Fall Sarrazin: Ökonomen attackieren Bundesbank-Chef Weber

Fall Sarrazin
Ökonomen attackieren Bundesbank-Chef Weber

Der Fall Sarrazin hat der Bundesbank erheblich geschadet, meinen Ökonomen. Die Hauptschuld dafür trage der Chef der Notenbank: Axel Weber habe „die Bundesbank für seine eigene Karriere geopfert“. Auch aus der Politik kommt Kritik – und die Forderung nach einer Bundesbank-Reform.
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dne/HB BERLIN. Ökonomen sorgen sich um die Unabhängigkeit und die Zukunft der Bundesbank. Die Affäre um den zurückgetretenen Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin habe die Frankfurter Notenbank in Mitleidenschaft gezogen. "Die Reputation der Bundesbank ist beschädigt worden. Die Debatte hat daran erinnert, wie politisiert das Leitungsgremium der Zentralbank ist", sagte der Ökonomieprofessor Charles Wyplosz von der Universität Genf der „Welt am Sonntag“.

"Erst kauft die Europäische Zentralbank (EZB) Staatsanleihen auf, drei Monate später jetzt solch eine Personalie. Das hat der Bundesbank den Rest gegeben", sagte Stefan Homburg, Finanzwissenschaftler an der Universität Hannover, der Zeitung. Weber, der Chef der EZB werden möchte, habe "die Bundesbank für seine eigene Karriere geopfert". Die Bank sei nun "Spielball der Politik, der Respekt ist weg". Die europäischen Regierungschefs wüssten jetzt, "dass er für politische Einflussnahme empfänglich ist. Genau das wünschen sie sich ja von einem EZB-Präsidenten."

Die Bundesbank geriet nicht zuletzt wegen des Abgangs ihres Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin (SPD) ins Zwielicht. Bundespräsident Christian Wulff hatte jüngst den letzten formalen staatlichen Akt der Causa Sarrazin vollzogen, indem er den von seinem Amt eingefädelten Entlassungsantrag annahm und damit Sarrazins Bundesbank-Karriere beendete. Es war die heikelste Entscheidung in der noch nicht einmal 100 Tage alten Amtszeit des neuen Staatsoberhaupts. Die Nachwirkungen werden jetzt in viele Richtungen spürbar – auch für Weber.

Der Präsident der wichtigen deutschen Notenbank kommt ziemlich beschädigt aus der Affäre. Sarrazins öffentliche Polarisierung des Migration- Themas war ihm lange bekannt. Dass er nicht frühzeitig und diskret eine Lösung gefunden hat, sondern den Fall mit ungewissem Ausgang nach Berlin geschoben hat, wird ihm in der politischen Spitze des Landes angelastet. Weber will im kommenden Jahr Präsident der mächtigen Europäischen Zentralbank (EZB) werden. Seine Chancen sind bestimmt nicht gestiegen.

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  • Der "engste finanzielle berater" der Kanzlerin ist alles andere als von der Politik unabhängig, und schon aus diesem Grunde denkbar ungeeignet für die Nachfolge Trichets. Dieser Posten erfordert einen vorsichtigen, erfahrenen, diplomatischen banker, der unparteiisch die Finanzinteressen aller Euro-Länder vorurteilslos vertritt. Herrn Weber als EZb-Chef hieße den bock zum Gärtner machen.

  • Weber ist doch nur noch Gruessaugust der FDJ-Propagandasekretaerin in berlin.
    Die Partei, die Partei, die hat immer recht...
    Willkommen in der DDR Release 2.0

  • ich denke, Her Weber hat sich als banbediensteter in die Politik eingemischt und einen Kritiker benachteiligt.

    Dafür muss er seinen Hut nehmen - ohne Rente, Pension o.ä.

    Er hat den bürgern der bundesrepublik Deutschland in erheblichem Umfang geschadet, da er einer Treibjagd der verlogenen Politiker gegen Herrn Sarrazin wesentliche impulse gegeben hat.

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