FDP-Konzept
Liberale wollen Punktesystem für Einwanderer

Die FDP will laut einem Medienbericht ein eigenes Einwanderungsgesetz vorschlagen. Die Liberalen fordern unter anderem ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild sowie die Abschaffung des Arbeitsverbots für Asylbewerber.
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BerlinDie FDP hat ein eigenes Konzept für ein Einwanderungsgesetz erarbeitet. Wie die Zeitung „Die Welt“ in ihrer Montagsausgabe unter Berufung auf den Entwurf berichtete, fordern die Liberalen unter anderem ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild sowie die Abschaffung des Arbeitsverbots für Asylbewerber. Dem Bericht zufolge will der FDP-Bundesvorstand das Konzept am Montag beschließen.

Deutschland müsse angesichts des wachsenden Fachkräftebedarfs „endlich den klugen Köpfen aus aller Welt den roten Teppich ausrollen“, zitierte die Zeitung aus dem Antrag. Die Einwanderung solle nach Kriterien wie Bildungsgrad, Sprachkenntnis, Alter und Fachkräftebedarf am Arbeitsmarkt „flexibel gesteuert werden“. In dem Antrag werden zudem beschleunigte Einbürgerungen nach nur vier Jahren sowie die grundsätzliche Zulassung der doppelten Staatsbürgerschaft gefordert.

Die FDP fordert der „Welt“ zufolge in ihrem Konzept zudem Korrekturen beim Asylrecht. So sollten Flüchtlinge, die sich legal im Land aufhielten, von Beginn an arbeiten dürfen. „Wenn Menschen ihren Unterhalt selbst erwirtschaften können, sollten sie nicht zum Bezug staatlicher Leistungen gezwungen sein“, heißt es in dem Antrag. Diejenigen, die am Arbeitsmarkt gebraucht würden, sollten zudem dauerhaft in Deutschland bleiben dürfen.

Über ein Einwanderungsgesetz wird derzeit auch in der Regierung diskutiert. Die Debatte darüber hatte CDU-Generalsekretär Peter Tauber angestoßen, der in den kommenden Wochen innerparteilich über ein solches Gesetz beraten will. In der Union ist Taubers Vorstoß allerdings umstritten. Die SPD will ebenfalls eigene Konzepte für ein Einwanderungsgesetz erarbeiten.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Wie unrecht Sie doch haben, Herr Wahrsager. Wir haben sehr viele Arbeitslose, darunter aber wenige hochqualifizierte Spezialisten. Ich als Arbeitgeber weis wie schwierig es ist Mitarbeiter, Wissenschaftler und technische Kräfte, mit einem dem nötigen Mindestmaß an Qualifikation für user Unternehmen zu finden. Und wir wissen auch, wie schwierig es ist einen Ausländer einzustellen - das Arbeitsamt verlangt deutschen Arbeitnehmern den Vorzug zu geben, zurecht wie ich meine. Und unter uns gesagt, mir ist aus sehr pragmatischen Gründen ein einheimischer Mitarbeiter lieber, schon wegen der mit einem Ausländer verbundenen Bürokratie und von Sprachbarrieren. Die Wahrheit ist, Fachkräfte sind "Mangelware" schon alleine deshalb, weil hochqualifizierte Arbeitskräfte zumindest in unserer Branche sehr oft ihr Heil im Ausland suchen.
    Die "Südländer, die Scharenweise nach Deutschland gekarrt" werden übernehmen in der Regel schlecht bezahlte Jobs, und sind keine Fachkräfte. Daher hüten Sie sich von Verallgemeinerungen in Bezug auf die Industrie.

  • Wie recht Sie doch haben, Frau Steer. Bei 6 Millionen Arbeitslosen und Unterbeschäftigten gibt es in Deutschland keinen Fachkräftemangel. Deutsche Arbeitslose, die es es allein schon wegen besserer Sprachkompetenz besser könnten als Spanier, Griechen und Portugiesen, gibt es genug. Die Wahrheit ist: Neolibertäre FDP-ler und deutsche Wirtschaft sind an einem Abbau der deutschen Gesamtarbeitslosigkeit nicht interessiert. Sie fürchten die Menschen dann nicht mehr so gängeln und gefügig halten zu können. Deshalb werden Heerscharen von Südländern nach Deutschland gekarrt anstatt "deutsche" Arbeitslosigkeit abzubauen.

  • "... Und das Geschwätz vom Fachkräftemangel muß endlich aufhören..."

    Gut, dass wir so weitsichtige Menschen wie Sie haben. Mich kotzt es auch langsam an, dass Wissenschaftler und Unternehmen immer noch fundierten und begründeten Sorgen diesbezüglich hinterherlaufen. Es ist doch viel einfacher zu sagen - ist nicht und gut ist, das Problem ist weg. Genialer Ansatz. Weiter so. ;-)

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