Fall Amri „Wagenknecht mit falschen Fakten“

Linksfraktions-Chefin Sahra Wagenknecht macht Kanzlerin Angela Merkel für den Anschlag in Berlin mitverantwortlich. Die AfD klatscht Beifall. Doch in Wagenknechts Fraktion regt sich Unmut.
Update: 05.01.2017 - 14:48 Uhr 28 Kommentare
Wegen falscher Fakten parteiintern unter Beschuss: Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke. Quelle: dpa
Sahra Wagenknecht.

Wegen falscher Fakten parteiintern unter Beschuss: Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke.

(Foto: dpa)

BerlinDie Chefin der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, ist in den eigenen Reihen unter Beschuss geraten, weil sie die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mitverantwortlich gemacht hat für den Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz.

Der Außenexperte der Linksfraktion, Jan van Aken, warf Wagenknecht auf Twitter vor, mit „falschen Fakten“ zu hantieren. „Amri kam im Juli 2015 nach D, die (vollkommen richtige!) Grenzöffnung war im Sept.“

Wagenknecht hatte Merkel im „Stern“ eine „vielschichtige Mitverantwortung“ an der Lkw-Todesfahrt des Berlin-Attentäters Anis Amri zugesprochen. „Neben der unkontrollierten Grenzöffnung ist da die kaputtgesparte Polizei, die weder personell noch technisch so ausgestattet ist, wie es der Gefahrenlage angemessen ist.“ Ebenso fatal sei die Außenpolitik – „die von Merkel unterstützten Ölkriege der USA und ihrer Verbündeten, denen der 'Islamische Staat' erst seine Existenz und Stärke verdankt“.

Der Zusammenhang, den Wagenknecht zwischen dem Anschlag und dem Flüchtlingszuzug herstellt, ist tatsächlich nicht zutreffend. Laut den Ermittlungen kam Amri im Juli 2015 nach Deutschland. Zuvor war er in Italien registriert und saß dort auch im Gefängnis. Merkel nannte am 31. August 2015 die Bewältigung des Flüchtlingszuzugs eine „große nationale Aufgabe“ und beteuerte: „Wir schaffen das.“ Am 4./5. September entscheiden dann Deutschland und Österreich, Tausende Flüchtlinge und Migranten aufzunehmen, die in Ungarn gestrandet sind.

Von der AfD erhielt Wagenknecht für ihre Kritik an der Kanzlerin umgehend Beifall. „Willkommen im Klub der logischen Erkenntnis, Frau Wagenknecht", sagte die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry. "Seit ihrem Bestehen kritisiert die AfD die explosiv herbeigeführte Auflösung der nationalstaatlichen Rechte und Pflichten Deutschlands, zu denen zwingend auch die Kontrollen an der deutschen Grenze gehören."

„Bravo Frau @SWagenknecht, #AfD - Positionen sind und bleiben die einzig ehrlichen und vernünftigen Aussagen!“, schrieb auch der Chef der AfD-Fraktion im Magdeburger Landtag, André Poggenburg, auf Twitter.

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28 Kommentare zu "Fall Amri: „Wagenknecht mit falschen Fakten“"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette   

  • Hier das Originalinterview von Frau Wagenknecht (in der online-Ausgabe des Stern habe ich es leider nicht gefunden:

    https://www.linksfraktion.de/themen/nachrichten/detail/merkels-politik-hat-die-afd-gross-gemacht/

    Das Interview insgesamt war gut, schlüssig, logisch. Aus diesem langen Interview werden 2 Sätze herausgenommen und aufgebauscht. Ich fand es gut und richtig, dass Frau Merkel damals die Grenze geöffnet hat. 1 Million Flüchtlinge bei 80 Millionen Einwohnern - das kann man schaffen. Aber die Große Koalition - und da hätte Frau Wagenknecht Angela Merkel nicht allein haftbar machen dürfen - hat viel zu wenig dafür getan, dass das funktioniert. Wenn aus dem "Wir schaffen das" ein "ihr schafft das schon" wird, dann darf man sich nicht wundern, dass die Leute sauer werden.

    Aus einem Reservoir von motivierten jungen Menschen, die Deutschland mit seiner niedrigen Geburtenrate - im Unterschied zu Frankreich - durchaus gut gebrauchen kann, wird ein Heer von Menschen, die beschäftigungs- und perspektivlos herum sitzen und dann von irgendwelchen Islamisten geködert werden. Jeden Monat, die diese Menschen herumsitzen verlieren sie ein Stück mehr die Achtung vor unserem Land. Wenn wir diese jungen Männer jeden Morgen um 7 an die Werkbank stellen würden, dann hätten wir viele Probleme weniger. Handwerker, die im Ruhestand sind und sie ausbilden könnten, gibt es genug.



  • Die AfD und Grünen können sich nur noch gegenseitig die Füße lecken, denn außer Dünnschiss fällt bei denen kaum noch was ab.

  • Herr Grutte Pier,

    das haben noch nicht alle Deutsche kapiert. Das ist aber latent bei vielen im Hinterkopf verankert und wird auch manchmal offen gesagt.

    Das sind nicht immer die Geringqualifizierten. Meist sagen die Hochqualifizierten nix und dann sind sie mal weg.

    Das geht dann plötzlich mal ganz schnell. Und jährlich sind es schon über 100.000.

    Wie die ersetzt werden, können wir täglich in Deutschlands Innenstädte gut sehen.

    Besonders interessant ist es in den Kliniken und bei den Ärzten und abends ab 23.00 Uhr im Mäckes.

    Wer sich dann noch als Deutscher fühlt, denkt vielleicht, dass er hier im Urlaub ist.

    Rassismus, nein!

    Fakten und Realitiät, ja!

  • passt nicht ganz zum Thema, aber trotzdem:

    Jeder kann mal nachrechnen, was die von der Politik verantwortete Nichtidentifikation der "Schutzsuchenden" bedeutet:

    350,00€/ Monat bringen bei sieben "Identitäten" für einen, "der noch nicht so lange hier ist" 2450,00€/Monat (bei freier Kost , Logis, Krankenversorgung usw,, usf.)

    Und die diesbezüglich aufgedeckten Fälle sind sicher nur die Spitze des Eisbergs.

    Warum geht man, wenn man "schon länger hier lebt", eigentlich für weniger auch noch arbeiten, um dann davon alles aus der eigenen Tasche zu bezahlen?

    zum Thema: Frau Wagenknecht hat recht - dass Sie dafür von der eigenen Partei (und natürlich dem Herrn Neuerer) niedergemacht wird, war zu erwarten......

  • "Die Kanzlerin habe bei ihrer Flüchtlingspolitik keinen Plan und kein Konzept gehabt – „das war letztlich schlimmer als nur leichtfertig, ihre Politik hat viel Unsicherheit und Ängste erzeugt und die AfD groß gemacht“.

    Dass Merkel noch nie einen Plan und kein Konzept hatte, schreibe ich schon seit dem 6. Sept. 2015.
    Das Einzige was die Naturwissenschaftlerin Merkel im Kopf hatte, war ein europäischer Verteilungsschlüssel - das ist aber weder ein Plan noch ein Konzept, ausserdem fehlt für diesen Schlüssel die Akzeptanz.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • War Merkel im Juli 2015 nicht schon Kanzlerin von Deutschland? Die Apotheose ihrer Politik kam sicher erst im Herbst 2015, aber nach über 10 Jahren im Kanzleramt ist man eben für das eine oder andere eben verantwortlich in Deutschland, in Europa.
    Merkel fällt doch erst jetzt ein, dass man wahrscheinlich etwas an den Ursachen machen muss. Ist ihr das vorher nicht aufgefallen? Wozu hat sie eigentlich einen Außen- und einen Entwicklungsminister, wenn sie so blind für weltweite Entwicklungen ist? Euro, EEG, Verfall der nationalen Infrastruktur, Schulen, alles Überraschungen?

  • Frau Wagenknecht möchte mit Ihren Aussagen potenzielle AfD wähler abgraben!

    Genauso macht es ser Seehofer!

  • @ Herr Michael Müller

    >> Frau Wagenknecht hat nur einen einzigen Fehler: Sie ist in der falschen Partei! >>

    Sie muss dabei ein Zwitter - Leben führen !

    Würde sie sich selbst ernst nehmen, müßte sie diesen Linken Haufen schon längst verlassen haben.

    Ihre Kritik an die Regierenden ist deswegen auch UNGLAUBWÜRDIG !Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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