FDP-Kritik an Luxussteuer-Vorschlag: „Maschmeyers Vorschlag ist überheblich“

FDP-Kritik an Luxussteuer-Vorschlag„Maschmeyers Vorschlag ist überheblich“

Zustimmung von Rot-Grün, harsche Kritik aus der FDP: Jörg-Uwe Hahn bezeichnete die Luxussteuer als „überheblich“. Wenn Maschmeyer zu viel Geld habe, solle er es lieber für wohltätige Zwecke anlegen.
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BerlinDer Vorsitzende der hessischen FDP, Jörg-Uwe Hahn, hat mit scharfer Kritik auf die Forderung des Unternehmers Carsten Maschmeyer nach einer Luxussteuer als Aufschlag auf die Mehrwertsteuer beim Kauf von Luxusartikeln wie Yachten oder Kaviar reagiert. „Herrn Maschmeyers Vorschlag ist ziemlich überheblich“, sagte Hahn Handelsblatt Online. „Er sagt ja sinngemäß, ich hab es so dicke, ich kann auch mit Luxussteuer.“ Es seien aber nicht alle Menschen so wohlhabend wie Maschmeyer. „Diejenigen, die vielleicht Jahre auf ein neues Traumauto gespart haben, werden von einer Luxussteuer wenig begeistert sein“, betonte Hahn.

Hahn, der auch stellvertretender Ministerpräsident von Hessen ist, rief den Unternehmer in diesem Zusammenhang zu einem stärkeren gesellschaftlichen Engagement auf – insbesondere in finanzieller Hinsicht. „Wenn Herr Maschmeier zu viel Geld hat, dann appelliere ich an ihn, zum Beispiel in Hessen Geld an wohltätige Organisationen zu spenden“, sagte er. Daran werde ihn keiner hindern.

Scharfe Kritik äußerte Hahn an SPD und Grünen, die positiv auf Maschmeyers Luxussteuer-Vorstoß reagiert hatten. „Anstelle sich um neue Steuern Gedanken zu machen, hätten Linke, Grüne und SPD im Bundesrat etwas für Millionen von Arbeitnehmern machen und für den Abbau der Kalten Progression stimmen können“, sagte das FDP-Präsidiumsmitglied. Hier sei lieber auf Wahltaktik als auf Gerechtigkeit gesetzt worden. „Das ist eiskalt und scheinheilig.“

Steuern auf Luxusartikel zu fordern, klinge hingegen immer gut. „Wenn man aber bedenkt, dass Yachten oder andere Luxusartikel vielfach in Deutschland hergestellt werden, träfe ein Umsatzrückgang am Ende wieder den kleinen Mann“, sagte Hahn. Deshalb sei diese Idee falsch. „Dass Herr Maschmeyer sich für so einen Quatsch hergibt, verstehe ich nicht.“

Der Vorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, hatte den Vorstoß Maschmeyers begrüßt. „In der Sache ist das richtig, von der politischen Zielrichtung erst recht, und es gibt wohl auch solche Modelle in Skandinavien“, sagte Stegner Handelsblatt Online. Der Koordinator der Linken im SPD-Bundesvorstand sagte allerdings auch: „Schwierig könnte aber dabei die gewünschte Harmonisierung der europäischen Umsatzsteuerregelungen werden.“

Auch der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Gerhard Schick, reagierte positiv. „Richtig ist, dass es Korrekturen im Steuersystem braucht, um der wachsenden Ungleichverteilung entgegenzuwirken“, sagte Schick Handelsblatt Online. „Die Äußerungen von Herrn Maschmeyer zeigen, dass das auch bei vermögenden Menschen Zustimmung findet.“ Die Grünen strebten dazu aber vor allem eine einmalige Abgabe auf große Privatvermögen an. „Außerdem soll die Privilegierung von Kapitalerträgen im Rahmen der Abgeltungssteuer abgeschafft und der Spitzensteuersatz erhöht werden“, sagte Schick.

Maschmeyer hatte im Interview mit dem Handelsblatt erklärt: „Auf Luxusgüter sollte man eine hohe Sondersteuer einführen, denn das wäre eine faire Umverteilung und träfe die Richtigen.“

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  • Luxus-Steuer, tolle Idee, nur nicht zu Ende gedacht.

    Die wohlhabenden Bürger, die Geld ausgeben können, nutzen ebenfalls oder aufgrund ihrer Beziehungen verstärkt die günstigen Einkaufsmöglichkeiten. Im Einkauf liegt bekanntlich der Gewinn. Weil die reichen Leute überdurchschnittlich geschäftstüchtig sind, haben sie es zu ihrem Reichtum gebracht (nur ein Beispiel: Aldi). Die Geschäftsidee „Aldi etc. “ ermöglicht dem einfachen Bürger ein auskömmliches Leben. Hätte es den Aldi nicht gegeben, hätten wir über viele Jahre mehr Geld für unsere Lebensmittel aufwenden müssen. Daran hätte keine Partei etwas geändert.

    Erheben wir in Deutschland eine Luxus-Steuer nach der Anordnung „Maschmeyer“, findet der Luxusgüterhandel in einer anderen Ecke der Welt statt und der deutsche Steuerzahler hat noch nicht einmal die bisherigen 19% an der MWST eingenommen.

    Die bisher gesponserte Hintergrundpolitik von Herrn Maschmeyer sollte stärker als bisher durchleuchtet werden. Wenn sich Herr Maschmeyer etwas mehr für Deutschland engagieren möchte, dann sollte er einer Partei beitreten und als Bundeskanzler kandidieren. Vielleicht bekäme er nach einigen Jahren Regierungszeit den Titel „Berlusconi“ von Deutschland.

    Ich nehme an, Herr Maschmeyer scheut die Arbeit, die ein Regierungsamt mit sich bringt und geniest lieber sein bisheriges Luxus-Leben, für das er noch viel zu jung ist. Wie er zu seinem Reichtum gekommen ist, sollte hinlänglich bekannt sein und zum Nachdenken anregen.

    Nachdem Maschmeyer immer wieder Politiker seiner Denkweise unterstützt, stellt sich die Frage, ob er sich nun eine Annäherung an „Sarah Wagenknecht“ vorstellen kann. Beide denken anscheinend in die gleiche Richtung und vertreiben damit die Gutverdiener und Investoren aus Deutschland.

    Macht alles nix, dann haben wir halt mehr Bürger ohne Arbeit in Deutschland. Wie es sich ohne ausreichend Arbeitsplätze lebt, machen uns Griechenland, Spanien etc. täglich vor.

  • In dfer Zeit des Wirtschaftswunders,wurde für den
    alltäglichen Bedarf produziert.
    Textil und Landwirtschaftsbetriebe beschäftigte
    einen Großteil der Menschen.
    Gut ausgebildete Flüchtlinge aus den ehemaligen
    Gebieten,taten sich hier besonders hervor.
    Sozialer Wohnungsbau tat ein übrig.
    Heute läßt man in Taiwan billig produzieren.
    Gibt es kaum noch Textilindustrie oder kleine
    Bauernhöfe..zu tausenden abgeschafft..ebenso
    wie das soziale Wohnen.Kleine Tante Emmaläden,
    aufgeben für Bau und Drogerieketten.
    Alles wurde zum Spekulationsobjekt.
    Luxusgut für eine nimmersatte Klientel.



  • Ich frage mich ernsthaft,welcher Unternehmer noch motiviert ist in Deutschland Arbeitsplätze anzubieten,
    sollten die geplanten Steuererhöhungsorgien bei einem
    hoffentlich nicht stattfindenten Regierungswechsel in Deutschland umgesetzt werden.
    Es ist offensichtlich " En Vogue " ,daß sich wenige
    populismusgeile Vermögende in der Öffentlichkeit für
    höhere Steuern und Vermögensabgaben verwenden.
    Im Falle Maschmeyer kann man nur vermuten ,daß ihm der Verstand in die Hose gerutscht ist.

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