Familienunternehmer Applaus, als Merkel eine Vermögensteuer ausschließt

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Sehnsucht nach „Schattenwirtschaftsminister“ der Union
Das sind Deutschlands größte Familienunternehmen
Platz 10: Heraeus
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Im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung die größten deutschen Familienunternehmen ermittelt. Auf den zehnten Platz schafft es mit einem Umsatz von 12,9 Milliarden Euro die Heraeus Holding. Der Technologiekonzern und Edelmetallspezialist mit Sitz im hessischen Hanau beschäftigt knapp 12.500 Mitarbeiter.

Platz 9: Schaeffler
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Der neunte Platz geht an den Automobilzulieferer mit Hauptsitz im bayerischen Herzogenaurach: 13,2 Milliarden Euro setzte das von Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann (Foto) und ihrem Sohn Georg kontrollierte Unternehmen im Jahr 2015 um. Die Zahl der Mitarbeiter lag bei rund 83.900.

Platz 8: Boehringer Ingelheim
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Das Pharmaunternehmen belegt mit einem Umsatz von 14,8 Milliarden Euro den achten Platz. Die Zahl der Mitarbeiter liegt bei rund 47.500. Unternehmenschef ist seit 2016 Hubertus von Baumbach, ein Urenkel des Firmengründers Albert Boehringer.

Platz 7: Bertelsmann
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Der Gütersloher Medienkonzern schafft es mit 17,1 Milliarden Euro auf Platz sieben der Top-10-Familienunternehmen und beschäftigt 117.300 Mitarbeiter weltweit. Damit liegt das Unternehmen der Familie Mohn im Ranking nach der Beschäftigtenzahl auf Platz 5. Liz Mohn (Foto) ist die Witwe des ehemaligen Bertelsmann-Chefs Reinhard Mohn und Vorsitzende der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft, in der die Stimmrechte der Bertelsmann SE & Co. KGaA gebündelt sind.

Anm. d. Red.: In einer ersten Fassung war Liz Mohn versehentlich als Mitglied des Bertelsmanns-Vorstands bezeichnet worden.

Platz 6: Henkel
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Hinter dem sechsten Platz verbirgt sich das Familienunternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf. Der Umsatz 2015 lag bei etwas mehr als 18 Milliarden. Der Hersteller von Kosmetik-, Waschmittel- und Klebstoffprodukten beschäftigt weltweit knapp 50.000 Mitarbeiter.

Platz 5: Phoenix
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Der fünfte Platz geht an Deutschlands größten Pharmagroßhändler Phoenix mit Sitz in Mannheim. Der Umsatz liegt bei 23,3 Milliarden Euro und damit in deutlichem Abstand zu den vier umsatzstärksten Familienunternehmen. Die Mitarbeiterzahl ist mit etwas mehr 24.800 Personen ebenfalls deutlich geringer.

Platz 4: Metro
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Der Handelskonzern belegt mit 59,2 Milliarden Euro Umsatz Platz vier, beschäftigt aber mit 226.900 mehr Mitarbeiter als die Aldi-Gruppe. Hauptsitz des Unternehmens, zu dem auch die Elektronikmärkte Saturn und Media Markt gehören, ist Düsseldorf.

Wie sehr sich die Familienunternehmer wirtschaftspolitische Orientierung wünschen, zeigt ihre Forderung nach einem „Schattenwirtschaftsminister“ der Union. „Der muss das Thema bis zur Wahl mit Verve vertreten“, fordert Goebel. Die amtierende Wirtschaftsministerin, Brigitte Zypries (SPD), hatte diese Erwartung bei ihrem Auftritt am Vorabend nicht erfüllt. Statt über Standortsicherung und Stärkung der Investitionen, hatte Zypries eher über den weiteren Ausbau der Arbeitnehmerrechte geredet. Das ist nicht das, was die Familienunternehmer, die sich selbst als Rückgrat der deutschen Wirtschaft verstehen, hören wollen.

Doch auch Merkel ist hier noch eher Kanzlerin als CDU-Chefin, sie schaltet nicht in den Wahlkampfmodus. Mehr als zehn Minuten referiert sie über die Bedeutung des Freihandels, die Bekämpfung der Armut in der Welt, den Brexit, den digitalen EU-Binnenmarkt. Erst dann kommt sie zur Innenpolitik. Sie kennt den Ärger der Wirtschaft über die Rente mit 63. Aber man dürfe nicht vergessen, dass man dafür ja auch 45 Beitragsjahre aufbringen müsse.

Und außerdem habe die Koalition ja auch die Flexirente auf den Weg gebracht, die das Arbeiten über das Rentenalter hinaus erleichtere. Sie erwähne das nur, „weil das aus meiner Sicht auch Ihnen gefallen müsste“, sagt sie an die Adresse der Zuhörer im Saal.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz habe die Koalition zweimal reformiert und ab 2018 werde es Ausschreibungen für neue Windparks geben. Aber: „Es ist vieles noch sehr entfernt von einem marktwirtschaftlichen Funktionsmechanismus“, gesteht die Kanzlerin ein. Auch Internetverbindungen mit 50 Megabit pro Sekunde, die bald flächendeckend angeboten würden, reichten der Wirtschaft für die Industrie 4.0 natürlich nicht aus.

Da müsse mehr getan werden, wie auch bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels. Hier komme es vor allem auf den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung an. Einig ist sich die Kanzlerin mit den Unternehmern, dass die Politik der „Schwarzen Null“ notwendig und richtig ist, „auch wenn wir dafür manchmal etwas verspottet werden außerhalb dieses Raumes“.

Aber wohin soll die Reise in der Zukunft gehen? Wirklich konkret wird Merkel nur, als sie die steuerliche Forschungsförderung für mittelständische Unternehmen ankündigt. „Das wird in unserem Wahlprogramm stehen“, verspricht sie. Und auch bei den anderen Parteien sei weitgehend Konsens, dass die Förderung kommen müsse. Womit sich aber die Union von der  SPD abgrenzen will, die vor allem auf Gerechtigkeit und Innovation setzt, bleibt an diesem Freitag offen. Nur so viel verrät die CDU-Chefin: „Natürlich gibt es ein Wirtschaftsprogramm der CDU für die nächsten vier Jahre.“    

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20 Kommentare zu "Familienunternehmer: Applaus, als Merkel eine Vermögensteuer ausschließt"

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  • Frau Dr. Merkel steht zu ihren Auftraggebern, was ist daran sonderbar ?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Die Union, viele Unions- und/oder wirtschaftsnahe Medien wie z.B. Die Welt, FOCUS, FAZ, Huffington Post,... und die diversen Wirtschaftsvereinigungen inkl. der Familienunternehmer, unserer Oligarchen, versuchen mit dem Spruch, die SPD im besonderen und die Linke im allgemeinen würden das, was andere erwirtschaften, wieder verteilen, um damit z. B. Martin Schulz und seine SPD, die das anders sehen, zu verunglimpfen - als vom RRG-Virus befallene Politiker, die das Land mit Massenarbeitslosigkeit, etc. in den Abgrund treiben würden.
    Es ist an der Zeit, diejenigen in die Ecke zu stellen, die die Gerechtigkeits-Thematik mit Floskeln wie "den anderen Leuten in die Taschen greifen" oder "Neiddebatte" aushebeln wollen. Die "anderen Leute" sind die Super-Reichen, häufig auch durch "unverdiente" Erbschaften reich geworden, die sich angemessene Beiträge zur sozialen Gerechtigkeit locker leisten können - und manche von ihnen auch gerne leisten wollen! Genaugenommen ist die heutige Ungleichheit das Ergebnis einer "immerwährenden Umverteilung", wie sie in unseren Steuer- und Abgabensystemen seit Jahrzehnten, von der Union so gewollt, verankert ist! Warum eigentlich?
    Es wird höchste Zeit, diese Art von - ungerechter - Umverteilung in Richtung mehr sozialer Gerechtigkeit zu ändern!

    Hierzu würde ich zunächst nicht Einzelmaßnahmen wie Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, etc. aufgreifen, sondern einen mehrstufigen 10-Jahresplan mit klaren Zielen empfehlen u.a. mit Stärkung der Gewerkschaften als Garant für faire Löhne und gerechte und sozialverträgliche Arbeitsbedingungen. Allerdings muß eines klar sein: anders als bei der Agenda 2010 müssen diesmal die Bedürftigen, d.h. u.a. die Arbeitslosen, die Unter- und Mittelschichtler, die Rentner, die Alleinerziehenden etc. profitieren zu Lasten der Super-Verdiener und Super-Reichen. Erst dann geht es um die Frage der Besteuerung von Einkommen, Vermögen, Erbschaften sowie um die Heranziehung auch der Produktionsfaktoren Kapital und Boden ...

  • Der am Freitagvormittag gemeldete Überschuss in der Leistungsbilanz der Eurozone ist im März saisonbereinigt auf 34,1 Milliarden Euro gesunken. Analysten hatten im Konsens jedoch mit einem stärkeren Rückgang auf 32,3 Milliarden Euro gerechnet, nach 37,9 Milliarden Euro im Vormonat.
    Steuern senken, Ha Ha Ha, gar nicht drann zu denken. Wir Investoren brauchen Geld
    oder her mit der Autobahn. Haste ne Autbahn zum nasche, haste immer was zum Nasche Ha Ha Ha

  • Was soll Merkel denn schon vor Unternehmern Anderes sagen? Sollen doch die Unternehmer ihr Vermögen behalten und zu ihren Gunsten weiter vermehren.

    Außerdem – in Sachen Steuern ist das bei Merkel genauso zu sehen wie bei ihrer „Flüchtlings“-Politik – nach oben und allen Seiten offen. Mit der gibt es keine Obergrenze - nicht mal Seehofer schafft das.

    Warum soll sie auch die Vermögenssteuer erhöhen wollen, wo es doch so viele leicht zu schröpfende Wähler gibt, die ihr bei der kommenden BTW beweisen werden, wie viel Vertrauen sie der beliebtesten (allerdings bis jetzt einzigen) Kanzlerin aller Zeiten schenken – nicht wissen wollend, dass danach der große Zahltag kommen wird.

  • Politik ist Geschwätz über Macht.
    Genau um das geht es. um MACHT!
    Geld regiert die Welt, somit kaufen sich die Reichen und Vermögenden ihre politischen Marionetten, die dann in ihrem Sinne Gesetze beschließen und politisch durchsetzen.
    Mittel- und Unterschicht haben keine politische Lobby und ihnen fehlen auch die Kapitalmittel, um sich in die Lobbyistenschar einzureihen.
    Mal da eine große Parteispende, mal dort ein Vortagsengagement für Politiker zum Nebenverdiensterwerb neben dem Mandat/Diät und nach der politischen Berufskarriere/Abwahl beste Umstiegschancen bei Stiftungen oder den Großkonzernen.


  • Gearbeitet wird nur in der Mitte und unten.

  • Bearbeitet wird nur in der Mitte und unten.
    Oben wird gemanagt, verwaltet, organisiert und beraten.
    Die tatsächliche Arbeit (vor allem körperlich) überlässt man den „kleinen Leuten“, man braucht sie als billiges Personal für Dienstleistungen und Maloche.

  • Werkbank

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