Familienpolitik: Schönbohm wirft sich für „Alphatierchen“ in die Bresche

Familienpolitik
Schönbohm wirft sich für „Alphatierchen“ in die Bresche

In der Union grummeln die Verfechter einer traditionellen Familienpolitik weiter vernehmlich über die Vorstellungen von Bundesministerin Ursula von der Leyen. Nun hat Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm zum Besten gegeben, seine CDU-Kollegin sei in Sachen Männer nicht ganz auf der Höhe.

HB BERLIN. Schönbohm warf von der Leyen vor, sie wolle der Bevölkerung ein bestimmtes Familienbild vorschreiben und verbreite selbst ein „antiquiertes Männerbild“. „Frau von der Leyen stellt die Männer in eine Ecke, in die sie nicht gehören“, sagte Schönbohm dem Berliner „Tagesspiegel“. „Männer, das sind für sie offenbar familienscheue Drückeberger mit lächerlichem Imponiergehabe.“

Von der Leyen hatte kürzlich in einem Interview gesagt, die Zeiten der Männer als „Alphatierchen“ seien vorbei. Damit werde Millionen von Männern Unrecht getan, die große Verantwortung in ihren Familien übernähmen und sich sehr intensiv um ihre Kinder kümmerten, rügte Schönbohm. Die junge Generation betrachte Kindererziehung längst als gemeinsame Aufgabe. „Wie sie diese Aufgabe angeht, soll sie aber selber entscheiden dürfen. Eine christdemokratische Familienministerin sollte jeden Eindruck vermeiden, sich da einzumischen“, sagte der CDU-Politiker.

Die Ministerin versuche aber „ganz systematisch“, den Leuten ein bestimmtes Bild vorzugeben, sagte er mit Blick auf ihre Forderung nach Ausbau der Kleinkinderbetreuung. „Frau von der Leyen propagiert ein Leitbild von Familie. Sie will, dass sich die Männer mehr um die Kindererziehung kümmern und die Frauen mehr arbeiten gehen. Dadurch werden Familien herabgesetzt, die sich anders entscheiden.“

Als Partei der Individualität und des christlichen Menschenbildes solle die CDU den Menschen keine kollektiven Vorgaben für die Gestaltung ihres Familienlebens machen, forderte Schönbohm. „Es kann nicht sein, dass die Familienministerin den Eindruck erweckt, als bestehe das Glück von jungen Müttern allein in der Berufstätigkeit, als könnten sich Frauen nach einer längeren Erziehungspause im Beruf nicht mehr richtig verwirklichen.“ Außerdem sei es „nicht in Ordnung, dass sie unterschlägt, wie wichtig die Liebe der Mutter und ihr persönlicher Kontakt für das Kind besonders in den ersten drei Jahren sind“.

Nach Meinung Schönbohms würde eine flächendeckende frühkindliche Betreuung vielen Kindern schaden: „Wenn alle Mütter ihre Kinder sofort in die Krippe gäben, wäre das schlecht für die Entwicklung vieler Kinder.“

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