FDP in Rheinland-Pfalz
Westerwelle ist „ein Klotz am Bein“

In den FDP-Landesverbänden rumort es. Die Dauer-Schwäche der Liberalen wird Parteichef Westerwelle angelastet. Nicht wenige wünschen sich, er würde sein Amt zur Verfügung stellen. Nach Einschätzung des Bonner Politikwissenschaftler Gerd Langguth sind die Tage von Westerwelle als FDP-Chef gezählt. In Rheinland-Pfalz sieht man ihn gar als "Klotz am Bein".
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DÜSSELDORF. „Westerwelles Doppelfunktion als Parteivorsitzender und als Außenminister wird auf Dauer nicht zu halten sein“, sagte der Professor an der Universität Bonn Handelsblatt Online. „Vermutlich wird es nach den Landtagswahlen des kommenden Jahres zu einer Ämtertrennung kommen.“

Allerdings dränge sich bislang eine Nachfolge nicht auf, da bisher kein Widersacher „so richtig erkennbar“ sei, gab Langguth zu bedenken. So sei Generalsekretär Christian Lindner, der für das Amt des Parteivorsitzenden in Frage komme, Westerwelle zur Loyalität verpflichtet. „Lindner dürfte zudem die Diskussion wegen seines jugendlichen Alters zu früh kommen“, meinte der Parteienforscher.

„Wenn aber die FDP im kommenden Jahr bei den sieben Landtagswahlen zu der Erkenntnis kommen muss, dass eine Überwindung ihrer Dauermisere nicht in Sicht ist, werden Partei und die Bundestagsfraktion handeln müssen, auch wenn sie wissen, dass sie den grandiosen Wahlerfolg 2009 eine klugen Wahlkampfstrategie Westerwelles verdanken“, fügte Langguth hinzu. Erschwerend komme hinzu, dass die FDP-Dauerkrise die Koalition nicht zur Ruhe kommen lasse, zumal auch innerparteilich die Stellung des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer angeschlagen sei.

Zuvor hatte es aus der baden-württembergischen FDP Rücktrittsforderungen an Westerwelle gegeben. Mehrere prominente Mitglieder der Südwest-FDP drängten Westerwelle in einem offenen Brief noch vor der Landtagswahl am 27. März zum Rückzug von der Parteispitze, berichtete die „Südwest Presse“ am Mittwoch. Der Ehrenvorsitzende der Stuttgarter FDP, Wolfgang Weng, fordere Westerwelle in dem Schreiben auf, spätestens beim Dreikönigstreffen Anfang Januar in Stuttgart anzukündigen, dass er nicht wieder für den Parteivorsitz kandidieren werde.

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  • Ausverkauf der Eitelkeiten...
    iel ist nicht geblieben an ihm, selbst der Spass ist fort. Wenn er geht, geht ein peinliches Übel der deutschen Aussenpolitik und der Politik insgesamt, aber was bleibt? Der Rest der FDP ist gänzlich unbrauchbar, alles Restewelles. Und tatsächlich die FDP scheint lautlos zu implodieren. Heute hat jemand auf ebay ein kleines Kunstwerk eingestellt und es "Westerwelle schmilzt wie ein Schneehaufen" genannt: http://cgi.ebay.de/120660873554 - nun, ich wette spätestens im Frühjahr ist er weg.

  • Der selbstgewollte ausflug in den Shareholder-Value mit westerwelle ist für die FDP in einer bauchlandung geendet. "ihr kauft mir den Schneid nicht ab !!", so tönte er noch vor wenigen monaten. Heute tönt er nicht mehr. daraus folgere ich daß "sie" ihm den Schneid eben doch abgekauft haben. Die ideologie des eigennutzes hat versagt. Ein wechsel ist jedoch völlig unglaubwürdig, wenn auf westerwelle das bildzeitungs-format brüderle folgt. Dabei hat die FDP auch wirklich gutes und intelligentes Personal, beispielsweise Leutheusser-Schnarrenberger. die FDP wird sich einmal überlegen müssen,ob es wirklich etwas einbringt, hemmungslos auf Lobbypolitik für unternehmer und Reiche zu setzen. da könnte man ja das gehirn vielleicht mal einschalten. Und nicht stur mit brüderle den falschen weg weitertrotten.

  • Nur den Vorsitzenden auszutauschen wird wohl nichts ändern. Der Generalsekretär hat ja wohl eher das Charisma eines offenen Kühlschrankes. Wer glaubt, damit Wählerstimmen zu fangen, der irrt. Aber probiert es doch mal aus!
    Der inhalt muss sich ändern, und das geht nun mal nicht mit den alten Köpfen.
    Es ist auch eine Frage des Stils. Schreihälse und Alleswisser kommen beim Wähler -weil unglaubwürdig- nicht an. Also muss Westerwelle, Lindner und Hombuger erst mal weg.

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