FDP-Europaparteitag: „Unser Gegner sind die Parteien der Großen Koalition“

FDP-Europaparteitag
„Unser Gegner sind die Parteien der Großen Koalition“

Alexander Graf von Lambsdorff führt die FDP in den Europawahlkampf, doch Christian Lindner gibt die Richtung vor: Ja zum Euro, Ja zu Europa. Der Parteichef attackiert Union und SPD – schießt aber auch gegen die AfD.
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Als im Saal Maritim Parteichef Christian Lindner auf die Bühne steigt, bauen die Caterer im Foyer das Mittagessen auf. Im Angebot: Rheinische Kartoffelsuppe, Wiener Würstchen oder Knödel mit Pilzen. Die FDP gibt sich bei ihrem Europaparteitag in Bonn bodenständig.

Seriös und solide – solche Attribute sollen die Wähler mit der FDP verbinden. Findet Christian Lindner. Anders sein als Union und SPD, deren Koalitionsversprechen ein teures Vergnügen werden. Anders sein als die Euro-Kritiker von der Alternative für Deutschland. „Wer einen Nord-Euro fordert, der fordert auch die Trennung von Deutschland und Frankreich“, sagt Lindner an die Adresse der AfD. „Und wer das fordert, hat nichts aus der europäischen Geschichte gelernt.“

Die FDP präsentiert in Bonn Geschlossenheit. Die AfD-Attacke, die Lindner noch mit einer Spitze gegen den Ex-BDI-Chef und neue AfD-Mitglied Hans-Olaf Henkel garniert („Jede Tasse hat einen Henkel, auch die trüben“), bringt die Delegierten im Saal in Stimmung und auf Kurs. In den Reigen populistischer Töne gegen den Euro und die Krisenländer will Lindner nicht einstimmen.

„Wir wollen uns klar und deutlich von der AfD abgrenzen“, sagt auch der niedersächsische FDP-Landeschef Stefan Birkner im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Es darf – nach innen wie nach außen – überhaupt kein Zweifel aufkommen, wo wir europapolitisch stehen.“

Im Wahlkampf soll Alexander Graf von Lambsdorff die FDP anführen. Mit 86,2 Prozent der Delegiertenstimmen wurde er am Sonntag zum Spitzenkandidaten gewählt. Drei Schwerpunkte will die FDP setzen: Bürgerrechte im Netz, eine europäische Energiepolitik und die Stabilität des Euro. Sein Credo: Europa soll nur bei den Themen aktiv werden, wo gemeinsame Entscheidungen notwendig sind.

Und so soll das praktisch aussehen: „Für ein No-Spy-Abkommen brauchen wir eine europäische Initiative, um auf Augenhöhe mit den Vereinigten Staaten verhandeln zu können“, sagt Lindner. Die Bürgerrechtspolitik im Netz sei eine entscheidende Zukunftsfrage. „Doch Europa ist in dieser Frage sprachlos“, wettert Lindner. Dafür müsste ein EU-Kommissar her und diejenigen müssten weg, die keine echten Zuständigkeiten hätten.

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  • Die FDP verdient so nicht einmal drei Prozent der Stimmen. Wer der EFSF und dem ESM zustimmt und sich darüberhinaus bei wichtigen Abstimmungen (ACTA/SWIFT etc) enthält, verdient einfach keinen Platz im Europaparlament.
    Ich hoffe, die Wähler sind klug genug und geben diesen Bauernfängern keine Stimme.

  • Ja zum Euro, Ja zu Europa. Damit ist die FDP unwählbar. So langsam müsste es auch in der FDP angekommen sein das der Euro und Europa gescheitert ist und nur noch durch kriminelle Machenschaften seitens der Politiker am laufen gehalten wird!

  • Der Onkel Lambsdorff wird sich im Grab umdrehen was der Neffe zum Euro sagt. Im Gegensatz zu Genscher war dieser Graf Lambsdorff dezidiert gegen den Euro.
    Dass Europa die FDP braucht ist sowieso nur ein Bluff. Die FDP wird auch in Deutschland nicht gebraucht, wie durch gut informierte Kreise zu erfahren war.

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