Fachkräfte-Engpass
Super-Aufschwung bringt Handwerk in die Bredouille

Dass Deutschland sein Fachkräfteproblem nicht bewältigt hat, wird durch den Superaufschwung offenkundig. Vor allem das Handwerk klagt: In einigen Branchen übersteigen die offenen Stellen die Zahl der Arbeitslosen.
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BerlinDas geht aus einer Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) unter 14.000 Betrieben hervor, aus der die „Stuttgarter Zeitung“ zitiert. Dies treffe auf Elektrotechniker, Elektromaschinenbauer und Kälteanlagenbauer zu. Knapp ein Drittel der Betriebe gab an, dass sich kein Bewerber auf ihr Stellenangebot gemeldet habe.

Quer durch alle Bereiche suche das Handwerk händeringend Personal. Rund ein Viertel der Betriebe wolle in den kommenden Monaten Fachkräfte einstellen. Der Personalbedarf sei laut Studie größer als in früheren Aufschwungphasen. Im Schnitt hätten die befragten Betriebe zwei offene Stellen im Angebot. An der Umfrage hätten vor allem mittlere und große Betriebe teilgenommen, hieß es. Besonders gravierend sei der Fachkräftebedarf in den Baugewerken. Hier wollten rund ein Drittel der Betriebe Fachkräfte einstellen.

Der ZDH-Präsident Otto Kentzler sagte der Zeitung, für die Betriebe werde es immer schwerer, gut ausgebildetes Personal zu finden. Wenn es Probleme mit der Besetzung von Stellen gebe, werde vor allem die unzureichende Qualifikation der Bewerber beklagt. Nur ein Drittel aller Betriebe gab demnach an, kein Problem mit der Mitarbeitersuche zu haben.

Vor fünf Jahren habe der Anteil der Handwerker ohne Personalprobleme noch doppelt so hoch gelegen. Gefragt seien neben qualifizierten Gesellen beispielsweise auch kaufmännische Mitarbeiter, Meister und Hochschulabgänger. Engpässe gebe es auch bei Auszubildenden. Jeder zehnte Handwerksbetrieb meldete, dass er Ausbildungsplätze unbesetzt lassen müsse.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Fachkräfte-Engpass: Super-Aufschwung bringt Handwerk in die Bredouille"

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  • Ein kleines Wort zu unserer Bildungslandschaft.

    Wir dulden derzeit über 7,5 Millionen Gastarbeiter bei uns trotz Massenarbeitslosigkeit.

    Das heißt daß wir damit eine höhere Arbeitslosigkeit erzielen und die Kosten pro Jahr betragen mindestens 50 Mrd. Euro.

    Der Gesamtschaden überschritt 2007 die 1 Billion Euro Grenze!

    Wir verwenden pro Jahr über 5000 Euro pro Gastarbeiterkind im Schulpflichtigen Alter. Im Optimalfall also 50.000 Euro pro Schullaufbahn. Diese Leute werden aber nicht benötigt und werden später in der Regel zu Sozialfällen.

    Dieses Geld fehlt dann uns für die Bildung.

    Wenn zusätzlich die Gastarbeiterquote pro Klasse die 10 Prozent überschreitet ist ein ordentlicher Schulbetrieb nicht mehr möglich. Das heißt auch unsere eigenen Kinder erhalten nicht mehr den notwendigen Lernstoff.

    Wir haben in der Regel die Unterschicht aus der Türkei, Russland und Polen bei uns und nicht die Qualifizierte Mittelschicht aus diesen Ländern als Gäste. Damit sind die Lernerfolge und berufliche Chancen dieser Gastarbeiter natürlich sehr gering.

    Die Ideologisierung der Schullandschaft und die ständigen Veränderungen (Reformen) führen ebenfalls zu einer Verschlechterung unseres Bildungssystems.

    Es wird zwar durch eine Nivellierung verschleiert. Die Realität lässt sich damit aber nicht mehr verbergen.







  • Wir haben keinen Super-Aufschwung.

    Es wäre schön wenn wir diesen Aufschwung hätten!

    Wir haben immer noch über 8 Millionen Arbeitslose und dulden über 7,5 Millionen Gastarbeiter.

    Wenn Unternehmen keine Arbeitskräfte finden stellen sich folgende Fragen:

    Hat diese Firma ausgebildet?

    Welche Anforderungsprofile verlangt das Unternehmen?

    Ein Beispiel: Die Eingangsbedingungen für einen Speditionskaufmanns ist eine HAUPTSCHULABSCHLUSS

    Viele Unternehmen aus der Branche nehmen aber Gymnasiasten und vereinzelt Realschüler.
    Diese „AUSGEBILDETEN FACHKRÄFTE“ bleiben der Branche nicht erhalten.

    Der weitere berufliche Werdegang findet nämlich in einer Universität statt weil sie durch die Lehre eine bessere Ausgangslage erhalten.

    Warum werden keine Umschüler eingesetzt?

    Ein Beispiel: Unser Land hatte in den 60er Jahren ein Defizit an Lehrkräften. Die Lösung lautete UMSCHULUNG!

    Es wurden Menschen aus den verschiedenen Branchen (z. b. Baugewerbe) gewonnen die dann Lehrer wurden.


  • Eine kleine Firma im Baunebengewerbe hat vor eine Weile eine schlecht dotierte Arbeitsstelle angeboten. (1800-1850 Euro Brutto)

    Es meldet sich über 156 Bewerber!

    Der Eigentümer bestellte die besten 10 zu einer ersten Vorstellungsrunde ein. Davon wurden 3 Bewerber zu einer zweiten Vorstellungsrunde eingeladen inklusive einer Besichtigung der Firma.

    Ein glücklicher Bewerber erhielt die Arbeitsstelle.


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