Familiensplitting der Union
„Millionen für Millionäre“

Mehr Geld für Familien - das wollen alle Parteien. Wie das geschehen soll, ist heftig umstritten. Am Unionskonzept gibt es breite Kritik. Der Familienverband kann den Plänen dagegen viel Positives abgewinnen.
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BerlinDie Kritik an den Plänen der Union zur Einführung eines Familiensplittings reißt nicht ab. „Millionen für  Millionäre, aber nichts für bessere Bildung und Betreuung – mit ihren Plänen verschärft die Union die soziale Spaltung“, sagte die Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Ziegler, Handelsblatt Online.  „Die Zeche zahlen Kinder und Eltern doppelt: Sie müssen weiter auf qualitativ hochwertige Ganztagskitas und Ganztagsschulen verzichten. Und müssen gleichzeitig für höhere Schulden geradestehen, denn seriös finanziert sind Merkels Geschenke an reiche Familien nicht.“

Von einer „Familienpolitik für Besserverdiener“ sprach auch Linksparteichef Bernd Riexinger. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sei „eine Nullnummer für Familien“ gewesen, und das Familienkonzept der Union sei eine „verteilungspolitische Fehlleistung ersten Ranges“, sagte Riexinger Handelsblatt Online. Der Sozialstaat solle die soziale Schere schließen und nicht vergrößern. Die Familienförderung müsse daher vom Kopf auf die Füße gestellt werden. „Das Geld muss dort landen, wo es gebraucht wird.“

CDU und CSU wollen im Fall eines Wahlsiegs das Ehegattensplitting erhalten und zu einem Familiensplitting ausbauen. Dazu soll der Kinderfreibetrag (7.008 Euro) auf den Freibetrag (das verfassungsmäßig freizustellende Existenzminimum) für Erwachsene (8.354 Euro) angehoben werden. Außerdem soll das Kindergeld um 35 Euro erhöht werden. Derzeit liegt es bei 184 Euro für das erste und zweite Kind, für das dritte Kind bei 190 Euro und ab dem vierten Kind bei 215 Euro pro Monat.

Wirtschaftsforscher halten dieses Modell jedoch für nicht tragfähig. Die Unionspläne kosteten Milliarden, bevorzugten Gut- und Spitzenverdiener und hielten Frauen davon ab, nach der Geburt eines Kindes in den Job zurückzukehren, heißt es in einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Mehrere SPD-geführte Länder wollen nun im Bundesrat eine Initiative gegen die geltenden Steuervorteile für Ehepaare starten. „Das Ehegattensplitting benachteiligt Frauen und schadet der Wirtschaft“, sagte die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) der Oldenburger „Nordwest-Zeitung“. Für Ehepaare, die seit Jahren von diesem Besteuerungsmodell profitieren, solle es aber eine Übergangsregelung geben.

Kommentare zu " Familiensplitting der Union: „Millionen für Millionäre“"

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  • Die SPD hat mit ihrer Agenda Millionen in die Armut gebracht, und dafür gesorgt, dass die untere Mittelschicht auch noch weiter abrutscht. Und jetzt wollen die mit der Abschaffung des Splittings den Rest auch noch fertig machen. Ich kenne etliche Ehepaare, die Kinder groß gezogen haben, und wo jetzt nur einer arbeitet. Oder Ehepaare wo einer arbeitslos geworden ist, und die nur wegen dem Splitting (Kein Geld vom Amt, da Der Partner überm H4 Satz verdient)gerade noch über die Runden kommen.
    Sollte das Splitting wirklich abgeschafft werden, und der Partner sich zum Verlust des Steuervorteils auch noch selbst versichern muss, wird er wohl zum H4ler.
    Und dazu kommen auch noch die die geplanten Steuererhöhungen. Ich frage mich ernsthaft, was in diesen Köpfen vor geht. Und was Kinder angeht, ich bin in den 70ern groß geworden. Da hatte jede Familie mindestens 2 Kinder. Es gab Bolzplätze ohne Ende und Rasenflächen auf denen Kinder spielen konnten. Alle weg. Wenn heute ein Kind einen Rasen betritt, gibt es Ärger. Durch den ganzen Arbeitsstress werden Kinder nur noch als nervig empfunden. Da können die, noch soviel Kohle locker machen, die Mehrzahl der deutschen hasst Kinder. Und die, die so gegen das Splitting sind, sind meiner Meinung nach Neider, und so verkorkst, dass die nie eine feste Beziehung eingehen können.

  • Wer mit Baby arbeiten will, tut es auch ohne, er sucht sich eine Nanny, und dafür kann es eine höhere Anrechnung der Unterbringungskosten auf die Steuer geben.

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    Kleiner Scherzkeks was?! Wie soll ein prekär Beschäftigter sich eine Nanny Leisten?? ach ja...die Armen sollen sich ja nicht mehr vermehren, da hier der sozialdarwinismus längst wieder voll auflebt! Viele Grüße an den Rassismus! Vielleicht vorher nal denken, bevor man(n)n hier seinen Müll verbreitet.

    Generell soll für Kinder, egal aus welchem sozialen Millieu sie kommen, ALLES frei sein. Ob Förderung, Kultur, Spass, Musik usw.

    Frauen sollen alleine! mit ihrem Partner entscheiden können, ob sie Kinder bis zu einem gewissen Alter (höchstens 3 Jahre) zu Hause betreuen oder in einer Krippe. Und zwar ohne! Geldanreize!

    Diese ganze Freiheit ist die größte Verarsche in der BRD!! Frei bin ich nur, wenn ich GNEUG GELD ZUR VERFÜGUNG HABE!! Und dieses Recht steht nur einer Oberschicht zu. Alle anderen müssen sich krumm machen und verbiegen. Auch zum wohle ihrer Kinder, denen es ja an nichts fehlen soll. Deswegen wird auch oft im Job nach oben gelogen, betrogen und vorallem gerackert ohne Ende. Während es sich die Leistungslosen Reichen gut gehen lassen und einfach so in den Tag hinein leben können. Dese BRD ist eine Diktatur des Kapitals!! Und die ideologisch verblödete Mitte der BRD hat das noch nie mitbekommen. Lieber verschuldet man sich um auch ein wenig reich zu sein. Lachhaft ist das ganze!

    Millionäre bekommen das gleiche wie Arme....ach was...sie sind sogar besser steuerlich gestellt! Oder werden Millionäre von der Steuer gänzlich ausgenommen?! Weil je mehr wohlhabend ich bin, destso mehr zahlt sich Steuerersparniss aus! (Steuervergünstigung wenn Privat-Sklaverei wieder eingeführt wird - Nanny/Privat Hausmeister usw) Was für ein Witz und vorallem Selbstbetrug diese Gesellschaft doch ist. Verkommen durch und durch!!

  • Das ist alles keine "Familienpolitik", sondern einfach eine Gießkanne wovon kein Kind auch wirklich nur einen Cent mehr hat.
    Ich frage mich immer wie andere Kinder schreiben und lesen lernen, wenn es doch gar kein Kindergeld gibt? Aber dafür kostenfreie Vorschulplätze, mit echter Frühförderung.
    Krippenplätze sind meistens privat organisiert, auch dafür gibts Steuererleichterungen für Eltern, und Beihilfen von den Gemeinden damit auch Alleinerziehende arbeiten können.
    Wenn ich einen spanischen Lohnzettel mit einem deutschen vergleiche, auf dem 3 Kinder stehen, müßten Deutschen die Tränen in die Augen schießen.
    Das ist einfach nur ein Verschiebebahnhof, aber keine echte Familienpolitik.
    Kindergeld abschaffen (bekommen Hartz4-Familien sowieso quasie nicht), Steuerminderung für jedes Kind und dafür garantierte Frühförderung ab 3 Jahren.
    Diese Krippenplatzpolitik kann man vergessen, wozu eigentlich? Wer mit Baby arbeiten will, tut es auch ohne, er sucht sich eine Nanny, und dafür kann es eine höhere Anrechnung der Unterbringungskosten auf die Steuer geben.
    Kinder sind doch keine Autos oder eine Energiewende, die subventionieren muss.

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