FDP-Alternative
Ex-BDI-Chef verwirft Pläne für Partei-Neugründung

Der frühere Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie, Hans-Olaf Henkel, hatte einer neue Partei geplant. Damit ist jetzt vorbei. Er verfolgt aber jetzt eine andere Idee.
  • 19

DüsseldorfDer frühere Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, verfolgt seine Pläne zur Gründung einer neuen Partei als Alternative zur FDP nicht mehr weiter. Zwar hänge eine neue liberale Partei, „die Europa-freundlich, aber Euro-kritisch ist, wie eine reife Frucht am Ast. Man muss nur gegen den Stamm treten, dann fällt sie herunter“, schreibt der Wirtschaftsfachmann in seiner wöchentlichen Kolumne „Henkel trocken“ für Handelsblatt Online. „Andererseits ist der bürokratische Akt nicht nur sehr aufwändig, man kann kaum sicherstellen, nur solche Mitstreiter zu bekommen, die die gleichen liberalen Werte und Ziele teilen.“

Henkel will daher einen anderen Weg gehen: „Die effizientere Alternative ist zu versuchen, eine der etablierten Parteien zu beeinflussen“, schreibt er. „Auf der Suche nach einer neuen Heimat für die Liberalen, sollte man sich deshalb mal mit den Freien Wählern beschäftigen.“

In Berlin treten heute der ehemalige BDI-Chef und der Bundesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, gemeinsam vor die Presse. Henkel spricht seit Wochen über die mögliche Gründung einer neuen Partei. Er hatte diesen Schritt für den Fall ins Spiel gebracht, sollte Mitte Dezember die Mitgliederbefragung der FDP zum Euro-Rettungsschirm im Sinne der FDP-Spitze ausgehen. Aiwanger hatte kürzlich die Hoffnung geäußert, das Henkel für die Bundestagswahl 2013 bei den Freien Wählern kandidiert.

Der Ex-BDI-Chef sieht großes Potenzial darin, die Freien Wähler als eine neue liberale Kraft in Stellung zu bringen. So suchten nach dem Mitgliederentscheid viele FDP-Mitglieder eine neue liberale Heimat, schreibt Henkel. In der Union formiere sich zudem Widerstand gegen die „Beliebigkeit und die Sozialdemokratisierung der Parteiführung“.

Henkel ist überdies überzeugt, dass, wie er in seiner Kolumne schreibt, irgendwann auch die Stammwähler der SPD nicht mehr mit Begeisterung akzeptieren würden, „dass ihre eigene materielle Zukunft durch eine Europolitik auf Pump bedroht wird“. Zudem setzt er auf eine „besonders große Unzufriedenheit mit der Einheits-Europolitik im nicht parteipolitisch engagierten Teil der Bevölkerung“. Henkel hofft, dass er für sich und die Freien Wähler vor allem auch die „frustrierten, enttäuschten, politik- und parteiverdrossenen Nichtwähler“ mobilisieren kann. „Wären die Freien Wähler in der Lage, diese wieder in den politischen Entscheidungsprozess einzugliedern, würden sie nicht nur der liberalen Idee sondern unserer Demokratie insgesamt einen großen Dienst erweisen“, schreibt der BDI-Chef.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " FDP-Alternative : Ex-BDI-Chef verwirft Pläne für Partei-Neugründung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Henkel hat recht. Aber er braucht sich ja nur in der FDP positionieren.Die FDP ist ja eigentlich tot, aber er könnte sie ja wieder zu Leben erwecken.---
    ----
    Da ist was Wahres dran. Die FDP braucht vollkommen neue Leute, die mit dem alten Geruch nicht belastet sind.
    Es kamen zuviele junge , unerfahrene Leute aufeinmal ans Ruder, dem waren sie alle nicht gewachsen. Sie wurden von der gerissenen Merkel, die ja als FDJ-Sekreträin für Propaganda ihr Handwerk gelernt hat, vollkommen übertölpelt. Sie glaubten den Vereinbarungen der Koalition- dummerweise wurden sie damit nur gelinkt. Das ist Merkels Taktik. Sie weis wie, sie hat glernt, wie man andere an der Nase herumführt, die Wahrheit von heute erst übermorgen zugibt oder auch nicht.So war die FDP selber schuld an ihrem "seelischen Untergang". Sie hätten die Koalition schon lange verlassen sollen, dann hätten sie überlebt. Wenn ich nur an den Satz v. Rösler denke: "jetzt wird geliefert", dümmer geh es ja wohl nicht. Gut gemeint aber voll daneben.
    Herr Rösler, sie haben vergessen, den "Lieferwagen" zu bestellen.

  • Henkel hat recht. Aber er braucht sich ja nur in der FDP positionieren. Geld und Einfluß hat er. Die FDP ist ja eigentlich tot, aber er könnte sie ja wieder zu Leben erwecken.

  • Henkel hat recht. Aber er braucht sich ja nur in der FDP positionieren. Geld und Einfluß hat er. Die FDP ist ja eigentlich tot, aber er könnte sie ja wieder zu Leben erwecken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%