Fast 100 verletzte Polizisten: Schwere Krawalle bei EZB-Demo in Frankfurt

Fast 100 verletzte Polizisten
Schwere Krawalle bei EZB-Demo in Frankfurt

In Frankfurt haben sich Autonome heftige Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. 94 Beamte wurden durch Steinwürfe und Reizgas verletzt. Politiker verurteilen die Krawalle als Missbrauch des Demonstrationsrechts.
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FrankfurtZur Eröffnung der neuen EZB-Zentrale in Frankfurt haben sich Autonome aus ganz Europa heftige Straßenkämpfe mit der Polizei geliefert. 94 Beamte seien unter anderem durch Steinwürfe und Reizgas verletzt worden, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwochnachmittag. Auch schwerere Verletzungen seien dabei. Behörden seien zwar auf Gewalt vorbereitet gewesen, aber „mit derartigem Hass und Aggression konnte man nicht rechnen“.

Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, vielerorts brannten Barrikaden und Polizeiautos. Bundesjustizminister Heiko Maas verurteilte die schweren Krawalle als Missbrauch des Demonstrationsrechts. Auch EZB-Präsident Mario Draghi ging in seiner Eröffnungsrede auf die Proteste ein: „Ich gehe davon aus, dass wir auch diejenigen mitnehmen können, die sich ausgeschlossen fühlen“, sagte der Italiener. „Einschließlich viele der Protestierenden, die in Frankfurt diese Woche zusammengekommen sind.“

Für die Organisatoren von Blockupy ist die neue EZB-Zentrale das Symbol einer völlig verfehlten Krisenpolitik in den südlichen Euro-Ländern. Sie werfen der Europäischen Zentralbank (EZB) vor, mit ihrer Politik die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher zu machen.

Die Proteste legten zeitweise die gesamte Innenstadt lahm: Busse und Straßenbahnen fuhren nicht, Schulen und Kindergärten waren geschlossen. Auch Straßen und Main-Brücken waren gesperrt. Vor den eingeworfenen Fenstern der Polizeiwache auf der Einkaufsmeile Zeil hielt eine Frau ein Plakat mit der Aufschrift „Keine Gewalt gegen unsere Polizei“ in die Höhe. Seit den frühen Morgenstunden zählte die Feuerwehr 47 Brandeinsätze. Zu einer Protestkundgebung auf dem Frankfurter Römer vor dem Rathaus kamen am Nachmittag laut Polizei knapp 10.000 Menschen.

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  • Sie haben wohl überhaupt keine Erfahrungen was solche Spektakel anbelangt. Welchen Grund gibt es in eine Sperrzone einzudringen? Welchen Grund gibt es um 6 Uhr morgens Autos anzuzünden? Welchen Grund gibt es die Anweisungen der Polizei zu missachten? Keinen. Welchen Grund gibt es für die Polizei zu provozieren? Keinen. Die Polizisten, die auch nur einen Arbeitstag gesund überstehen wollen, haben keinen Grund zur Aggression. Dafür gibt es auch in der Empirie genug Beispiele.
    Wenn man aber die Ordnungsmacht der Polizei missachtet, wer randaliert, pöbelt und die Polizei bedrängt und sonstiges Recht verletzt, dann muss man damit rechnen, dass die Polizei ihrer Pflicht nachkommt. Falsche Wehleidigkeit ist da fehl am Platze. In unserem Land verhält sich die Polizei noch erstaunlich zurückhaltend.
    Wer sich wie ein Mensch bewegt, der kann auch in Ruhe demonstrieren. Aber den Kleingeistern gefällt es nunmal sich selbst in der Opferrolle zu verstehen und mit Steinen, Sprengkörpern und Brandsätzen auf Menschen zu werfen, die gezwungen sind sich zurück zu halten. Und sich dabei ganz groß und stark zu fühlen.

  • >> „Gewalt gegen Polizei oder Feuerwehr ist durch nichts gerechtfertigt“, >>

    Bei Stuttgart 21 hieß es am Anfang auch, die Demonstranten hätten randaliert. Später kam heraus, dass die Polizei die Demonstranten provoziert, schikaniert und mit Pfefferspray besprüht hat.

    Bevor man die Demonstranten verurteilt, sollte man untersuchen, was die Polizei in Ffm getrieben hat, wie sie Hetzjagten gegen Jungen Demonstranten vollzogen hat.

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