2 Bewertungen *****
20.08.2007 
Studie

Fachkräftemangel kommt Deutschland teuer

Schon lange wird über Fachkräftemangel in Deutschland hitzig diskutiert. Jede Partei hat mittlerweile ihren Vorschlag zur Lösung des Problems präsentiert. Doch mit der Regelmäßigkeit, die das Thema auf die Agenda gesetzt wurde, verschwindet es auch wieder aus dem Zentrum der Aufmerksamkeit. Eine neue Studie könnte dies ändern. Sie kommt zu einem alarmierenden Ergebnis.

Millionen Menschen ringen weiter um einen Job. Gleichzeitig bleiben zahlreiche Stellen wegen Fachkräftemangels unbesetzt. Foto: dpaLupe

Millionen Menschen ringen weiter um einen Job. Gleichzeitig bleiben zahlreiche Stellen wegen Fachkräftemangels unbesetzt. Foto: dpa

HB BERLIN. Der Mangel an Fachkräften kostet Deutschland bis zu ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das sind für 2007 mehr als 20 Milliarden Euro. Das geht aus einer von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in Auftrag gegebenen Studie zum Arbeitskräftemangel hervor.

Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ und sagte, es handele sich um „erste Ergebnisse“.

Das Ministerium hatte die Studie beim Institut der deutschen Wirtschaft in Auftrag gegeben. Die Ökonomen haben darin laut Zeitung auch errechnet, wie groß der Mangel an Fachkräften ist und wo die Not besonders groß ist. "Die Zahl der mit Verzögerungen oder definitiv nicht besetzbaren Stellen ist sechsstellig", zitiert das Blatt aus dem Papier. Die Engpässe konzentrierten sich auf jene Branchen, "die für die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands am wichtigsten sind". Genannt seien Maschinenbau, Metall- und Elektroindustrie, Fahrzeugbau und unternehmensnahe Dienstleistungen.

Der Fachkräftemangel trifft damit Branchen, die für die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands am wichtigsten sind. Schon 2014 könnten bis zu 95 000 Ingenieure und 135 000 Naturwissenschaftler fehlen, hieß es.

Das Bundeskabinett will auf seiner Klausur Ende der Woche erstmals über den von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangel beraten. Trotz des Ausmaßes schließt sich Glos aber nicht den Forderungen von Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) an, die Hürden für die Zuwanderung qualifizierter ausländischer Fachkräfte zu senken.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Müntefering will lieber deutsche Arbeitslose umschulen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

weiterBildergalerien

zurück
  • Wie viel sich die Abgeordneten dazu...

    Wie viel sich die Abgeordneten dazuverdienen

    Bundestagsabgeordnete haben im vergangenen Jahr 6,66 Mio. Euro durch Nebentätigkeiten dazuverdient. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine deutliche Steigerung. Die Spitzenverdiener unter den Abgeordneten im Überblick.Bildergalerie 

  • Wachstumsprognosen: Wer was orakelt

    Wachstumsprognosen: Wer was orakelt

    Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr nach Einschätzung von Konjunkturexperten kräftig schrumpfen. Unklar sind Ausmaß und Dauer der Rezession. Wirtschaftsinstitute, internationale Organisationen und Banken haben sich fast täglich mit finsteren Konjunktu...Bildergalerie 

  • Was den G8-Gipfel bewegt

    Was den G8-Gipfel bewegt

    Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen kommen die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) von heute an im italienischen L'Aquila zu ihrem Gipfeltreffen zusammen. Mitten in der Wirtschaftskrise wollen sich die Staa...Bildergalerie 

vor

 

 

Vorhersage Deutschland

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Piraten jagen Partei-Schnarchnasen  Artikel in Merkliste

09.07.2009 von Thomas Hanke

Programmbroschüren und Papierfähnchen waren früher, heute gibt es Youtube-Filmchen. Schon lange versuchen die Parteien, Kampagnen im Netz zu führen. Doch nun werden sie plötzlich selbst gekapert. Was die Parteien kalt erwischt, ist eine ganz andere Wirkung: Das Internet schlägt zurück Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Gefährliches Spiel  Artikel in Merkliste

09.07.2009 von Rolf Benders

Kein Vorbild für Europa: Die USA sparen ihre Bad Bank voreilig zusammen und gehen so ein hohes Risiko ein. Kommentar

Handelsblatt Marktplatz

Über 220 000 Seminare zu 120 Themen. Aktuell: Abendseminare mit Spitzen-Trainern. Weiter