FDP lässt Jamaika-Koalition platzen

„Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“

Seite 2 von 2:
„Der schießt das ab. So kann man nicht arbeiten“

Dabei kündigte sich der Abbruch der Verhandlungen am Sonntag an. Schon am Mittag hatte es geheißen, es herrsche dicke Luft. Es stehe Spitz auf Knopf. Beklagt wurden fehlendes Vertrauen, Durchstechereien, persönliche Angriffe und Unwahrheiten in der Öffentlichkeit. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte, die ernsten Verhandlungen der Chefs seien kein Theaterdonner.

Verärgert zeigten sich Union und FDP wegen eines Interviews des Grünen Jürgen Trittin in der „Bild am Sonntag“. „Der schießt das ab. So kann man nicht arbeiten“, sagte ein FDP-Verhandler. Trittin hatte in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“ auf wachsende Differenzen hingewiesen.

Dies gelte für die Europa-Politik, bei Verkehr und bei Waffenexporten. „Union und FDP erwarten manchmal, dass wir das Gegenteil dessen tun, was wir im Wahlkampf versprochen haben. Das ist nicht realistisch.“ Beim Streitpunkt Migration sei seine Partei an die Schmerzgrenze gegangen, sagte Trittin dem Blatt zufolge weiter.

Eine wichtige Ansage vom gescheiterten SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz kam während der Verhandlungen. Vor allem für Merkel, die bei einem Scheitern um ihre Macht fürchten muss. „Ich gehe nach wie vor davon aus, dass sich die Schwampel-Sondierer auf eine Koalition des kleinsten gemeinsamen Nenners verständigen werden. Wenn nicht, gäbe es keine Große Koalition, sondern Neuwahlen.“ Dafür wäre dann insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verantwortlich, sagte er.

Eine Botschaft, die bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht gut ankam. Er rief alle Seiten auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Es bestehe kein Anlass für „panische Neuwahldebatten“. Wenn jetzt von den Jamaika-Verhandlern hart um große Fragen wie Migration und Klimaschutz gerungen werde, müsse das kein Nachteil für die Demokratie sein.“ Offenbar hatte die Mahnung des Bundespräsidenten nicht gewirkt.

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: FDP lässt Jamaika-Koalition platzen - „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“

27 Kommentare zu "FDP lässt Jamaika-Koalition platzen: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Mensch Lindner, gratuliere. Hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut, aber diese Haltung hat meinen ABSOLUTEN Respekt. Kein Verbiegen bis hin zur totalen Selbstverleugnung der reinen Macht willen (wie es seit Merkels Ära insbesondere praktiziert und üblich ist), sondern echte Werte.

    DANKE, diese Haltung ist beispielgebend.

  • An die F D P ,
    herzlichen Glückwunsch zu dem Ausstiegsentschluß und der Erkenntniss , dass Wasser nicht bergauf fließen kann. Auch wenn man es mit medialer Unterstüztung und Tag-und Nachtgebeten versucht . Das wird der Partei zwar medialen Gegenwind, aber bei wahrscheinlich kommenden Wahlen Stimmengewinne bringen !
    Endlich nicht umgefallen , darauf kommt es an !

  • Auch wenn nun viele andere so tun, als sei man "kurz" vor einem Kompromiss gewesen, glaube ich das nicht. Die FDP hat nur das getan, was die Bevölkerung schon in den letzten Tagen gesehen hat: es geht einfach nicht. Insofern ist es auch Quatsch, einen Schuldigen zu suchen. Die Positionen haben einfach nicht zusammengepasst.

  • Der tapfere Ritter Christian hat Deutschland vor der bösen Hexe Angela und ihren hinterhältigen grünen Zwergen bewahrt. Ich ziehe hochachtungsvoll meinen Hut vor ihm und seinen heldenhaften Mannen von der FDP und hoffe, dass Merkel und Seehofer endlich ihren Hut nehmen, um zu gehen.

  • Nach fünf Wochen , hat die F D P als erste Parteigemerkt , dass Wasser nicht bergauf fließen kann , auch wenn man es mit Tag-und Nachtgebeten versucht !
    Endlich mal nicht umgefallen , wird die F D P bei wahrscheinlichen Neuwahlen für ihre Haltung belohnt . Die Frage ist nur ob Frau Merkel Kandidatin der CDU/CSU
    wird .

  • Bravo, Herr Lindner! Ich dachte schon, dass es keine vernünftige Partei mehr für Deutschland gibt und alle nur nach Merkels Pfeife tanzen, nur um ein paar Pöstchen in der Regierung zu bekommen....Wie mich diese machtgeilen und sich anbiedernden Grünen anwidern! Hoffentlich werden die bei Neuwahlen endlich mal Richtung 5%-Marke gestutzt. Ich wünsche mir, dass die FDP durchhält und bei der nächsten Wahl mindestens Richtung 20 % kommt.

  • Mir scheint, daß mit der Lindner-FDP eine zuverlässige Kraft in Deutschland wählbar wird. Die Merkel-Umvolker scheinen am Ende, wenn die Sozen weiter streiken.
    Ein schöner Tag, Mutti sollte das Licht ausschalten und Erich nachreisen.

  • Die Positionen der "Jamaika-Parteien" waren von Anfang an unvereinbar, sodaß nun der Abbruch der Sondierungen nicht verwundert. Wer kann sich schon eine "Fluch-derKaribik"-Politik für unser Land wünschen?
    Am besten wäre aus meiner Sicht nun eine Minderheitsregierung, bei der Merkelein dann alle naselang die übrigen BT-Parteien um Zustimmung für ihre künftigen grandiosen Vorhaben bitten müsste statt wie bisher einfach alternativlos durchzuregieren, noch besser wäre natürlich, sie träte heute noch zurück.

  • Die FDP hat aus meiner Sicht das Richtige gemacht und ihre Wähler nicht hinters Licht geführt und ist zum dem eingestanden was sie vor der Wahl gesagt hat. Und hat dadurch dafür gesorgt, dass es bei den Themen Energiewende und Flüchtlingspolitik kein weiter so gibt zumindest nicht mit der FDP:

  • Herr Peer Kabus,

    da haben Sie leider Recht. Wir wissen, wie sehr die Medien das Volk beeinflussen können. Das war schon immer so und wird auch so bleiben. Es liegt jedoch auch an uns, ob wir diese Beeinflussung zulassen. Ich befürchte jedoch hier zu einer Minderheit zu zählen, die bisweilen nicht in der Lage ist sich ohne Fremdbeeinflussung eine eigene Meinung zu bilden.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%