Fachkräfte
Kampf um Senioren beginnt

Der Fachkräftenachwuchs wird knapper, doch die Rente mit 67 sorgt schrittweise für Entlastung. Wenn sich 2029 das gesetzliche Renteneintrittsalter endgültig um die geplanten zwei Jahre erhöht hat, könnten allein dadurch bis zu 1,2 Millionen zusätzliche Arbeitnehmer verfügbar sein.
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BERLIN. Auf den ersten Blick ist es ein bestechendes Kalkül: Der Fachkräftenachwuchs wird knapper, doch die Rente mit 67 sorgt schrittweise für Entlastung. Wenn sich 2029 das gesetzliche Renteneintrittsalter endgültig um die geplanten zwei Jahre erhöht hat, könnten rechnerisch allein dadurch bis zu 1,2 Millionen zusätzliche Arbeitnehmer verfügbar sein.

In der Praxis setzt das freilich voraus, dass die Betroffenen tatsächlich länger arbeiten können. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Unternehmen bei der Arbeitsorganisation und Personalplanung noch große Fortschritte machen. Eine Umfrage des Bundesverbands der Personalmanager (BPM) unter 2 000 Personalverantwortlichen zeigt: Gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen dabei oft noch ganz am Anfang - weniger als ein Drittel der Befragten aus Firmen unter 50 Beschäftigten gab an, sich über die Neuregelung zur Anhebung der Altersgrenze schon "ausreichend" informiert zu fühlen.

Ein ermutigenderes Ergebnis zeigte sich bei der Frage, auf welche betrieblichen Maßnahmen die Personalmanager im Hinblick auf eine altersgerechte Arbeitswelt besonders stark setzen. Immerhin 67 Prozent sehen die Gesundheitsförderung ganz vorn, 52 Prozent außerdem die Fort- und Weiterbildung. Allerdings spielen ausgerechnet bei Firmen, bei denen körperliche Arbeit dominiert, diese beiden Handlungsfelder bisher eine niedrigere Rolle.

"Firmen müssen heute gegensteuern"

Für Joachim Sauer, BPM-Präsident und Arbeitsdirektor bei Airbus in Hamburg, ist das Anlass zu einem deutlichen Appell, auch an eigene Kollegen: Dieser Befund sei "kritisch", auch wenn es natürlich schwierig sei, Mitarbeiter in belastenden Berufen auch noch mit über 60 zu beschäftigen. Sauer mahnt: "Die Unternehmen müssen heute gegensteuern, damit sie nicht bald Umsatzeinbußen wegen fehlender qualifizierter Mitarbeiter hinnehmen müssen."

Dass es schon jetzt klare Vorboten eines Fachkräftemangels gibt, belegt die Erhebung ebenfalls. Nach den Erfahrungen von mehr als der Hälfte der Personalmanager hat sich die für Stellenbesetzungen nötige Zeit bereits in den vergangenen Jahren spürbar verlängert. 57 Prozent erwarten, dass sie künftig echte Probleme bei Stellenbesetzungen haben werden. Eine viel diskutierte Anforderung an Unternehmen wird sein, für Mitarbeiter in belastenden Berufen neue Perspektiven für den Umstieg auf andere Aufgaben zu organisieren. Genau das wiederum dürfte gerade für kleinere Firmen viel schwieriger sein als für große mit entsprechenden Bandbreiten an Einsatzmöglichkeiten.

Für wichtig hält Sauer eine moderne motivierende Personalführung. Oft zeigten sich die Langfristfolgen des Arbeitsklimas gerade in der Altersregion um 60. Ein über viele Berufsjahre angesammelter Frust schlage dann oft auch gesundheitlich durch. Wer davon verschont sei, bleibe eher auch noch länger dabei.

Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Mariana Mayer, Dipl informatikerin FH seit 6 Jahren aufgrund von zahlreichen Mobbingaktionen arbeitslos.

    Hochsicherheitskritische Systeme werden in Deutschland in diskriminierender Leiharbeit geprüft. Mobbingtreiber und innen sitzen in hochbezahlten Positionen. Es gibt kein Fehlermanagement in Deutschland.
    ich habe darauf aufmerksam gemacht, dass anstelle eines MD4 wenigstens mindestens ein Sha1 in der Datensicherung für Archivierung zu verwenden seie.

    Daraufhin wird man in Deutschland von Uni Absolventen Stuttgart Physik, Maschinenbau und Prof. Fenner Absoventen dr. Titel inhaber fertiggemacht, weil die teueren Sicherheitsgutachten nicht stimmten und man vielleicht den Md4 im Vorfeld als Abhörmechanismus beabsichtigt hat?

  • Es ist richtig, dass sich beim Arbeitsamt verstärkt um die Arbeitnehmerklasse ab 58 Jahre gekümmert und diese vermittelt wurden.

    Klar die Quote für die Regierung Leyen muss stimmen, was sonst. Dafür wird alles in bewegung gesetzt.
    Da wird selbst die Oma im Rollstuhl aufs Parkett gehieft.

    Alleinerziehende und andere Frauen sind weiter draussen aus der Rentenversicherung. Weil das kostet ja Geld. Diese Frauen sollen ebenfalls immer in der beabsichtigten Grundsicherung und damit im Putzjob für die Klasse Leyen bleiben.

    Unterdrückung von Frauen ist Politk von Ursula von der Leyen. Die Frauen sollen die Kinder abgeben und vom Staat erziehen lassen. Die Mütter werden als unfähig entmündigt. Politik von Frauen für Frauen in Deutschland. Damit erkaufen sich die Frauen in Deutschland ihre Karrieren.

    Der Runde Tisch in Deutschland. Leiharbeiter unerwünscht, diese existieren nicht, sondern sollen teuere business- und Schminkurse bbesuchen um sich gefälligst richtig ausdrücken zu lernen. Weil das ist die Frauenpolitik in Deutschland für das unsere deutschen Frauen ihre hohen Gehälter beziehen. Der Mann ist dann gutverdienender Rechtsanwalt oder Steuerberater oder auf jeden Fall in einer guten wirtschaftlichen Situation.

    Alleinerziehende, maximal als Hartz4 geduldet. Darauf darf man einschlagen und das Publikum johlt mit.

    Frauenpolitik in Deutschland!

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