Favoritin von Rot-Grün benennt: Gesine Schwan: Eine Frau aus dem Nichts

Favoritin von Rot-Grün benennt
Gesine Schwan: Eine Frau aus dem Nichts

Der Versprecher war eindeutig: Er glaube, sagte SPD-Fraktionschef Franz Müntefering gestern Morgen, dass die Universitätspräsidentin Gesine Schwan „gute Chancen hätte ... äh .... hat“, zur Bundespräsidentin gewählt zu werden. So ist, gegen alle öffentlichen Beteuerungen, klar: Die 60-jährige Politologin Schwan geht als reine Zählkandidatin ins Rennen gegen den Kandidaten der Opposition, Horst Köhler.

BERLIN. Schwan selbst sieht das anders: „Soweit ich weiß, haben wir eine geheime Wahl“, sagte sie gestern in New York. Angesichts des Kandidatenpokers der vergangenen Wochen könne sie sich durchaus vorstellen, dass einige Unionspolitiker ihren eigenen Weg gingen und sie wählten. „Es gibt etwas Wichtigeres als Parteien. Das ist die Demokratie als Ganzes.“

Die Entscheidung für Schwan fällte die Koalitionsrunde gestern Morgen um neun im Kanzleramt – auf Vorschlag Gerhard Schröders, der sie erst am Mittwoch gefragt hatte. Dass es eine Frau sein soll, hatte er schon im September 2003 klar gemacht. Lange galt Jutta Limbach als SPD-Favoritin – doch die Ex-Verfassungsgerichtspräsidentin stand „offenbar nicht zur Verfügung“, hieß es in der Koalition.

Die Liberale Cornelia Schmalz-Jacobsen hätten sie mitgewählt, versicherten Koalitionäre unisono, doch nachdem FDP-Chef Guido Westerwelle diese Karte nicht habe spielen wollen, blieb nur die Variante Schwan. Die Schilderung ihrer Qualifikation geriet Müntefering alles andere als enthusiastisch: Sie sei ihren „eigenen beruflichen Lebensweg“ gegangen und stehe für das „moderne Deutschland“ , sagte er und verwies auf ihren „immer eigenen Kopf“, womit er auf ihr kritisches Verhältnis zur SPD anspielte. Kurzum, es sei eben „besser für Deutschland, wenn eine Frau diese Aufgabe übernehmen würde“, sagte der künftige SPD-Chef.

Der Kanzler lobte Schwan als Persönlichkeit, die „nicht zu den aktiven Politikern gehört, aber natürlich ein sehr politischer Mensch ist“. Grünen-Chef Reinhard Bütikofer führte ihre „Verdienste um die deutsch-polnische Freundschaft“ und die guten Beziehungen zu den USA auf. Grünen-Fraktionschefin Krista Sager meinte, Schwan könne in diesen schweren Zeiten den Menschen durch ihre „politische Philosophie Orientierung geben“.

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