Familie statt Karriere
Grüne finden keinen Bütikofer-Nachfolger

Lieber Familie als Karriere: Mehr als zwei Wochen nach der Rückzugsankündigung von Grünen-Chef Reinhard Bütikofer ist bei den Grünen weiter kein Nachfolger in Sicht. Auch der zuletzt als möglicher Kandidat genannte schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Robert Habeck sagte ab – wegen der Familie.

HB BERLIN. Der vierfache Vater Robert Habeck sagte der „Tageszeitung“ (taz): „Man kann nicht vier Kinder zeugen und sich danach aus dem Staub machen, um Bundesvorsitzender zu werden.“

Bütikofer hatte Anfang März angekündigt, beim Parteitag im Herbst nicht mehr antreten zu wollen. Er will sich um ein Mandat für das Europaparlament bemühen. Nun suchen die Grünen einen Realpolitiker, der die Partei an der Seite der linken Vorsitzenden Claudia Roth führt.

Zuletzt hatte der Europa-Abgeordnete Cem Özdemir mitgeteilt, er stehe für das Amt nicht zur Verfügung. Der nordrhein- westfälische Landeschef Arndt Klocke sagte der „taz“: „Ich mache das auf keinen Fall.“ Abgesagt hatten bereits der hessische Landeschef Tarek Al-Wazir und der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, da sie in ihren Funktionen bleiben wollen. Das dürfte auch für die Hamburger Landeschefin Anja Hajduk gelten, die gerade ein mögliches Bündnis mit der CDU in Hamburg vorbereitet.

Fritz Kuhn im Gespräch

Die sächsische Fraktionschefin Antje Hermenau will ebenfalls aus Rücksicht auf ihr Familienleben nicht an die Grünen-Spitze treten. „Das geht anderen ähnlich“, deutete Habeck in der „taz“ an, ohne weitere Namen zu nennen. Nach Angaben des Blatts ist in Grünen-Kreisen nun auch Fraktionschef Fritz Kuhn als künftiger Parteichef im Gespräch.

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