Deutschland

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FDP: Das Außenamt ist kein Altersheim

Die Entscheidung über ihren Vorsitzenden ist allein Sache der FDP. Wer das Auswärtige Amt führt, ist dagegen alles andere als eine Privatangelegenheit der Partei, denn es berührt alle Bürger dieses Staates. Ein Kommentar von Thomas Hanke

Wie unmittelbar es uns trifft, konnten wir von den ersten Tagen des Außenministers und Vizekanzlers Guido Westerwelle bis in die vergangenen Wochen schmerzlich erleben.

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Menschlich ist es nachvollziehbar, dass Westerwelle gern Außenminister – vielleicht sogar Vizekanzler, das ließ er gestern offen – bliebe, wenn er den FDP-Vorsitz aufgibt. Das würde es auch der FDP erleichtern, ihren alten Parteivorsitzenden durch einen neuen zu ersetzen. Politisch wäre damit aber niemandem gedient: nicht dem Land, nicht der Regierung und nicht einmal der FDP.

Die Partei will ihren Vorsitzenden ja nicht deshalb loswerden, weil er ihr in den vergangenen Jahren in der Opposition schlecht gedient oder kein guter Wahlkämpfer gewesen wäre. Das Elend begann vielmehr, als Westerwelle vom Trockenschwimmer zum Profi im tiefen Becken der deutschen Politik, mehr noch: der europäischen und der Weltpolitik werden sollte. Da hat er mit seinen verkorksten Finanzideen, seinen ideologiegetränkten Sozial-Tiraden, der Abwesenheit in Sachen EU und der unnötigen Trennung Deutschlands von seinen engsten Verbündeten in der Libyen-Frage immer wieder versagt. Deshalb gingen erst die Umfragewerte und dann die Wahlergebnisse der FDP in die Knie.

Dafür soll er jetzt belohnt werden, indem man ihm das Außenministerium lässt? Zu schlecht für die Partei, aber gut genug für Deutschland? Das können die FDP-Politiker nicht ernst meinen, die sich jetzt um die Führung der Liberalen bewerben.

  • 04.04.2011, 09:22 UhrOsterwelle

    Ich denke, er wird gehen, bzw. gehen müssen. Denn er ist für Deutschland nicht tragbar und ich bin auch überzeugt, dass es die meisten Verantwortlichen, egal ob in der FDP oder Bundesregierung so sehen. Wir sind jetzt in der Mitte des (kausalen) medialen Spiels. Und die Politiker sind tatsächlich nicht bereit verfrüht Aussagen zu machen. Deswegen, meine ich, wird erstmal die mediale Bekennung der potentieller Nachfolger zu seinem Wunsch presentiert. Wenn aber die Situation A besiegelt ist, kommt man dann zum Problem B. In einer Gesamtumbildung der Bundesregierung könnte man das gut verpacken. Eigentlich müssen wir doch keinen Altersruheplatz suchen, denn wir die "Normalsterblichen" müssen bis 67 arbeiten und keiner kümmert sich wo.

  • 04.04.2011, 09:40 UhrMorchel

    Wer seinen Arbeitgeber anlügt, mehr Netto vom Brutto, wer die Arbeit verweigert ist fristlos zu Kündigen und mit einer Sperre zu belegen. danach auf Hartz 4 vor Offenlegung allen Vermögenswerten.Die Regierung umzubilden ist kein so guter Ansatz, mangels Fachkräfte die werden nicht nur in der Wirtschaft händeringend gesucht. So ab 45 ig braucht man sich in der Freien Wirtschaft nichts mehr einzubilden das wars. Da kommen dann auf der anderen Seite so 30 ig jährige daher mit min 14 000 euro im monat haben die eigene Firma kaputt gewirtschaft, halten kluge reden und sind dann voll versorgt.

  • 04.04.2011, 10:59 UhrICHling-deplatziert-im-AA

    Der ICHling Westerwelle hat sein Lebensziel erreicht.
    Jetzt sollte er das Land erlösen und als Außenminister zurücktreten. Das ist Amt ist zu wichtig, um es der Eitelkeit eines diplomatischen Lowperformer zu opfern.
    Westerwelle ist international nur noch eine Witzfigur, jeder weitere Tag im Amt schadet dem Ansehen unseres Landes.

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