Fachkräftemangel
Kein Aufschwung am Lehrstellenmarkt

Der Arbeitsmarkt steht so gut da wie zuletzt vor 24 Jahren – doch der Lehrstellenmarkt dümpelt trotz Angst vor Fachkräftemangel weiter auf historisch schlechtem Niveau. Das liegt auch an einer Reihe unbeliebter Berufe.

BerlinZu Beginn des Ausbildungsjahres beginnen 474.485 Nachwuchskräfte eine Berufsausbildung. Das sind allerdings nur unwesentlich mehr als im Vorjahr. Zuvor war die Zahl jahrelang gesunken. Seit zwei Jahren nehmen zudem mehr junge Menschen ein Studium auf als eine Lehre. Das ist deshalb bedenklich, weil bei den beruflich ausgebildeten Fachkräften mittelfristig rein zahlenmäßig ein weitgrößerer Fachkräftemangel droht als bei den Akademikern.

In Industrie und Handel, die zwei Drittel der Azubis ausbilden, ist die Zahl der Lehrverträge nochmals leicht zurück gegangen. Das Handwerk hingegen meldet ein leichtes Plus und die freien Berufe sogar 3,6 Prozent Zuwachs.

Rein zahlenmäßig könnten allerdings durchaus mehr Lehrlinge gewonnen werden. Denn einerseits waren zum Beginn des Ausbildungsjahres noch gut 20.000 Bewerber in der Statistik der Bundesagentur als „unversorgt“ gemeldet. Dazu kommen weitere rund 60.000 Interessenten, die notgedrungen zwar wieder auf eine Schule oder arbeiten gehen, aber dennoch weiter eine Lehrstelle suchen.

Zwar ist die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz erneut leicht auf 549.100 gesunken. Das liegt auch daran, dass ein immer kleinerer Teil der Schulabgänger von Haupt- und Realschulen kommt und immer mehr eine Hochschulberechtigung erwerben.

Die Zahl der Lehrstellenangebote dagegen ist zumindest leicht auf 520.000 gestiegen. Das ist vor allem deshalb erfreulich, weil die Wirtschaftsverbände lange davon ausgingen, dass viele Lehrherren sich enttäuscht aus der Ausbildung zurückziehen, wenn sie mehrfach keine oder keine geeigneten Azubis bekommen.

Das größte Problem ist, dass es immer schwerer wird, Bewerber und Ausbilder zusammen zu bringen. Entweder sie finden räumlich nicht zueinander, oder die Schulabgänger suchen Lehrstellen in Berufen, in denen der Andrang zu groß ist. So kennen die meisten nur wenige der insgesamt fast 300 Berufe.

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