Familiengröße als Richtschnur
Von der Leyen fordert Kindergeld-Staffelung

Familienministerin Ursula von der Leyen will die unverändert hohe Kinderarmut mit einem gestaffelten Kindergeld bekämpfen. Notwendig seien nach der Familiengröße gestaffeltes Zahlungen.

HB BERLIN. Vor allem Mädchen und Jungen in kinderreichen Familien hätten in starkem Maße unter Armut zu leiden, sagte die CDU-Politikerin. Es müsse verhindert werden, dass Familien nur aufgrund der Geburt eines weiteren Kindes in die Armut abrutschten. Die Frage, wie beim Kindergeld verfahren wird, ist in der Koalition aber noch strittig.

Von der Leyern will vor allem Alleinerziehenden unterstützen und es ihnen durch gute Kinderbetreuung und Ganztagsschulen ermöglichen, Vollzeit zu arbeiten. Dies sei die beste Möglichkeit, um Armut zu verhindern oder aus dieser herauszukommen. Von der Leyen sprach sich zugleich dafür aus, gezielt Kindern aus Migrantenfamilien zu helfen. Gründe für Armut seien hier die oft geringen Bildung der Eltern und die schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Auch hier sei ein Zugang zu Bildung und Betreuung notwendig.

Einem Bericht des Familienministeriums zufolge ist jedes sechste Kind (17 Prozent) in Deutschland von Armut bedroht. Knapp 40 Prozent der Kinder von Alleinerziehenden gelten als arm, ebenso 30 Prozent der Kinder aus Migrantenfamilien. Am stärksten betroffen sind Kinder und Jugendliche in Haushalten mit Hartz-IV-Bezug. Hier liegt das Risiko bei 65 Prozent.

Am wenigsten von Armut betroffen sind Kinder in Haushalten, in denen beide Elternteile erwerbstätig sind. Haben beide eine Vollzeitstelle, liegt das Risiko lediglich bei vier Prozent, bei Alleinverdienern in Vollzeit bei rund zehn Prozent. Gäbe es kein Kindergeld, würden der Studie zufolge in Deutschland insgesamt rund 1,7 Millionen Kinder zusätzlich unter die Armutsgrenze rutschen.

Von Armut bedroht gilt in der EU, wer weniger als 60 Prozent des mittleren allgemeinen Pro-Kopf-Nettoeinkommens zur Verfügung hat.

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