Europas Spitzenkräfte bevorzugen Deutschland

Fachkräftemangel
Europas Spitzenkräfte bevorzugen Deutschland

Der deutsche Fachkräftemangel lässt hoch qualifizierte Einwanderer aufhorchen. Einem Bericht zufolge gibt europaweit fast die Hälfte der Ingenieursabsolventen die Bundesrepublik als Traumziel an – besonders in Südeuropa.
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BerlinDeutschland ist für hoch qualifizierte Ingenieure und IT-Fachkräfte im europäischen Ausland laut einer Untersuchung der derzeit bei weitem attraktivste Arbeitsmarkt in Europa. Demnach gaben 44 Prozent der Ingenieursabsolventen an, am liebsten in Deutschland arbeiten zu wollen. Erst mit weitem Abstand folgen Großbritannien und dahinter die Schweiz. Das ist ein Ergebnis einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Trendence, die der „Welt“ (Samstagsausgabe) vorlag.

Besonders bei Ingenieuren in Nord- und Osteuropa ist Deutschland als Arbeitsplatz sehr beliebt. In Bulgarien, Dänemark, Schweden, der Schweiz und Ungarn würden mehr als die Hälfte der mobilen Ingenieursabsolventen für die erste Stelle nach Deutschland ziehen. In Österreich, Finnland, Polen, Rumänien und der Tschechischen Republik sind es sogar mehr als 60 Prozent - und in Russland gar mehr als 70 Prozent.

In den südeuropäischen Ländern hat sich in den vergangenen Monaten offenbar die Einstellung zu deutschen Arbeitgebern gewandelt: In Griechenland, Italien, Portugal und Spanien kann sich mehr als die Hälfte der mobilen Ingenieursabsolventen vorstellen, die erste Stelle in der Bundesrepublik anzutreten.

Auch unter angehenden Wirtschaftswissenschaftlern ist Deutschland beliebt: Zwar würde jeder dritte europäische Absolvent der Wirtschaftswissenschaften für den ersten Arbeitsplatz am liebsten nach Deutschland ziehen, aber Großbritannien und die Schweiz sind bei den Wirtschaftswissenschaftlern immer noch beliebter. Außerhalb Europas sind weiterhin die USA der beliebteste Arbeitsmarkt bei Absolventen aller Fachrichtungen.

Trendence hat von Oktober 2011 bis Februar 2012 in 24 europäischen Ländern rund 344.000 Studenten der Ingenieurs- und IT-Wissenschaften sowie der Wirtschaftswissenschaften befragt, die kurz vor dem Examen stehen. In die der "Welt" vorliegende Auswertung flossen nur die Daten der rund 5.200 Höchstqualifizierten ein: Studenten, die zu den besten 20 Prozent ihres Jahrgangs gehören und bereits Auslands- und Praxiserfahrung vorweisen können.

 

Kommentare zu "Europas Spitzenkräfte bevorzugen Deutschland"

Alle Kommentare
  • Spanien (und einige andere überschuldete Euroländer) hat einen Zwillingsdefizit (von engl. twin deficits), gelegentlich auch von Doppeldefizit, wird gesprochen, wenn ein Staat sowohl ein Haushaltsdefizit als auch ein Leistungsbilanzdefizit aufweist.
    Dabei muss bedacht werden dass der Haushaltsdefizit durch den Leistungsbilanzdefizit mitverursacht wird.
    Es wäre also denkbar um das Problem zu lösen, Spanien (und andere defizitäre Euroländer) zwei Mehrwertsteuersätze zu erlauben.
    Einen erhöhten Mehrwertsteuersatz für Importprodukte und einen reduzierten Mehrwertsteuersatz für im Land erstellte Produkte, was sich auch positiv auf die Arbeitslosigkeit auswirken müsste.
    Das wäre auch den Deutschen leichter zu vermitteln, denke ich, als die permanente Transferleistungen.
    Warum muss der Luxuswagen für den Madrilenen Bankdirektor in Deutschland oder Japan von deutschen oder japanischen Arbeiter gebaut werden? Spanier in Spanien könnten das genau so gut!

  • RRerf
    Was ist das für ein Unsinn?
    Ein Studium der Rechtswissenschaften dauert aber ein bißchen länger.
    Oder meinen Sie lediglich den Bachelor-Abschluß? Dann ist man allerdings auch kein Volljurist

  • Das ist ein Propagandaartikel !!!! Gute Leute mit einer Hochschulausbildung bekommen im Ausland, USA,Kanada, Australie, England etc. Einstiegsgehaelter von 120.000 $ p.a.
    Welcher Idiot geht dann fur 35.000 Euro ins Auslaenderfeindliche Deutschland malochen ..? Nur ein kranker Auslaender !!!

  • Es ist auch eine Kränkung. Die Menschen werden hier hergelockt, fallen darauf rein und kommen dann vom Regen in die Traufe. Die Enttäuschung ist dann groß, wenn sie merken das die Stellen prekär oder sittenwidrig und auf ewig in probe-, nur Werbung, zehnmal reingestellt oder überhaupt nicht vorhanden sind.

  • haben denn die ausländischen Ingenieure etc. mibekommen, dass man in DE die Eingangslöhne für die achso gesuchten auf knapp 35000 abgesenkt hat?

    da würd ich mich als Ausländer schon fragen, ob man denn wirklich so gesucht ist.

    DE profitiert von der derzeitigen Krise, wird aber dauerhaft nie attraktiv genug sein für andere.

    wenn man die Einkommens-Lebenshaltungskosten-Relation betrachtet, schneiden viele Länder da draußen einfach besser ab. Das gilt erst Recht, wenn in DE nun auch noch überall Mieten und Immobilienpreise ansteigen würden.

    des weiteren ist der deutsche Arbeitsmarkt heutzutage gar nicht aufnahmefähig. Fachkräftemangel gibt es nur in ganz wenigen eng umrissenen Bereichen.Wenn überhaupt kommt der erst jenseits der 2020 eventuell, allerdings wirkt der technische Fortschritt und Automation dem entgegegen.

    und die nächste Frage ist, ob diejenigen denn auch bleiben. Die WorkLifeBalance ist in DE nicht überall besonders gut. Das könnte einige schon stören.

    ich persönlich würde gerne DE nach dem Studium verlassen. Ich glaube auch nicht das Märchen, dass man hier gut eine Stelle finden kann, die anständig bezahlt ist. Vor allem nicht in Ost-Deutschland, wo laut dem arbeitgebernahen IW Köln ja künftig der größte Mangel an Ingenieuren, Fachkräften und sonst. Akademikern sein soll.

    und dann denken viele wohl bei der Attraktivität DE oft an die Großstädte wie HH und Berlin. Ob die von den KMU in der Provinz genauso begeistert sind wag ich in manchen Fällen zu bezweifeln. In vielen attraktiven Städten wie Berlin wiederum finden die keine Stellen. Viele junge Leute denken bei Arbeiten in DE sicher an diese Großstädte und Hartz IV Hochburgen.

  • Raten Sie mal, was ein Diplom-Jurist als Rechtsreferendar in Baden-Württemberg netto verdient: 900,89€; wohl gemerkt mit einem abgeschlossenen Studium der Rechtswissenschaft.
    (Dauer: 2 Jahre)

  • Der Beitrag ist völlig falsch
    Es gibt a.) keinen Fachkräftemangel und b.) kommen die Leute nicht aus ganz Europa nach Detuschland, im Gegenteil, die meiden Deutschland wegen schlechter Bezahlung.
    Ein Arzt z. B. verdient inEngland das dreifache als hier. Selbst Detusche verlassen ja in Scharen unser Land Richtung Schweiz, Norwegen etc.
    Es kommen jetzt in der Krise die Spanier und Greichen und sonst nichts
    Also liebes HB, bitte nicht auf Bild-Niveau abrutschen mit solchen Schlagzeilen

  • In 5-10 Jahren, nach dem EUDSSR/€-Crash wird es anders ausschauen, dann werden gut ausgebildete Deutsche (ich hoffe meine Tochter gehört dann zu denen) Europa verlassen, um gutes Geld auf einem anderen Kontinent zu verdienen!

  • Das sieht man an den Praktikantenvergütungen, die für Pflicht-Praxissemster im fortgeschrittenen Studium (im 6.Semester von insgesamt 7 Semester) teilweise geboten werden: EUR 600 für (Wirtschafts)-Informatiker mit besten Noten ist keine Seltenheit.
    Die meisten Auszubildenden im 1. Lehrjahr verdienen mehr.

  • Es gibt keinen Fachkräftemangel. Es gibt nur einen Mangel an billigen Fachkräften. Die Industrie ist gewöhnt auf eine Stellenanzeige 50 bis 100 Bewerbungen zu bekommen und unternimmt alles diesen Status aufrechtzuerhalten, damit sie die Löhne richtig drücken kann.

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