FDP-Parteitag: Endlich langweilig

FDP-Parteitag
Endlich langweilig

Die Liberalen legen beim Parteitag ihr Wahlprogramm fest. Dabei demonstriert die FDP vor allem ihre neue Einigkeit. Sie will aber auch noch mal klarstellen: Die CDU braucht diese Liberalen. Doch das stimmt so nicht.

DüsseldorfEs ist ruhig geworden um die FDP, erstaunlich ruhig. Keine internen Querelen, wenigstens keine öffentlichen. Und das ist so gewollt. Denn vor dem Parteitag machen die Liberalen auf „Friede, Freude, Eierkuchen“, sagt Gero Neugebauer, Parteienforscher an der Freien Universität Berlin Handelsblatt Online.

Der Grund: Die vergangenen Streitereien, ja fast schon Zerfleischungen in der Öffentlichkeit, die nur dazu geführt hätten, dass die Partei weiter an Profil verloren habe. So wird der Parteitag wohl „schön, einmütig und langweilig werden“. Und darauf gerichtet sein, sich unentbehrlich zu machen.

Doch genau da liegt da Problem. Nicht nur die schlechten Umfragewerte – die Liberalen dümpeln zurzeit zwischen vier und sechs Prozent, je nach Meinungsforschungsinstitut – machen der Partei zu schaffen. Sondern auch das fehlende Profil.

Die Partei müsste es schärfen, doch das gelinge ihr nicht, sagt der Experte. Vor allem, weil es den Liberalen an Themen fehle, die die Menschen bewegen. Inhaltlich habe sich die Partei auf das Thema gegen Steuererhöhung, für Haushaltskonsolidierung reduziert. Doch das sei zu wenig. „Die Wähler haben keine Vertrauen mehr in die Leistungsfähigkeit der FDP“, sagt der Parteienforscher. „Die FDP ist nur noch so etwas wie eine Funktionspartei, eine Mehrheitsbeschaffungspartei für die Union.“

Hinzu kommt das Problem mit der AfD. Zwar behauptet FDP-Mann Christian Lindner, der größte Gegner seien die Grünen. „Doch das ist natürlich die AfD“, sagt Neugebauer. Der größte Anteil der Parteimitglieder der Alternative für Deutschland käme zwar aus der Union. Doch immer noch 25 Prozent der AfD-Mitglieder kämen aus der FDP.

Und damit wird die FDP bei der Bundestagswahl ein Rechenbespiel. Nicht nur in der Frage, ob sie es überhaupt in den Bundestag schafft, sondern auch, ob eine Mehrheit von Union und Liberalen überhaupt groß genug wäre, um eine Regierung bilden zu können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%