbeitsmärkten versagt. So habe die EU-Osterweiterung zwar mehr Anpassungspotential gebracht. Aber es sei von Deutschland „in sträflichem Leichtsinn“ nicht rechtzeitig genutzt worden.

Nach Zimmermanns Vorstellung sollte es eigentlich generell keiner staatlichen Förderung bedürfen, um arbeitslose Fachkräfte zumindest zeitweise aus den südeuropäischen Staaten nach Deutschland zu bringen. Der eine Wirtschaftsraum und die vorhandenen ethnischen Netzwerke nach Deutschland sollten das von selbst begünstigen. „Dass die Fachkräfte nicht von alleine wandern ist also schon ein schlechtes Zeichen für die europäische Integration“, sagte der Ökonom und fügte mit Blick auf den Vorstoß des Wirtschaftsministers hinzu: „Der Vorschlag Röslers stärkt die marktwirtschaftlichen Mechanismen und damit den europäischen Wirtschaftsraum, schafft Arbeit für Südeuropäer und fördert das deutsche Wirtschaftswachstum.“

Bereits im Sommer hatte die Bundesregierung mit Arbeitgebern und Gewerkschaften über den Fachkräftemangel beraten, der als Hemmschuh der wirtschaftlichen Entwicklung gilt. Vor allem in technischen Berufen fehlt es an Personal. Nach Angaben der Arbeitgeberverbände werden in diesem Bereich schon jetzt 150.000 zusätzliche Arbeitskräfte benötigt.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

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  • Mir scheint, für unsre Dreckpolitiker ist es längst beschlossene Sache Deutschland völlig aufzugeben und von anderen Ländern übernehmen zu lassen.
    Also Deutschland zu einer Kolonie von andren zu machen.
    Die Islamisierung ist ja bereits in vollem Gange, nun kommen also noch Spanien und Portugal ins Spiel
    Aber ein von der Politik in vielen Jahren so verdummtes Volk wie die Deutschen merken das noch nicht.
    Die Einheit kam unseren deutschfeindlichen Politikern offenbar gerade recht, denn mit den alten sozialistichen Kadern der ehemaligen DDR können sie nun ihr detuschfeindliches Spiel viel schneller verwirklichen
    Wenn die Deuschen aber bald merken, dass sie selbst nur noch von Hartz IV leben müssen und andere die Arbeitsplätze haben, wird es hier sehr ungemütlich werden
    Denn wenn der Pöbel auf die Staße geht ist Mord udn Totschlag angesagt.
    Begreifen das unsre deutschfeindlichen Politiker eigentlich nicht?

  • Völlig richtig. Genau so ist es nämlich.
    Schon ab 35 hat man teilweise Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt, da man -bitte nicht lachen.- als zu alt gilt.
    Nein, es ist die totale Aufgabe Deutschlands angesagt, mehr nicht.
    Deutschland muß endlich von der Landkarte verschwinden, damit der Traum der Grünen Wirklichkeit wird.
    Denn die Einstiegsgehälter für Zuwanderer sollen ja gesenkt werden, das heißt nichts anderes als ein weiteres Lohnabsenken auch für Deutsche.
    Deutsche Ing. und snstige Fachkiräfte erhalten in usnrem Land ja ohnehin nur noch befristete Stellen übr kriminelle Leihfirmen zu Dumpinglöhnen.
    Der angebliche Fachkräftemangel ist eine Lüge
    Die FDP sollte sich auflösen und zu den Grünen gehen, denn offenbar entwickelt sich die FDP, ebenfalls zu Deutsch- und Demokratiefeinden wie die Grünen.
    Unsere Politiker bereiten den Weg für Krawalle, denn ich glaube nicht, dass die Deutschen sich das alles noch lange gefallen lassen
    Deutschland schafft sich ab

  • Das soll gute Wirtschaftspolitik für Deutschland sein? Indem man Arbeitslosigkeit im Ausland reduziert, erhöht man sie in Deutschland! Nebenbei werden natürlich auch die Löhne der Deutschen Ingenieure gedrückt, was wiederum von den Wirtschaftsführern gelobt wird. Zur Erinnerung: Deutschland hat durch seine geringen Lohnsteigerungen in den vergangenen Jahren enorm zur hohen Arbeitslosigkeit in den Pheripheriestaaten beigetragen! Und zum Dank nehmen wir denen jetzt auch noch deren leistungsfähige Jugend ab? In deren Stelle würde ich solche Danaer-Geschenke freundlich Ablehnen!

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