FDP für Änderung im Vermittlungsausschuss
Versicherer fürchten um Riester-Rente

Nach der Entscheidung der Koalition, die staatliche Riester-Förderung ab 2006 nur noch für Altersvorsorgeprodukte mit einheitlichen Tarifen für Männer und Frauen zu gewähren, fürchtet die deutsche Versicherungswirtschaft, die Demontage der privaten Altersvorsorge. Doch ist von Gleichstellung bei den Tarifen bislang keine Spur.

HB BERLIN. Für Männer dürften sich die Tarife nach Schätzung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) um rund 15 % verteuern. Doch auch für Frauen werde es nicht billiger, so die Versicherer. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge sprach gestern sogar vom „Todesstoß“ für die Riesterrente. Die Entscheidung der Bundesregierung mache nur Sinn, wenn geplant sei, aus der freiwillig geförderten Zusatzrente eine Pflichtversicherung zu machen, meinte das zur Deutschen Bank gehörende Institut.

Die neuen Unisex-Tarife sollen heute zusammen mit dem Alterseinkünftegesetz im Bundestag mit rot-grüner Mehrheit verabschiedet werden. Die Union will das Gesetz trotz erheblicher Bedenken auch gegen die Neuregelung der Riesterrente und die Abschaffung des Steuerprivilegs für Kapitallebensversicherungen im Bundesrat passieren lassen. Allerdings forderte die FDP sie gestern auf, den Vermittlungsausschuss anzurufen. Auch Thüringen, das nach dem Willen der Union neben Sachsen für die erforderliche Mehrheit in der Länderkammer sorgen soll, meldete Bedenken an.

Mit den Unisex-Tarifen würden Männer in Zukunft gezwungen, die Renten der Frauen im Endeffekt mitzufinanzieren, kritisierte der Sozialexperte des GDV, Peter Schwark, weil sie trotz der längeren Lebenserwartung der Frauen gleich hohe Beiträge zahlen müssten. Sie könnten im Gegenzug keine angemessene Rendite mehr erwarten, da ihre Lebenserwartung vier Jahre geringer sei. Das aber sei für die männliche Kundschaft so uninteressant, dass die Riester-Policen sich zu reinen Frauen-Tarifen entwickeln würden.

Die Verteuerung der Riester-Produkte, die den Versicherungsvertretern ohnehin schon wie Blei in den Aktenkoffern liegen, bedeute einen erneuten Rückschlag für diese Form der Altersvorsorge. Bisher hat die Branche erst ein Drittel der ursprünglich geplanten zehn Millionen Riester-Policen verkauft. Dieses Jahr rechnet sie nur noch mit bescheidenen 100. 000 Neuverträgen.

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