FDP erhebt Anspruch auf Außenminister-Posten
Wolfgang Schäuble – der Allrounder

Washington und nun Moskau - Wolfgang Schäuble hat die Aufgabe übernommen, für die CDU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel die heikelsten Auslandsreisen in diesem Bundestagswahlkampf zu übernehmen.

Der Grund für die Vertretung: In Washington hätte Merkel im Wahlkampf der Nachweis zu großer Nähe geschadet, in Moskau der Nachweis zu großer Distanz. Also reiste Schäuble, der erfahrenste der Außenpolitiker von CDU/CSU.

Das kann er, weil er nicht nur in der Fraktion, sondern auch in Merkels Kompetenzteam für die Außen- und Sicherheitspolitik zuständig ist. Dabei hat die beiden nie eine herzliche Freundschaft verbunden. Aber Merkel bemüht sich seit Monaten um ihn, weil sie den großen Einfluss des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden in der Partei kennt.

Den hat der Jurist, weil er intelligent und erfahren ist - und einer der wenigen Allrounder. In seiner langen Karriere war er Chef des Kanzleramtes, Bundesinnenminister und hat die CDU/CSU-Fraktion von 2000 bis 2002 geleitet. Gerade die Regierungserfahrung bewahrt ihn vor allein schlagzeilenheischenden Schnellschuss-Äußerungen. Sie macht ihn aber auch unabhängiger. Im Widerspruch zu Merkel lehnt der Kompetenz-Teamler etwa einen ständigen deutschen Uno-Sitz offen ab. Ob Schäuble im Falle eines Unions-Wahlsieges Außenminister würde, ist aber ohnehin fraglich. Der mögliche Koalitionspartner FDP erhebt Anspruch auf das Amt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%