Fachkräftemangel
CSU fordert höhere Löhne für Pflegekräfte

Bereits heute sind Fachkräfte im Pflegebereich Mangelware - und dem Deutschen Pflegerat zufolge droht sich die Situation in den nächsten Jahren deutlich zu verschlechtern. Die CSU reagiert mit einer Forderung nach steigenden Löhnen.
  • 0

BERLIN. Angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland wirbt die CSU-Landesgruppe für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften. "Durch steigende Löhne werden Pflegeberufe attraktiver, so dass nicht von einem dauerhaften Fachkräftemangel ausgegangen werden kann", heißt es in einem Papier der Landesgruppe für die traditionelle Klausurtagung Anfang Januar in Wildbad Kreuth, das dem Handelsblatt vorliegt. Um auch langfristig eine angemessene und für alle finanzierbare Pflege sicherstellen zu können, sei "eine umfassende Reform der Pflegeversicherung nötig", mahnen die Christsozialen.

Schon heute fehlen Fachkräfte in der Pflege. Nach Schätzung des Deutschen Pflegerats droht der Fachkräftemangel allein im stationären Bereich bis 2020 auf 140 000 anzuwachsen. Die CSU fordert in ihrem Beschlusspapier deshalb, den Zugang zum Pflegeberuf zu erleichtern. Konkret schlägt die Landesgruppe eine verkürzte Umschulung zu Alten- und Krankenpflegern vor.

Im Rahmen einer umfassenden Pflegereform soll zudem der Begriff der Pflegebedürftigkeit erweitert werden, um vor allem Demenzkranke künftig ausreichend einbeziehen zu können. Zwar will die CSU Finanzierungsrisiken für die Pflegeversicherung möglichst vermeiden, doch ohne zusätzliche Einnahmen ist die Reform nicht zu stemmen. So sollen die mit den Forderungen verbundenen Kosten wie im Koalitionsvertrag vereinbart über eine kapitalgedeckte Zusatzversicherung aufgefangen werden. saf

Sven Afhüppe
Sven Afhüppe
Handelsblatt / Chefredakteur

Kommentare zu " Fachkräftemangel: CSU fordert höhere Löhne für Pflegekräfte"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%