FDP-Führungsstreit
Kubicki erntet Häme

Für seine Angriffe auf die Parteispitze erntet Wolfgang Kubicki jede Menge Kritik. Die FDP steht momentan mit dem Rücken zur Wand - Kubicki sieht derweil einen Altbekannten als neue Hoffnung der Liberalen.
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HamburgFührende FDP-Politiker haben den schleswig-holsteinischen Fraktionschef Wolfgang Kubicki wegen seiner Attacken auf Parteichef Philipp Rösler kritisiert. „Kubicki stachelt die Personaldebatte zur völligen Unzeit an“, sagte der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn dem „Spiegel“.

Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil betonte: „Auch in der Politik ist es das Klügste, man spielt aufs gegnerische Tor.“ Kubicki hatte gesagt, er sehe im nordrhein-westfälischen Parteichef Christian Lindner den „geborenen neuen Bundesvorsitzenden“.

Widerspruch erfuhr Kubicki auch für seine Aussage, er könne sich auch eine Ampelkoalition mit SPD und Grünen vorstellen. „Ich glaube nicht, dass die Ampel unmittelbar vor der Tür steht“, sagte der baden-württembergische FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke.

In der FDP köchelt seit Tagen eine Debatte um die Führung der Partei. Es sei ganz natürlich, dass man als Parteivorsitzender, aber auch als Wirtschaftsminister Kritik ausgesetzt sei, sagte Rösler am Freitag dem Sender n-tv. „Das gehört dazu, das muss man aushalten können.“

Christian Lindner ging auf Distanz zu Kubickis Vorstößen. „Sicherlich muss die Lage der FDP weiter analysiert werden“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Koalitionsdebatten, die von den wichtigen Sachproblemen ablenken, empfehle ich uns gegenwärtig aber nicht.“

Der Vorsitzende der Jungen Liberalen, Lasse Becker, machte die gesamte FDP-Spitzenmannschaft für das mangelhafte Profil der Partei verantwortlich. „Es ist der Partei- und der Fraktionsführung zu wenig gelungen, liberale Positionen sichtbar zu machen und umzusetzen“, sagte das FDP-Vorstandsmitglied. Diese gelte für die Bewältigung der Eurokrise, aber vor allem auch für das Ziel, bis 2014 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen.

Eine Debatte über Rösler lehnte der JuLi-Chef ab. „Jeder in dieser Partei ist es leid, dass man jetzt wieder diese Scheindiskussionen um Personen führen muss.“ Parteivorsitzende würden bei der FDP immer noch von Parteitagen gewählt. „Philipp Rösler hatte beim letzten Mal eine sehr deutliche Mehrheit - übrigens deutlicher als Wolfgang Kubicki. Und der nächste Wahlparteitag ist im Mai.“

Agentur
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  • Die Laeuterung der SW: sie muesste erkennen, dass sie bei Roepke besser aufgehoben ist, als im DDR-Mief.

  • Die FDP ist mittlerweile zur Schande für liberaldenkende Menschen geworden. Alleine die Vorgehensweise der Parteispitze anläßlich der Mitgliederbefragung zum ESM war ein Skandal erster Güte. Selbst Genscher hat sich komplett desavouiert.
    Für den Bürger, der auf Selbstbestimmung und Marktwirtschaft setzt und gegen die Überbürokratiesierung durch die BRD und den Brüsseler Leviathan, ist die FDP vollkommen unwählbar geworden. Dann schon lieber ein linkes Original wie Wagenknecht, die wenigstens gegen den ESM ist.

  • Außer zu stänkern hat Herr Kubicki auch schon früher nicht
    viel geleistet.

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