FDP-Krise
Westerwelle erntet Kubickis "Mitleid"

Wolfgang Kubicki, Fraktionschef der FDP in Schleswig-Holstein, hat maßgeblich dafür gesorgt, dass Guido Westerwelle parteiintern unter Beschuss geraten ist. Nun spricht er wieder über Westerwelle - erneut wenig schmeichelhaft: Er habe "Mitleid mit dem Menschen Westerwelle", sagte Kubicki.
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HB BERLIN. Angesichts der anhaltenden Spekulationen über die politische Zukunft von FDP-Chef Guido Westerwelle hat der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki Mitleid geäußert. "Ich habe Mitleid mit dem Menschen Westerwelle, angesichts der Art und Weise, wie mit ihm umgegangen wird", sagte Kubicki am Freitag dem Internet-Portal der "Süddeutschen Zeitung". Es sei "falsch, ihn allein für die Lage der FDP verantwortlich zu machen". Rücktrittsforderungen seien jetzt "kontraproduktiv".

Kubicki hatte mit Kritik am Zustand der Bundespartei am vergangenen Wochenende die jüngste Debatte ausgelöst. In dem Gespräch verteidigte er sich jedoch gegen Vorwürfe, der eigenen Partei damit geschadet zu haben. "Ich habe die FDP nicht in Aufregung versetzt. Sie war es längst."

Zur Diskussion um den Parteivorsitzenden sagte Kubicki: "Unser Problem trägt nicht den Namen Guido Westerwelle." An der Lage der Partei trügen „eine Menge anderer Personen im Führungskreis“ eine Verantwortung. "Nicht nur der Vorsitzende ist gefragt. Alle, die Führungsverantwortung tragen, sind gefordert, die FDP wieder aufzurichten."

Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat sich zu Guido Westerwelle geäußert. "Absurde Spekulationen bringen niemanden weiter", sagte Brüderle am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. "Die FDP hat einen Vorsitzenden, der das Vertrauen des gesamten Präsidiums genießt." Brüderle, der auch stellvertretender FDP-Chef ist, appellierte an seine Partei: "Wir haben durch unsere Geschlossenheit Erfolge erreicht, und wir werden auch nur durch Geschlossenheit wieder in die Erfolgsspur kommen. Wahlen gewinnt man mit heißem Herz und kühlem Kopf. Das sollten sich jetzt alle bewusstmachen."

Zuvor hatte Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel erklärt, er sehe keinen Anlass für eine Ablösung von FDP-Chef Westerwelle. "Wir sind in einer schwierigen Situation“, räumte er im ZDF ein. "Aber alle, die jetzt sich zu Wort gemeldet haben, sagen, es gibt keine richtige Alternative. Das sehe ich ganz genauso." Da es keine Alternative zu Westerwelle gebe, gelte: "Entweder man stürzt einen Vorsitzenden oder man stützt ihn - und jetzt müssen wir alle ihn stützen, damit es mit der FDP vorangeht."

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  • Nur wer am Abgrund steht und...springt darüber hinweg,zeigt was er drauf hat.
    Guten Abend und fröhliche Weihnachten.

  • (7,8)
    Wenn Westerwelle kämpfen kann und er geht gestärkt aus diesem Kampf hervor, dann...Chapeau!

  • Die US-Administration sieht im Moment eher das bundeskanzleramt und weniger das Außenamt als Ansprechpartner an. Möglicherweise besteht die Tendenz zu versuchen, das Verhältnis der beiden Ämter mehr auzubalancieren, wozu eine Schwächung des Außenministers gehören könnte.

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