FDP in der Nische
Wettbewerb? Nein danke!

Es ist ein wenig still geworden um die drei kleinen Parteien, die das Gegenwicht zur übermächtigen Regierungskoalition bilden sollten. Die Opposition fiel nach den letzten Wahlen aber mehr durch Unkenrufe und Zerstrittenheit als durch Schulterschluss und konstruktive Kritik auf. Nun sieht sich ausgerechnet die vom langjährigen Koalitionspartner CDU verschmähte FDP einer neuen Krise gegenüber.

BERLIN. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel fährt im politischen Berliner Betrieb selten die schweren Geschütze auf. Der Bundeswehroffizier der Reserve gilt eher als umgänglich, an der Sache orientiert, ein General, der nur ab und zu die politische Kanone aus der Schublade herausholt.

Doch selbst für Niebel, der gern und oft das Wort von den freien Kräften des Marktes im Mund führt, war Anfang des Jahres das Maß voll. Da hörte er, dass Linkspartei und WASG ihren Vereinigungsparteitag ausgerechnet am kommenden Wochenende in Berlin abhalten wollen. Seither herrscht Kampfesstimmung zwischen den Parteien. Denn ausgerechnet am Wochenende findet auch der FDP-Parteitag in Stuttgart statt. Und für mehr als ein Ereignis, so die Sorge der FDP, reicht die mediale Aufmerksamkeit nicht.

„Als die PDS unser Parteitagsdatum besetzte, habe ich mich bei deren Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch nicht gerade bedankt“, sagt Niebel heute moderat. Doch hinter den Kulissen knallt es noch immer. Die Liberalen fühlen sich überrumpelt. Bereits im Mai 2006 war Bartsch über den Zeitplan der Liberalen informiert worden. Erst Monate später entschlossen sich die beiden linken Gruppierungen dann, eine neue Partei zu gründen, und legten ihren Zeitplan fest.

Aus Sicht Niebels nicht der erste Sündenfall. Bereits im vergangenen Jahr verhagelte ihm die SPD die Presseernte, als Kurt Beck zeitgleich mit dem liberalen Parteitag in Rostock auf den Schild gehoben wurde.

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