Deutschland

Steinbrück entdeckt sein Herz für Kinder

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Es hapert an Betreuungsplätzen

Recht und Steuern Was die Verbraucher 2013 erwartet

Schon bei den Kleinsten fängt das Kalkulieren mit den Finanzen an. Und gleich in mehreren Bereichen ändert die Politik die Leistungen für die Kinderbetreuung ab 2013. Doch nicht nur für Eltern bringt das neue Jahr wesentliche Änderungen...

Bild: dpa

Demnach gibt es insgesamt ein Versagen in der Familienpolitik in den letzten Jahrzehnten, zu verantworten also von Union, FDP, SPD und Grünen gleichermaßen. Ein Befund der Forscher ist, dass bestens ausgebildete Frauen vom Job ferngehalten würden – und mangels Rentenbeiträgen die Altersarmut von morgen so noch gefördert werde.

Das wiederum trifft die Union, die mit dem ab August ausgezahlten Betreuungsgeld das Erziehen daheim stärken will. Eltern, die für ihr Kind im zweiten und dritten Lebensjahr keinen Kita-Platz oder eine staatlich bezahlte Tagesmutter in Anspruch nehmen, erhalten dann monatlich erst 100, später 150 Euro. Die Koalition rechnet mit 1,1 Milliarden Euro Kosten pro Jahr, die Opposition mit 2 Milliarden.

Investition Zusätzliche 580,5 Millionen für Krippenausbau

Eltern haben ab August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz.

Die Forscher brechen den Informationen zufolge eine Lanze für den Ausbau von Betreuungsangeboten. Doch genau hier hapert es massiv. Ebenfalls ab August haben Eltern für ihre Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf Betreuung entweder in einer Kita oder bei einer staatlich geförderten Tagesmutter. Doch nach Statistiken fehlten 2012 noch 220 000 Plätze. Den Kommunen droht eine Welle an Schadenersatzforderungen. Wenn es keine Plätze gibt, könnten mehr Eltern als gedacht das Betreuungeld in Anspruch nehmen.

Die Familienpolitik dürfte nun erst recht eine wichtige Rolle im Wahlkampf spielen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hatte wiederholt den Kita-Ausbau als zu schleppend kritisiert. SPD und Grüne wollen das Betreuungsgeld rückgängig machen und den Kita-Ausbau verstärken, damit Frauen nicht zu lange aus dem Arbeitsleben gerissen werden.

Familienpolitik

Die SPD plant für Eltern zudem ein flexibles Arbeitszeitmodell mit einer 30-Stunden-Woche für Vater und Mutter. Dazu soll es staatliche Zuschüsse geben. Zudem soll das Kindergeld so umgestaltet werden, dass gerade alleinerziehende, arbeitstätige Mütter mehr bekommen als bisher, während für Einkommen ab 70 000 Euro brutto die Freibeträge für Betreuung, Erziehung und Ausbildung abgeschafft werden sollen.

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Zudem dringt die Opposition auf ein Ende des Ehegattensplittings, weil es ein heute nicht mehr zeitgemäßes Alleinverdiener-Modell sei. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast fordert nun Ehrlichkeit von der Bundesregierung. Schwarz-Gelb verfolge in dem Bereich ideologische Parteiinteressen. „Die Regierung Merkel drückt sich schon lange um eine fundierte Grundsatzdebatte über die deutsche Ehe- und Familienförderung“, kritisierte Künast am Sonntag.

  • 25.02.2013, 22:36 UhrAnne

    Wer keine Großeltern vor Ort hat, die auch mal einspringen, wenn die Kinder krank sind oder "frau" doch mal länger als erwartet arbeiten muss, hat es als Frau im Berufsleben mit Kindern ohnehin schwer - egal, ob Voll- oder Teilzeitjob. Zudem stelle ich immer wieder fest, dass Frauen, die wieder arbeiten gehen, dann aber zusätzlich noch eine Putzhilfe haben. Die nimmt dann in der Regel minimum 10 EUR/Stunde. Das muss Frau netto auch erst mal wirklich selbst verdienen. Rechnet man Fahrtkosten zur Arbeit, Kosten für Krippe/Kindergarten bzw. Hort, zusätzlich schickere Arbeitsklamotten und die wöchentlichen Kosten für eine Putzfee zusammen - lohnt sich für die Normalverdienerin in Teilzeit in Lohnsteuerklasse 5 der ganze Aufwand zumindest finanziell ganz oft nicht. Sicherlich, wer gut verdient oder die Arbeit als Hobby hat, für den mag das Modell des Doppelverdienens interessant sein. Daher sollte es jeder Frau freigestellt sein, welche Variante sie wählt. Dafür ist es aber wichtig, dass man/frau in ALLEN Berufen wieder so viel verdient, dass man/frau davon auch mit Familie leben kann, ohne mit H4 aufstocken zu müssen.
    Ich hatte als Kind auch den Genuss einer zur Arbeit gehenden Mutter und habe immer die Kinder beneidet, deren Mutter nachmittags Zeit für ihren Nachwuchs hatte. So möchte ich auch Zeit für meine Kinder haben und sie nicht in Krippe oder Ganztagsschule ganztags wegverwaltet wissen. Die Zeit mit Kindern ist so wertvoll - warum gibt die Gesellschaft den Müttern, die daheim bleiben wollen, nicht die Chance, ihre Kinder als "Nur-Hausfrau und Nur-Mutter" großzuziehen?
    Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln,
    wenn sie groß sind, verleih ihnen Flügel.
    Wurzeln - die bekommen Kinder nur von einem stabilen Elternhaus und in den ersten Lebensjahren ganz gewiß am ehesten von der Mutter - nicht von einer Massenaufbewahrungsstätte in einer Krippe - egal wie gut die Erzieher ausgebildet sind.

  • 12.02.2013, 10:22 Uhrmars18

    Schon diese enorme Herausforderung als Wahlkampfthema zu deklarieren, macht mich sehr hellhörig.Ein Thema, was in unserem Land Basispolitik aller Parteien sein sollte!
    Wie lange soll diese Verdummung eigentlich noch gehen?
    Herr Steinbrück kann sich wirklich mit Engagement für seine eigenen Belange einsetzen, jedes Thema willkommen, um auf den Zug aufzuspringen.

  • 10.02.2013, 13:28 UhrArbeitsfetischisten

    wir haben auch nich genug gut bezahlte Vollzeitstellen für all die Frauen. Hätten wir die, dann wären nicht so viele im Minijob, Niedriglohnjob und anderem. Im Landkreis wo meine eltern leben, arbeiten 45% der Frauen im Minijob. Wer glaubt denn daran, dass auf einmal, urplötzlich, genug gut bezahlte Vollzeitstellen zur Vfg. stehen, mit denen die dann KV selbst bezahlen können -- sollen das auch noch sv-pflichtige Stellen sein??

    diese ominöse Studie redet zwar ständig davon, wie wunderbar dann Frauen wieder Arbeitsanreize haben, erwähnt aber mit keinem Wort, wo auf einmal all diese normal bis gut bezahlten Stellen herkommen. Wir würden ja das Arbeitsangebot masssiv ausdehnen, wenn alle mitarbeiten sollen.

    Nun weisen aber etliche Studien von IAB und anderem darauf hin, dass eben kein Jobbboom bei Svpflichtigen Stellen ist, sondern in der Vergangenheit langfristig seit 2002 massiv Vollzeit- und SV-Teilzeitstellen abgebaut worden sind.

    Frauen fluten mittlerweile v.a. die Niedriglohnsektoren und die McJobs. Da Stellen nicht auf Bäumen wachsen, entsteht für ärmere Familien eher eine Überlastung.

    Bei Arbeitslosigkeit sind die sowieso schon finanziell überlastet, da kein eigenständiger ALH Anspruch mehr für den Partner besteht und jetzt soll es noch extremistischer werden, um Frauen Vollzeit auf einen überfüllten Arbeitsmarkt zu drängen.

    würden alle Vollzeit arbeiten wollen, hätten wir 13 Mio Arbeitslose. Und dank Automation und Rationalisierung und Prozessinnovationen steigt das Überangebot und Unterbeschäftigung weiter an.

    wo früher dann Mann 40 Std-Woche hatte, und Frau 0, sollen in Zukunft wohl Mann und Frau 40 Std-Woche haben. Eigentlich brauchen wir aber maximal Teilzeit für alle: Er 25 und Sie 25 z.B.

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