Familienpolitik
Super-Nanny gegen Super-Uschi

Den Job als Familienministerin strebt Katharina Saalfrank, auch bekannt unter dem Namen der gleichnamigen RTL-Fernsehserie Super-Nanny, wohl nicht an. Doch im Wahlkampf wirbt der RTL-Star für die SPD. Saalfrank soll Ministerin von der Leyen in den Schatten stellen - und familienpolitisch Flagge zeigen.

BERLIN. Als Katharina Saalfrank am Abend des 7. Juni die Nachricht vom desaströsen Wahlergebnis der SPD bei der Europawahl hörte, zögerte sie nicht lange und rief ihren Freund Hubertus Heil an. "Kann ich etwas für euch tun?" fragte die "Super-Nanny" aus der gleichnamigen RTL-Doku. Der Generalsekretär war begeistert.

Fest steht: Die bekannte wie populäre Fernsehtherapeutin wird in diesem Monat für die SPD auftreten: in den Ländern mit Landtags- oder Kommunalwahlen, also in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Saarland und Thüringen sowie in ihrer Heimatstadt Berlin.

Super-Nanny gegen Super-Uschi, Saalfrank gegen von der Leyen. Mutter von vier Kindern gegen Mutter von sieben Kindern. Ein TV-Duell ist nicht geplant, wohl aber ein Rennen um die wichtige Wählerschicht der Familien und jungen Frauen im Land.

In der Parteizentrale wiegeln die Strategen ab. Nein, zum Kompetenzteam von Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier gehöre die 38-Jährige nicht. Es sei ein Freundschaftsdienst. Den Job als Familienministerin strebe sie nicht an.

2008 hat die 38-jährige Saalfrank Heil schon einmal einen Gefallen getan und trat in dessen Heimat Peine auf. "Wir hatten 400 Gäste", berichtet Heil. Kürzlich, als Gerhard Schröder in seinem Wahlkreis gegen die Union wetterte, mobilisierte der Altkanzler unwesentlich mehr Menschen. Reißt Saalfrank die Genossen womöglich aus dem Umfragetief?

Heute Abend startet sie ihre Tour bei Kerstin Griese, der familienpolitischen Sprecherin der SPD im Bundestag. Heil wird sie begleiten. In Velten besuchen sie das neue Begegnungszentrum Bilo, eine aus Mitteln des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt" umgebaute Kirche. Hartz IV, Arbeitslosigkeit, Kinderarmut sind hier sichtbar. "Es ist toll, dass sich Katharina engagiert", freut sich Griese.

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