FDP-Generalsekretär Lindner „Die Märkte riechen doch Angst“

Das Euro-Krisenmanagement gehört in die "Kategorie Hühnerhaufen", findet FDP-Generalsekretär Lindner. Zur Lösung der Euro-Krise empfiehlt er den Schuldenstaaten radikale Maßnahmen.
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FDP-Generalsekretär Lindner kritisiert das Euro-Krisenmanagement scharf. Quelle: dpa

FDP-Generalsekretär Lindner kritisiert das Euro-Krisenmanagement scharf.

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BerlinFDP-Generalsekretär Christian Lindner hat heftige Kritik am Ankauf spanischer und italienischer Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) geübt. „Die Europäische Zentralbank fällt in eine Politik zurück, die ich nicht für empfehlenswert halte. Die Notenbank darf nicht Partei werden“, sagte Lindner dem Handelsblatt. Auch eine Aufstockung des Rettungsfonds EFSF stehe für seine Partei nicht zur Debatte: "Es sind noch nicht einmal die alten Beschlüsse wirksam", sagte Lindner. 

Lindner forderte die überschuldeten Staaten auf, konsequent die strukturellen Krisenursachen zu lösen. "Für eine stabile Währung und ein Ende der Krisen-Feuerwehr sollten alle Euro-Staaten eine Schuldenbremse in ihre Verfassung aufnehmen", sagte Lindner. "Das beschleunigt die Konsolidierung." 

Beim kurzfristigen Krisenmanagement dürfe die Politik nicht in blinden Aktionismus verfallen, warnte Lindner. Dies sei ein Ausdruck von Hilflosigkeit der Politik gegenüber der Finanzindustrie mit weitreichenden Konsequenzen. „Die Märkte riechen doch Angst und reagieren durch Spekulation“. Die Regierungserklärung von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi zur Haushaltspolitik bezeichnete Lindner als „eher gespenstisch als beruhigend“.

Den Alarmbrief von EU-Komissionspräsident Manuel Barroso ordnete er in die „Kategorie Hühnerhaufen“ ein. Barroso hatte bereits in der vergangenen Woche eine erneute Aufstockung des 440 Milliarden Euro schweren Krisenfonds EFSF gefordert und dabei auf heftigen Widerstand von Deutschland und von Eurogruppen-Chef Juncker gestoßen. In einem Brief an die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Staaten hatte Barroso die Regierungen zu einer „raschen Überprüfung aller Elemente des EFSF“ aufgefordert. Die Regierungen müssten sicherstellen, dass der Fonds „über die Mittel verfügt, um Ansteckungsgefahren zu bekämpfen“, sagte Barroso.

Barroso hatte gesagt, die Entscheidungen des EU-Sondergipfels vom 21. Juli über die Aufstockung der Finanzhilfen für Griechenland und über die Ausweitung der EFSF-Aufgaben hätten „nicht die beabsichtigte Wirkung auf den Märkten“.

Der Gipfel hatte beschlossen, dass der EFSF auch vorsorglich zur Unterstützung von Staaten tätig werden darf, dass er Anleihen von Banken aufkaufen und Kapitalhilfen an Banken geben kann. Die Märkte verwiesen bei ihrer Skepsis vor allem auf „die undisziplinierte Kommunikation und die Komplexität und Unvollständigkeit der Beschlüsse vom 21. Juli“, schrieb Barroso. „Es ist klar, dass wir es nicht mehr nur mit einer Krise an der Peripherie der Eurozone zu tun haben“, mahnte Barroso die Staats- und Regierungschefs.

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  • Die Funktion von Angst ist aus psychologischer Sicht eine wichtige. Sie hat nämlich eine Warnfunktion. Wenn ich an einem Abgrund stehe und ich habe keine Angst, dann ist die Wahrscheinlichkeit um einen Schritt vorwärts zu tun.
    Somit muss man grundsätzlich unterscheiden, ist es eine reele Gefahrensituation und die Angst berechtigt oder ist es eine irrationele Angst.
    Ich denke bei der momentanen Situation ist die Angst berechtigt und sollte man auch drauf hören.
    Und den Finanzmärkten ist es scheissegal, ob jemand Angst hat oder nicht. Somit ist die Behauptung, dass man in diesem Falle keine Angst haben sollte, gelinde gesagt, verkehrt.


  • Die Ursache liegt vielleicht tatsächlich im Psychologischen, die den Satz mal wieder wahr werden lässt, dass das Gegenteil von gut gut gemeint ist: In der deutschen Schuldkultur und den dadurch ausgelösten Weißwaschungszwängen durch Selbstkasteiung sowie in dem damit verbundenen nationalen Selbsthass der Linken, der zur bedingungslosen Priveligierung selbst von mordenden Migranten und perverser-, aber logischerweise dazu geführt hat, dass Täterschutz über den Opferschutz gestellt wird.

  • Vielleicht sollten wir statt Rettungsschirm die alte Aktion von Care-Paketen wieder ins Leben rufen.
    Oder noch zu DDR-Zeiten die weihnachtlichen Aktionen mit Paketen schicken für unsere Brüder und Schwestern im Osten, die die Post sogar umsonst befördert hat.
    Heute machen wir es eben für unsre Brüder und Schwestern in Europa.

  • Guten Morgen @huensche.
    Ja auch wieder wahr. Ich sage immer, Kohl hat viele Fehler gemacht, aber es ging uns eigentlich noch gut.
    Das Dram begann mit Rot-Grün und dem Genossen der Bosse.
    Und Fischer der Polizistenprügler und Steinewerfer meinte, wenn er sich nun ind en Nadelstreifenanzug zwängt, ist er wer.
    Und die Grünen isngesamt sind ja einse stramem sozialist. Partei, ihre Kungeleien mit dem DDR-System pfelgten sie schon in den 80iger Jahren intensiv
    Und dann kam die stramme Sozialistin Merkel
    Also paßt doch alles. Sozialismus/Kommunismus fürs Volk und für die Oberen alles. War doch in der DDR auch so

  • Alle damaligen Euro-Gegner bekommen heute Recht und trotzdem halten die Eurofanatiker an diesem Kunstgeld fest.
    Warum? Ich glaube, diese Frage muß endlich gestellt werden.
    Es muß doch Gründe geben, dass ein paar Eurofanatiker an dem Euro festhalten wie Ertrinkende am Rettungsschirm.
    Wer also profitiert vom Euro?
    Das Volk ja nicht.
    Die Umstellung von DM auf Euro war hierzulande eine 100%ige Preiserhöhung, eine 30%ige Rentenkürzung, nur mal zwei Beispiele
    Der Euro hat in Deutschland die Bürger verarmt und noch immer merkt das keiner?
    Die anhaltende Propaganda für den Euro erinnert so an die Propaganda von Göppels. Es gab zum Ende des "1000jährigen Reiches" einen Witz über Göppels. Natürlich njur hinter vorgehaltener Hand. Meine Mutter hat ihn mir oft erzählt
    Da lag ganz Deutschland schon in Trümmern und Göppels steckte seinen Kopf aus einem Gully und schrie "und wir siegen doch"
    Genau so führen sich unsere Politiker heute auf

  • Von dem ewig grinsenden Rösler, der von Wirtschaft so viel Ahnung hat wie eine Kuh vom Tanzen, nämlich keine, können Sie doch nicht erwarten, dass er zu der Krise irgend etwas sagt.
    Es sind die Nichtskönner am Werk.
    Eine völlig verkorkste Generation die mit den Dollarzeichen in den Augen aufgewachsen ist, mit dem Anspruchsdenken an den Staat, aber von Disziplin, Strebsamkeit etc. keine Ahnung hat. Ihr Nichtwissen kaschiert diese ganze Generation mit Arroganz und Überheblichkeit
    Da gibt es so einen Johannes Vogel ind er FDP, 29 Jahre alt, noch nie gearbeitet, 10 Jahre Studium und der nennt sich jetzt Arbeitsmarktexperte.
    Das ist eine Ohrfeiege für jeden Menschen, der was gelernt hat und seine Jahrzehnt Arbeit auf dem Buckel hat
    Mein Sohn wäre nciht auf dei Idee gekommen, 10 Jahre zu studieren.

  • Berlusconi wollte mit der Umsetzung der Sparpläne warten bis 2013, nach der Wahl. Er wurde vor kurzem aufgefordert, schon früher was zu machen. Nun es wird ja jetzt was gemacht. Somit wird nun indirekt der Wahlkampf Berlusconis finanziert, weil anstatt im eigenen Land unpopuläre Massnahmen zu machen, holt man es sich von der EZB.

  • Was erwarten Sie denn von einer Partei die nur noch aus Teenagern besteht, die das Wort Arbeit nicht mal buchstabieren können.
    Das ist ja das Problem was Deutschland hat. Nichtskönner spielen Politiker
    Rösler ist da das bete Beispiel. Studiert aht er Medizin, erfolgreich als Mediziner scheint er nicht gewesen zu sein, sonst wäre er das ja. Jetzt spielt er Wirtschaftsminister. Wo hat der denn Wirtschaftkenntnisse her? Er sit doch nur ein ewig grinsender Dummschwätzer
    Politiker ist der einzigste Beruf in Deutschland für den man keinerlei Qualifikation braucht.
    Die "Erfolge" sehen wir ja jetzt
    Die Generation "ABBA" ist im Bundestag versammelt "-Abitur-Bafög-Bundestag-Alterversicherung"
    Oder wie Michael Sommer vom DGB mal sagte, es ist die Generation mit der "Drei-Saal-Karriere" - "Kreißsaal-Hörsaal-Plenarsaal"
    Für Leute die nichts weiter vorzuweisen haben als 10 Jahre Rumstudieren und bei jedem guten Personaler abblitzen würden, ist die Politik doch der beste Job. Hochbezahlt für Nichtskönner und bis sich der Sargdeckel schließt vom dummen Steuerzahler versorgt.
    Dazu noch eine Kanzlerin, die eine 150%ige DDR-Bürgerin war und mit Demokratie nicht viel am Hut hat.
    Das ist doch das was wir haben.
    Es wird in ganz Europa knallen, aber mächtig.
    Und nicht nur wegen der Schuldenkrise, sondern auch wegen der totalen Überfremdung und dadurch Ausplünderung unserer Sozialsysteme. So etwas kann sich kein Land leisten.
    Der Chef des CIA sagt für Europpa Bürgerkriege voraus ca. 2020.
    Aber ich glaube, so lange dauert es gar nicht mehr
    Deutschland schafft sich ab und zwar täglich ein bißchen mehr

  • Schuldenbrems!
    Es ist schon eigenartig was Politiker so umtreibt. Eine Schuldenbremse in der Verfassung, wie in Deutschland nun auch für alle anderen Länder der EU zu fordern ist totaler Unsinn. Die Politik ist selbst schuld an den derzeitigen Problemen und nicht nur wegen großer Verschwendungssucht sondern vor allem weil sich die Politiker der notwendigen Einnahmen beraubt haben. Ich kann nicht Schulden haben und gleichzeitig meine Einnahmen verringern, dass muß nach hinten losgehen.

    Neben einer gesunden auf Wachstum gerichteten Wirtschaftpolitik ist es daher auch wichtig die Einnahmenseite wieder zu erhöhen. Nicht im unteren und mittleren Einkommensbereich, sondern vor allem im oberen Einkommensbereich und bei den Unternehmenssteuern.

  • Sie verkennen nur eins, wenn Sie sagen, es geht Deutschland so gut.
    Wem geht es denn gut? Dem Bürger nicht, sondern der Großindustrie und den Reichen. Die sind übrigens während der Krise noch reicher geworden. Und das ist schon komisch. Das hat so was von Kreigsgewinnlern
    Der Mittelstand bricht ein und rutscht ab.
    Und unsere Industrie hat ihren Wohlstand Zwangsarbeitern (1 €-Jobber) und Billigstlöhnern über kriminelle Leihfirmen zu verdanken. Übrigens, installiert von Rot-Grün
    Darauf braucht man nicht stolz sein.
    Wir gelten in der EU als Niedriglohnland. Im übrigen ist das auch eine Wettbewerbsverzerrung, denn andere Länder zahlen ihre Leute normal und ordentlich
    Wir ahben überhaupt keinen Grund auf andere Länder zu schimpfen und ihnen zu sagen wie sie was zu machen haben.
    Derzeit führen sich usnere Politiker auf wie Krieger, die der Welt mal wieder verkünden "am deutschen Wesen soll die Welt genesen"
    Das sit einfach nur dreist

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