Fall Edathy
BKA-Chef wehrt sich

BKA-Chef Ziercke verteidigt sich gegen die Vorwürfe im Fall Edathy. Die „Bild“-Zeitung müsse sich wegen ihrer „absurden“ Theorien entschuldigen. Außerdem gebe es einen guten Grund für die lange Dauer der Aufarbeitung.
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WiesbadenDas Bundeskriminalamt (BKA) hat sich gegen „Verschwörungstheorien“ aus der Medienwelt und Politik im Zusammenhang mit der Affäre um den früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy verteidigt. „Das hat mit seriöser Berichterstattung und verantwortungsvoller politischer Oppositionsarbeit nichts zu tun“, kritisierte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Montag. Es sei „ungeheuerlich“, den Beamten des Amtes „mit diesen Spekulationen strafbare Handlungen zu unterstellen und sie öffentlich zu beleidigen“.

Zierckes Zorn richtete sich gegen einen Bericht in der Montagsausgabe der „Bild“-Zeitung und darin enthaltene Äußerungen mehrerer Politiker. Angedeutet wurde von der „Bild“, dass das BKA möglicherweise „Informationen zurückhielt, um Material gegen Edathy in der Hand zu haben“, falls der Vorsitzende im NSU-Ausschuss das Bundeskriminalamt belasten sollte.

FDP-Vize Wolfgang Kubicki wurde mit den Worten zitiert: „Entweder da waren Trottel am Werk oder man wollte einen Skandal vermeiden.“ Linkspartei-Chef Bernd Riexinger nannte es in dem Artikel „absolut nicht plausibel“, dass das BKA Edathys Namen im vorliegenden Datenmaterial zu den Kunden eines kanadischen Kinderporno-Versandhändlers erst nach zwei Jahren entdeckt haben wolle. Wahrscheinlicher sei da schon, dass die Amtsleitung über das belastende Material Bescheid gewusst habe, als sie vom NSU-Ausschuss unter Vorsitz Edathys befragt wurde.

Das BKA verteidigte sich nun mit dem Hinweis, dass im November 2011 insgesamt 450 Gigabyte an Datenmaterial zu rund 800 deutschen Kunden inklusive zehntausender Bilder von der kanadischen Polizei übermittelt worden sei. Generell sei die Belastung für die Ermittler hoch. Ziercke sagte am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“: „Es geht um Tausende von Fällen. Ich kann meine Mitarbeiter nicht klonen. Wir haben viele Spezialisten. Aber gegen die Massen, die aus dem Internet auf uns zukommen, ist man letztlich machtlos.“

Kommentare zu " Fall Edathy: BKA-Chef wehrt sich"

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  • Tage bis Wochen wird dieses Thema durchs Dorf / durch die Republik gejagt. Warum ist nur eine Handvoll Menschen auf diesem Planeten intelligent genug, um zu erkennen, daß es nur um Tarnen, Täuschen... Tricksen usw. geht, um die Volksverblödung weiter ins Unendliche zu treiben, denn desto verblödeter und manipulierter ein Volk ist, desto besser sind die Systemsklaven zu gängeln....., bis diese ihr Leid, mit der massiven Verblödung u.a., von Herzen lieben.... !

  • Nun mal halblang, Leute. Das sind Beamte. Die fangen um 8 an, dann gibt`s erstmal ´nen Gaffee... dann èn Schwätzchen... dann nochma èn Gaffee... und dann ist Middach. Während der Wentilator emsig weitermacht, gehts in die Gantine... zu Schnidzel... und ??? ...natürlich wieder Gaffee. Und so vergeht der Tach bis zum Dinner (später mit Muddi) - sowas kann dauern, auch mal zwei Jahre.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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