FDP-Parteitag

Rösler forciert die Profilbildung

Parteitag zwischen Durchhalteparolen und Kampfansagen: Beim parteiinternen Stimmungstest verlegte sich FDP-Chef Philipp Rösler auf Motivation - und war bemüht, dem politischen Kurs eine klare Richtung zu geben.
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Klarer Kurs: Rösler will die FDP positionieren. Quelle: dpa

Klarer Kurs: Rösler will die FDP positionieren.

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FrankfurtFDP-Chef Philipp Rösler hat seine Partei aufgefordert, sich mit einem klaren Kurs der sozialen Marktwirtschaft aus ihrem Tief herauszukämpfen. „Schluss mit der Trauer, Schluss mit den Tränen ... Es ist Zeit, die Taschentücher wegzustecken“, sagte Rösler am Samstag in einer Rede beim Sonderparteitag in Frankfurt. Die FDP müsse zu ihren liberalen Überzeugungen stehen und dafür eintreten. Sie müsse dazu beitragen, den Menschen in unsicheren Zeiten Orientierung zu geben.

In der Debatte zum Euro-Mitgliederentscheid warben Rösler und andere führende Parteimitglieder für den Kurs der Parteispitze bei der Euro-Rettung. Die Euro-“Rebellen“ um den Finanzexperten Frank Schäffler forderten hingegen ein Umdenken. „Auf alte Schulden, neue zu packen, funktioniert nicht“, warnte Schäffler.

Rösler räumte ein, 2011 sei für die Liberalen kein Erfolgsjahr gewesen. Wer jedoch zu Boden gehe und liegen bleibe, werde angezählt. Für die FDP gelte: „Wir bleiben niemals liegen, wir stehen auf, wir werden kämpfen für Freiheit und Verantwortung, für die Menschen in diesem Land. Jetzt erst recht.“ Die FDP sei immer dann stark gewesen, wenn sie ihre eigene Position gegen Widerstand verteidigt habe. „Wir werden niemals dem Druck weichen und umfallen“, rief der Vizekanzler unter dem Applaus der Delegierten. Die FDP brauche sich mit ihren Erfolgen in der Regierung nicht zu verstecken.

Fraktionschef Rainer Brüderle betonte, es sei jetzt Zeit für die „Abteilung Attacke“. Selbstbeschäftigung sei keine Lösung. Auch wenn es mal regne, müsse die FDP zu ihren Überzeugungen stehen.

Für die zweite Hälfte der Legislaturperiode verortete Rösler seine Partei als Hüterin der sozialen Marktwirtschaft. Die FDP setzte auf die Menschen und ihre Leistungsfähigkeit. Es brauche eine Partei, die den Menschen das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft zurückbringe. Weitere Themen seien Freiheit, Bildung und Bürgerrechte.

Der seit Mai amtierende Parteivorsitzende räumte indirekt ein, dass die FDP zu lange am Thema Steuerentlastungen festgehalten habe. „Wir müssen noch viel stärker deutlich machen, dass soziale Marktwirtschaft mehr ist als nur das Fordern von Steuersenkungen.“

FDP bleibt „klar pro-europäisch“
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15 Kommentare zu "FDP-Parteitag: Rösler forciert die Profilbildung"

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  • Eine Partei die offenkundig nur aus Teenagern besteht, kann nicht überleben.

  • Hallo Witzbold,
    wer eine "leistungsgerfechte Bezahlung" wünscht der nimmt allerdings in Kauf, dass etliche Empfänger von Geld aus der Staatskasse am Hungertuch nagen müssen (was nicht die schlechteste Entwicklung wäre).

  • Rösler, ein Mann zum falschen Zeitpunkt an der falschen Stelle!
    Auf der einen Seite proklamiert man Marktwirtschaft, auf der anderer will man ein Bürgergeld einführen - Umpumpstation Berlin kann ich da nur sagen und das zu einer Zeit, wo es eigentlich nichts zum Verteilen gibt. Auf ihrer Profilsuche tritt die FDP ein ums andere Mal ins Fettnäpfchen womit evident wird, dass diese Partei niemand mehr braucht!

  • Das Totenglöckchen hat längst zu läuten begonnen bei der FDP,
    nur von denen in der FDP will es keiner hören.

    Auch wissen sie alle, dass mit diesen Bubis kein Staat gemacht werden kann,
    nur keiner tut was dagegen.

    So kann man nur hoffen, dass der Urnengang baldmöglichst vorbei sein wird.

    Die sind wirklich dabei sich selbst zu entsorgen.

  • Wetten dass....?
    Nichts Neues und einfach nur peinlich die Rede des Vorsitzenden der Interessengemeinschaft FDP. Wie eine in die Ecke gedrängte Ratte beißt das Röslein um sich und geht bis zur persönlichen Beleidigung von Gabriel und Wagenknecht.
    Anscheinend hat Röslein zu spät erfahren, dass Oskar Lafontaine und S. Wagenknecht ein Paar sind; jetzt wird Oskar dem Röslein und damit der gesamten Interessengemeinschaft FDP den Garaus machen!
    Wetten dass.......?
    Es wird auch höchste Zeit!

  • Gut, dass diese Minipartei bald von der Bildfläche verschwunden sein wird. Ein paar wenige Aufrechte haben gegen den Mob keine Chance. Da schwafeln die Deligierten in höchsten Tönen von dem verfassungsfeindlichen ESM, der die Rettung bringen soll. Das Findelkind sabbert von Politik der Mitte, Schwesterwelle, der schlechtsete Aussenminister der Geschichte, schwingt eine Rede voller Phrasen. Kann keiner dieser Deppen die EU-Verträge und das Grundgesetz lesen. Gerade unser Aussenminister verweist auf die Präambel des GG, nimmt aber nur den Teil, der ihm passt, den er verbiegen kann. Von Souveranität Deutschlands und Demokratie will er nichts wissen. Von Vertragsbruch hält er viel. Die Deligierten, die darauf hingewiesen haben, gehören nicht zum Parteivorstand. Da sind die Parteien im B-Tag gleich. Bankentreu bis zum Untergang.
    Deshalb: keine Stimme mehr für Rot,Grün, Schwarz, Gelb

  • Die FDP hatte bereits direkt nach der Wahl Abschied genommen von ihren Programmzielen, mit denen sie noch im Wahlkampf um Stimmen geworben hatte.

    In den Koalitionsvereinbarungen und in der weiteren Regierungsarbeit hat sie die von ihr vertretene Grundrichtung verraten und sich den mittlerweile rot eingefärbten beiden anderen Regierungsparteien untergeordnet.

    Wer sich noch daran erinnert, wie es zu dem bezeichnenden Satz:'Aufstehen Erich (Mende), umfallen!'kam, der weiß auch noch, welchen Absturz in der Wählergunst das damals auslöste.

    Die FDP hat das jedoch offensichtlich komplett verdrängt. Manche lernen eben nie aus Fehlern.

  • Westerwelle sollte lieber seine Europaphrasen lassen
    und sich der Realität stellen und sehen, daß die Auste-
    ritätspolitik von Merkel & Co. längst zu einem Asset
    Stripping in Griechenland mutiert ist.
    Wenn er das als den großen Europagedanken betrachtet,
    dann Gute Nacht BRD!!!

  • Von Marktwirtschaft schwafeln und im Euro-Wahn das Land in den Bankrott fahren.
    Ach, ihr Bubis, euch braucht keiner mehr.

  • ...sein Vorschlag hinsichtlich Exportüberschüssen: weiter so Deutschland: da war das Profil abgefahren.
    Mit Slicks sollte man nicht auf spiegelglatter Piste fahren, bei der ersten ernsteren Kurve wirds unweigerlich Probleme geben...

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