FDP-Parteitag
Lindner soll's richten

Im September musste die FDP eine Wahlniederlage einstecken, jetzt will sie ihre Existenzkrise auf dem Bundesparteitag überwinden: Lindner soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Kubicki übt indes Kritik.
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BerlinDie FDP will auf einem Sonderparteitag in Berlin an diesem Samstag eine neue Führungsmannschaft wählen. Zweieinhalb Monate nach dem Scheitern bei der Bundestagswahl kandidiert der nordrhein-westfälische Partei- und Fraktionschef Christian Lindner für den FDP-Bundesvorsitz. Philipp Rösler tritt nicht mehr an. Um die drei Stellvertreterposten und drei weitere Plätze an der FDP-Spitze werden Kampfabstimmungen erwartet.

Die Liberalen hatten bei der Wahl im September mit 4,8 Prozent erstmals in der Nachkriegsgeschichte den Einzug in den Bundestag verpasst. Sie sind noch in 9 von 16 Landesparlamenten vertreten. Der 34-jährige Lindner gilt als aussichtsreichster Kandidat für den Chefposten. Aber nicht alle Landesverbände unterstützen ihn vorbehaltlos. Es gibt bislang zwei kaum bekannte Mitbewerber.

Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki sagte der „Rheinischen Post“ (Samstag): „Dieses großmäulige Auftreten, die nicht gehaltenen Versprechen und zum Schluss das jämmerliche Bild, mit mangelnder Souveränität in den Wahlkampf zu gehen, das hat die FDP vielen Menschen verleidet.“ Am Schluss habe die FDP „nur noch eine mitleidheischende Wahlkampfführung“ gehabt, kritisierte Kubicki, der sich für den Posten des stellvertretenden Parteichefs bewirbt.

Der Vorsitzende der FDP Baden-Württemberg, der EU-Parlamentarier Michael Theurer, warnte vor einem Kurswechsel in der Europapolitik. Die FDP müsse auf ihrem europafreundlichen Kurs bleiben, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“ (Samstag). Parteimitglieder, die sich anders äußern, seien „Nationalstaatsromantiker, die im Grunde genommen das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen“.

Zugleich empfahl Theurer seiner Partei eine klare Abgrenzung zur eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD). „Ein Nachlaufen, das zeigen alle internationalen Beispiele, bringt gar nichts: dann wählen die Leute das Original und nicht die Kopie.“

Der schleswig-holsteinische Fraktionschef Wolfgang Kubicki hat seine Partei scharf kritisiert. „Großmäuliges Auftreten", „nicht gehaltene Versprechen" und „das jämmerliche Bild, mit mangelnder Souveränität in den Wahlkampf zu gehen", hätten „die FDP vielen Menschen verleidet", sagte Kubicki der „Rheinischen Post" aus Düsseldorf vom Samstag.

Vor der Bundestagswahl im September habe es „eine Mitleid heischende Wahlkampfführung" gegeben, sagte Kubicki, der bei dem Parteitag für den Posten eines Vizeparteichefs kandidieren will, der „Rheinischen Post". „Wir dürfen uns nie wieder klein machen", warnte er.

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