Fachkräftegipfel
Deutsche bekommen den Vortritt

Nach dem Spitzentreffen von Bundesregierung, Wirtschaft und Unternehmen ist klar: Fachkräfte sollen aus Deutschland kommen, Zuwanderer sollen nur als Ergänzung dienen. Aber um die Formulierung gab es Streit.
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BerlinBundesregierung, Wirtschaft und Unternehmen sind sich einig, dass der Bedarf an Fachkräften vorrangig aus dem Inland gedeckt werden soll.

„Notwendig ist ein Konzept, das in erster Linie die inländischen Potenziale bestmöglich ausschöpft“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung zum Spitzentreffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und hochrangigen Vertretern der Wirtschaft wie der Gewerkschaften an diesem Mittwoch. Das Konzept müsse präventiv wirken, einheimische Arbeitskräfte fördern und dabei ihre besonderen Bedürfnisse berücksichtigen.

In dem dreiseitigen Kommuniqué, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, wird das Thema Zuwanderung als ergänzende Maßnahme angeführt. „Das Konzept muss gleichzeitig und unterstützend die Potenziale von Zuwanderung in den Blick nehmen. Nur mit einer Gesamtstrategie wird es gelingen, die Fachkräftebasis der Zukunft zu sichern.“

Dem Vernehmen nach wurde um die Formulierung bis zuletzt heftig gestritten, da vor allem die Arbeitgeber bei den Passagen zur Zuwanderung konkretere Formulierungen hätten durchsetzen wollen.

Grundsätzlich sind sich die Beteiligten laut Text einig, welche Gruppen bessere Arbeitsmarkt- und Teilhabechancen erhalten sollen: vor allem Frauen, ältere Arbeitnehmer, Behinderte, Migranten, benachteiligte junge Menschen, Schulabbrecher, Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose.

Für eine höhere Erwerbsbeteiligung und mehr Vollbeschäftigung von Frauen sollen die Arbeitsbedingungen in den Betrieben familienfreundlicher gestaltet und eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung bedarfsgerecht ausgebaut werden. Älteren Arbeitnehmern müsse es ermöglicht werden, länger gesund in Beschäftigung zu bleiben.

Angestrebt wird zur Fachkräftesicherung „ein hochwertiges, durchlässiges und möglichst frühzeitig ansetzendes Bildungssystem“. Im Fokus stünden dabei die bessere Vorbereitung auf die Arbeitswelt, eine Verbesserung der Ausbildungsreife, die gezielte Förderung junger Menschen von der Kindertagesstätte bis zur Hochschule, eine fundierte Berufsorientierung, Ausbildung für alle auf hohem Niveau sowie bessere Ausbildungschancen auch für sogenannte Altbewerber, benachteiligte Jugendliche und junge Behinderte.

Bundesregierung, Wirtschaft und Gewerkschaften kündigen an, Schritte zur gemeinsamen Umsetzung der Erklärung zu ergreifen und den Dialog fortzusetzen. „Darüber hinaus werden sie ihre jeweiligen Aktivitäten weiter optimieren und dort, wo es notwendig ist, ausbauen - damit Deutschland wettbewerbsfähig und attraktiv bleibt.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Und wieder mal viel bla bla über Dinge, die seit langen bekannt sind und über die schon bis zum Erbrechen geredet wurde.
    Wieder einmal Steuergeld verpulvert und das ist das was Merkel am besten kann.
    Schulabbrecher, bessere Qualifizierung, das wissen wir doch seit Jahren, aber getan wird nichts
    Einstellen von Älteren, die man ja erst entlassen hat, weil man sie nciht mehr wollte. Man unterlag ja dem Jugendwahn
    Der Wirtschaft müßen Bußgelder abverlangt werden, für ihr zynisches Tun/Nichtstun der letzten 25 Jahre. Sie hben niht ausgebildet, sie haben die erfahrenen Älteren entlassen
    Es wird weiter in den Schulen Kuschelpädagogik gefahren, mit den Erfolgen die wir alle kennen.
    Also Leuteverdummung hoch drei hat da wieder statt gefunden
    Außer Spesen nchts gewesen

  • Norwegen benoetigt, aehnliche wie Deutschland, immer mehr Fachkraefte. Eine Moeglichkeit die dort geschaffen wurde, ausgewanderten gebuertigen Norwegern die norwegische Staatsangehoerigkeit zurueckzugeben, wenn sie in Norwegen arbeiten wuerden.
    Die Bundesregierung ist aber versessen darauf, moeglichst viele auslaendische Kulturen nach Deutschland zu holen.

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