Fachkräftemangel
IT-Gipfel: Manager drängen Politik zum Handeln

Angesichts des sich massiv verschärfenden Fachkräftemangels erhöht die Industrie den Druck auf die Politik, bei der Förderung der deutschen Informations- und Telekommunikationstechnologie mehr Gas zu geben. Führende IT-Manager lassen verhalten ihren Unmut erkennen – über eine gute Initiative, die aber bislang keine konkreten Ergebnisse gebracht habe.

FRANKFURT. Wenn sich am Montag die Top-Manager der deutschen ITK-Industrie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie mehreren Ministern in Hannover zum zweiten IT-Gipfel treffen, wird offene Kritik zwar kaum zu hören sein. Doch zwischen den Zeilen ist die wachsende Ungeduld deutlich zu erkennen. Zu wenig, so beklagen IT-Manager, habe sich seit dem ersten Treffen vor einem Jahr in Potsdam getan.

„Gute Initiative. Bis dato sind aber keine konkreten Ergebnisse greifbar. Wir würden uns mehr konkrete Ergebnisse vom Gipfel 2007 wünschen“, bringt Achim Berg, der Deutschlandchef von Microsoft, die Stimmung auf den Punkt. Etwas zurückhaltender ist Henning Kagermann. „Der erste IT-Gipfel war ein Plädoyer für die wachsende Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologie in Deutschland“, gibt sich der Vorstandschef der SAP AG bescheiden.

Für Karl-Heinz Streibich, den Vorstandsvorsitzenden der Software AG, ist sowieso klar: „Es war nie das Ziel des Gipfels, den Heilsbringer etwa gegen den Fachkräftemangel zu finden. Der Gipfel sorgt aber dafür, dass die ITK-Industrie wieder stärker ins Bewusstsein kommt, vor allem bei den jungen Schulabgängern. Das ist enorm wichtig“, sagt er, und ergänzt: „Ich glaube, es wurde schon einiges bewegt.“

Doch gerade angesichts des sich massiv verschärfenden Fachkräftemangels und dem immer noch großen Rückstand Deutschlands bei Themen wie E-Government hält es die wenigsten in der IT-Industrie noch ruhig auf ihren Plätzen. Selbst August-Wilhelm Scheer, der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, übt sich in vorsichtigen Andeutungen, verweist etwa auf seine sonst übliche „Ungeduld“ im operativen Geschäft.

Der langsam steigende Druck überrascht nicht. Die mit großem Pomp vor einem Jahr verkündeten Vorhaben sind vielfach versandet. Zwar mag Streibich eine Generalkritik nicht gelten lassen: „Wir haben uns in unserer Arbeitsgruppe Mittelstand zweimal im Monat verabredet. Mittlerweile haben wir einen umfassenen Handlungskatalog aufgestellt, einen Info-Broker für mittelständische Firmen aufgebaut und einiges mehr“, sagt er.

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