Fahrverbote Weniger Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase in Städten

Die Schadstoffe aus alten Diesel-Autos müssen vielerorts dringend herunter, um Fahrverbote zu vermeiden. Nun zeigt eine amtliche Bilanz: Die Belastung beginnt zu sinken. Aber das reicht nicht, warnt das Umweltbundesamt.
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Diesel: Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase in Städten gesunken Quelle: dpa
Feinstaubmessung in Stuttgart

Die Werte sind für das Umweltbundesamt noch immer zu hoch.

(Foto: dpa)

BerlinDer Verband der Automobilindustrie (VDA) wusste es schon vor einer Woche: Die Luftqualität in deutschen Städten wird nachweislich immer besser, hieß es vollmundig in einer Mitteilung vom 24. Januar. Tatsächlich nahm die Zahl der Kommunen mit Grenzwertüberschreitungen bei dem gesundheitsschädlichen Stickstoffdioxid im vergangenen Jahr ab, wie das Umweltbundesamt (UBA) heute bestätigt. Allerdings ist das Problem noch längst nicht gelöst. Immer noch lägen viele Städte deutlich über dem seit 2010 einzuhaltenden EU-Grenzwert. „Viele Einwohner sind also weiter zu viel gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid ausgesetzt“, kritisiert UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Schuld daran seien vor allem die Dieselautos mit hohen Emissionen, auch wenn sie oftmals erst in den vergangenen Jahren zugelassen wurden.

Krautzberger forderte erneut Hardware-Nachrüstungen der Dieselfahrzeuge, die als Hauptverursacher der gesundheitsgefährdenden Stickstoffdioxids gelten. Software-Updates und Umtauschprämien hält das Umweltbundesamt für nicht ausreichend, um die Luft in den Städten so zu verbessern, dass die Grenzwerte überall eingehalten werden.

Nach vorläufigen Messdaten der Länder und des Umweltbundesamtes nahm die Zahl der Kommunen mit Grenzwertüberschreitungen von 90 auf 70 ab. Das UBA wertet das als Indiz dafür, dass die durch die Dieseldebatte angestoßenen Maßnahmen in den Städten anfangen zu wirken. So wurden beispielsweise örtlich Tempolimits eingeführt sowie durch Straßenverengung der Verkehr reduziert.

Busse wurden nachgerüstet, Dieselautos durch eine Software-Nachsteuerung optimiert. Außerdem hat sich die Fahrzeugflotte hin zu weniger Dieselfahrzeugen verändert: Das Kraftfahrzeugbundesamt (KBA) zeigt in seinen Neuzulassungszahlen 2017 eine Verschiebung hin zu benzinbetriebenen Pkw. Ihr Anteil, so das UBA, stieg 2017 um über elf Prozent gegenüber 2016, Diesel verloren über 15 Prozent.

Auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) drängt darauf, Dieselfahrzeuge technisch nachzurüsten. Dagegen gab es bislang aber Widerstand in Kabinett und Industrie. Doch Deutschland steht mit dem Rücken zur Wand: Die EU-Kommission droht mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) wegen der seit Jahren zu hohen Luftverschmutzung. Lediglich Schritte, die „ohne jegliche Verzögerung“ zur Einhaltung von Grenzwerten führten, könnten eine Klage verhindern, sagte EU-Umweltkommissar Karmenu Vella am Dienstag nach einem Gespräch mit Hendricks und acht weiteren EU-Umweltministern.

Die SPD-Ministerin verwies auf das sogenannte „Sofortprogramm Saubere Luft“. Damit will die Bundesregierung die Kommunen über Förderprogramme unterstützen, den Verkehr und damit auch die Luft zu entgiften. Für das Programm steht bislang eine Milliarde Euro zur Verfügung. Man sei entschlossen, das Programm weiterzuführen – so lange, bis alle Städte in Deutschland das Prädikat saubere Luft tragen könnten, so Hendricks.

Die Zeit drängt: Bis Montag kann Deutschland noch weitere geeignete Maßnahmen vorlegen, um die EU-Kommission zu überzeugen. Ansonsten rückt eine Klage näher. Ungemach droht auch in Deutschland: am 22. Februar wird sich das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig mit der Frage beschäftigen, ob Fahrverbote ein adäquates Mittel zur Verbesserung der Luftqualität sein können.

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9 Kommentare zu "Fahrverbote: Weniger Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase in Städten"

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  • Moderne Dieselpartikel-Filtzer wirken wie Luftreinigungsmaschinen, da sie Staubpartikel aus der Umweltaufnehmen und entsorgen, daher die geringeren Werte.

    https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.feinstaub-als-luftreiniger-taugt-der-diesel-noch-lange-nicht.f398c605-204b-409b-8555-f51c9f188369.html

    Wir brauchen mehr Diesel! Der Umwelt zuliebe.....

  • FRAGE: ich moechte mir einen neuen Ford F-150 (Pick-Up)-Truck) als Zugmaschine mit Dieselmotor zulegen, die neuerdings in USA erhaeltlich sind & den neuesten Abgasbestimmungen von Californien entspricht.
    Kann ich einen solchen Wagen dann nach Deutschland mitnehmen als "gebrauchtwagen" ueberfuehren & und dann in Germany zulassen, oder ist das wegen der Restriktionen der EURO-Abgasemissionen nicht moeglich???
    ( derMotor soll aus Europa stammen, wohl aus France vom Peugeot-Concern ) !

  • Verkehr kann man genauso wenig aufhalten, wie Wasser! Beides muss fliessen, jeder Rueckstau bringt Probleme!

    Wir haben ein Problem: Ueberbevoelkerung und grenzwertige Verkehrsdichte in Ballungsbegieten & Grossstaedten.
    Limitierter Zuzug ( Einwanderung) ist der einzige Weg, dieses Dilemma zu beseitigen, die Bevoelkerungsdichte ebenso zu reduzieren, wie die Verkehrsdichte!
    Kontrollierte Umsiedlung und Entzerrung der Bevoelkerungsdichte ist ebenfalls ein probates Mittel.

    siehe Ansiedlung der VerkehrssuenderKartei in FLENSBURG...!!!

    BW- auf der Hardthoehe in Bonn...



    Bueroturme und publikumsarme Regierungs-Organe muessen ebenso umgesiedelt warden, wie andere Konzentrationen von Menschen-Massen--Ansammlungen, die per eigenem PKW einstroemen, wie bei MESSEN, FUSSBALL & anderen Entertainment -Events.
    Rock am Ring oder F1-Rennen sollten da z.B. ein Vorbild sein.....
    Ski-Events im Schalke-Stadion, oder In-Door Cross in der Westfalenhalle in Dortmund sollten dagegen erst garnicht genehmigt warden..
    Freie Tickets fuer Bahn & Flugverkehr fuer Politiker & Beamte zwecks Anreise sollten auch ueberdacht warden, und in ein max. Nutzungskontingent umgewandelt warden !
    Auto-Freie-Sonntage wuerden ebenfalls helfen und die kommunalen Gemeinsinn staerken, wenn man per pedes oder Fahrrad / Bahn die Sonntagstrips unternimmt!

    wir reden hier von moeglichen Belastungen durch NOX und warden panisch bis paranoid!
    Wer den Smog in MEX City, L.A.. oder SAO Paulo, bzw in Peking live erlebt hat, der kann diese Panik nicht verstehen.
    Jeder, aber auch jeder kann durch Einsparung von unnoetigen Kurzstreckenfahrten, insbesondere mit grossvolumigen Diesel-Fahrzeugen aktiv an der reduzierung von Verkehrsdichte & Umweltbelastungen beitragen.

    "Gruenes" muss nicht nur zum Fressen sein, sondern auch Geistig- Interlektuelles sein .....
    wer mit dem Auto inder Stadt zum "workout" faehrt, ja macht schon was verkehrt....
    Wer mit dem Aufzug ohne Gepaeck 1-2 Etagen faehrt, ......?!?!?!?
    wer...
    usw

  • Wie einfach gestrickt die Fachleute in Brüssel sind, zeigen die geforderten Grenzwerte: Außenluft beträgt 40 µg/m³ – Arbeitsplatzgrenzwert 950 µg/m³. Ich frage mich, wie man auf den Wert von 40 µg/m³ gekommen ist, gibt es hier Langzeitstudien oder wurde nur gewürfelt. Der Bürger braucht endlich Transparenz in dieser Angelegenheit und keine Halbwahrheiten oder gar Unwahrheiten.

  • Das Softwareupdate spielt doch in der Gesamtbilanz nicht die entscheidende Rolle.

    Die Grundaussage von Herrn Narrog ist es, die diese Ökoreligion überführt.

    Es ist richtig, das wir auf unsere Umwelt achten. Jetzt aber dafür sorgen zu wollen, das wir alle wieder zurück in den Wald gehen oder uns eine Höhle suchen, kann nicht das Ziel sein. Vor allen sind es diese Ökoterroristen, welche die größten Dreckschleudern noch selbst fahren. Aber dem gemeinen Bürger ihre Sicht- und Lebensweise aufdrängeln wollen!

  • In USA ist der Grenzwert bei 100 - in der EU bei 40 - WER HAT DA RECHT?
    Normalerweise sind die Amerikaner sehr kleinlich, wenn es um die Gesundheit geht!
    In der EU gibt es halt viele Pseudo - Ökos, die viel fordern und damit der Gesellschaft insgesamt schaden.
    ARMES DEUTSCHLAND und auch ARME EU (wie soll den Deutschland ständig soviel in den EU Topf zahlen, wenn die deutsche Industrie niedergemacht wird? Ich bitte um Antwort!)
    @ Heinz Keizer: Ja, die Automobilhersteller müssten "klare Kante" zeigen - besonders die deutschen werden ja ständig gedrückt!
    Warum verlegen sie ihren Hauptsitz nicht in die USA - amerikanische Unternehmen - wie Tesla - werden brav gelobt! Obwohl sie für die Herstellung und Betrieb der e-Autos deutlich mehr CO2 benötigen als ein Diesel!

  • man kann Grenzen auch immer weiter runtersetzen, bis sie keiner mehr einhalten kann. Auch so kann man eine Industrie ruinieren. Der Autoindustrie ist vorzuwerfen, dass sie nicht klar gesagt hat, bis dahin geht es, darunter nicht, sonder getrickst hat.

  • Es wäre interessant zu erfahren wie viele Fahrzeuge mit Dieselmotor bereits ein Softwareupdate bekommen haben.

  • Der Artikel enthält nicht was die Überschrift verspricht, sprich im Artikel wird die Thematik gesunkener Dieselschadstoffe nicht thematisiert, oder gar quantifiziert.

    Gem. eigener Erkenntnisse.... gehe ich davon aus, dass die Luftverschmutzung durch Diesel heutzutage um ein Vielfaches geringer ist als noch vor 20 Jahren.

    Demzufolge erscheint mir die aktuelle Skandalisierung als eine rein (öko)religiöse Angelegenheit die dazu gedacht ist den Menschen das Auto zu nehmen.

    Ich besass zur Jahrtausendwende einen Golf II Diesel. Dieser hatte noch keine Commen Rail Einspritzung, keine Motorsteuerung... Ich besitze einen Diesel mit Abgasrückführung, Katalysator und Dieselpartikelfilter, Stufe 4 grüner Feinstaub gem. EU.

    - Die Commen Rail Einspritzung mit sehr hohem Einspritzdruck, gesteuerten Einspritzzeiten etc. führt zu einer wesentlich sauberere, vollständige Verbrennung als dies vor 20 Jahren der Fall war. Russwolken wie seinerzeit üblich kann ich nicht beobachten.

    - Die Abgasrückführung senkt die Temperaturen im Verbrennungsraum* drastisch und senkt damit die NOx Belastung gleichfalls drastisch.

    - Der DPF bewirkt, dass mein heutiges Auto viel weniger Kohlenwasserstoffe und Russ ausstösst.

    *Stickoxide entstehen und zerfallen bei sehr hohen Temperaturen. Ein Automotor ist dafür ideal und Hauptquelle der menschlichen NOx Emissionen. Im Verbrennungsraum entstehen die NOx und können weil diese im Abgassystem schnell abkühlen nicht mehr zerfallen.

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