Familienpolitik
Tagesbetreuung für Kinder ausgebaut

Der Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren kommt nach Angaben der Bundesregierung voran. Der Bund will zudem mindestens zehn Millionen Euro für die Ausbildung von Tagesmüttern zur Verfügung stellen

HB BERLIN. Hatte 2002 im Bundesdurchschnitt nur jedes zehnte Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz, so sei es heute fast jedes siebte Kind, heißt es in einem Bericht des Familienministeriums über das Betreuungsangebot für Kleinkinder. Es sei durchaus realistisch, das gesteckte Ziel von 230.000 neuen Betreuungsplätzen bis zum Jahr 2010 zu erreichen, sagte Familienministerin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Berlin. „Es tut sich sehr viel, aber wir haben auch noch eine lange Wegstrecke vor uns“, erklärte die Ministerin.

Einer repräsentativen Befragung von 120 Jugendämtern zufolge habe es in den letzten drei Jahren bereits einen erheblichen Ausbau des Angebots gegeben, sagte von der Leyen. Seit dem In-Kraft-Treten des Tagesbetreuungsausbaugesetzes (TAG) am 1. Januar 2005 seien 21.500 neue Plätze geschaffen worden. Im vergangenen Jahr habe bundesweit für knapp 14 Prozent der unter Dreijährigen ein Platz zur Verfügung gestanden, davon die meisten in Ostdeutschland. Vor Ort werde zu rund zwei Dritteln in altersübergreifende Betreuungsformen, zu einem Drittel in Krippenplätze für Gleichaltrige investiert.

Von der Leyen kündigte an, der Bund werde aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds mindestens zehn Millionen Euro für die Qualifizierung von Tagesmüttern zur Verfügung stellen. Nach dem Sommer werde man Ländern und Kommunen überdies eine kostenlose Datenbank-Software anbieten, mit deren Hilfe das Betreuungsangebot transparenter gestaltet werden könne.

Die kommunalen Spitzenverbände bezeichneten den Ausbau der Kinderbetreuung als eine der zentralen Zukunftsinvestitionen. Viele Städte und Kommunen befänden sich allerdings am Rande ihrer finanziellen Handlungsfähigkeit. Eine ausreichende finanzielle Absicherung für die Zukunft gebe es noch nicht. Jährlich seien 2,5 Milliarden Euro erforderlich.

Die familienpolitische Sprecherin der Grünen, Ekin Deligöz, kritisierte, der Ausbau des Betreuungsangebotes laufe in den Kommunen höchst unterschiedlich. Die Grünen sprechen sich für die Einführung eines Betreuungsanspruches für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr aus.

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