FDP-Generalsekretär
Der Mann an Röslers Seite

Er sprang ein, als Christian Lindner von seinem Amt als Generalsekretär überraschend zurücktrat: Jetzt ist Patrick Döring offiziell ins Amt gewählt worden. Rösler hat mit Döring einen Weggefährten an seiner Seite.
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KarlsruheDamals, an jenem denkwürdigen 14. Dezember 2011, musste alles ganz schnell gehen. Mit dem überraschenden Rücktritt vom Posten des FDP-Generalsekretärs hatte Christian Lindner seine Partei in größte Aufregung versetzt. Nur sieben Stunden später präsentierte FDP-Chef Philipp Rösler den Nachfolger: Patrick Döring, bis dahin Schatzmeister. Beim Parteitag in Karlsruhe ist der 38-Jährige Wirtschaftsliberale jetzt auch richtig ins neue Amt gewählt worden.

Mit dem schwergewichtigen Döring holte sich Rösler einen seiner engsten Vertrauten an die Seite. Die zwei FDP-Leute aus Hannover, beide Jahrgang 1973, sind seit Beginn ihrer Politkarrieren gemeinsam unterwegs. Es war ein durchaus ungewöhnliches Paar, das sich Anfang der 90er Jahre in Niedersachsen auf den Gang durch die Instanzen machte.

Beruflich schlugen sie unterschiedliche Wege ein: Rösler ging zur Bundeswehr und wurde Arzt, Döring verdiente sich sein Geld nach dem Uni-Abschluss als Diplom-Ökonom mit einer Versicherungsagentur. Nach einigen Jahren im Stadtrat von Hannover wurde er 2005 erstmals in den Bundestag gewählt. Dort kümmerte er sich um die Verkehrspolitik. Heute sitzt der Multifunktionär auch im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn.

In den ersten fünf Monaten als - bislang nur „designierter“ - Generalsekretär machte Döring deutlich, dass er einen anderen Ton pflegt als sein Vorgänger. Das Feingeistige ist seine Sache nicht. Zuletzt sorgte er mit Äußerungen zur Zukunft der Schlecker-Frauen („Es wird ja wohl keinen Mangel an Zahnpasta und Shampoo in Deutschland geben.“) für Ärger. In einem „Stern“-Gespräch urteilte er auch kritisch über die eigenen Leute.

Zuhause ist Döring immer noch in Hannover. Mit seiner Frau Juliane wohnt er seit einigen Monaten im „Zooviertel“, wo früher auch Gerhard Schröder lebte. Kinder hat das Paar nicht. Seine Freizeit verbringt der Mann mit den roten Wangen oft auf dem Golfplatz, aber manchmal auch im Stadion von Hannover 96.

Im „Stern“ ließ er sich zu Beginn des Jahres auch auf die Frage ein, was er eigentlich machen werde, wenn die FDP nicht überlebt. Die Antwort: „Ich kann auch am Küchentisch eine Police verkaufen. Ich hab immer gesagt: Wenn alles vorbei ist, wenn nichts mehr geht - Kittel anziehen und wieder losmarschieren.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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