FDP-Politiker Schäffler

Griechischer Währungsabschied rettet den Euro

Union und FDP beharren auf eine Privatgläubiger-Beteiligung bei neuen Griechen-Hilfen. FDP-Finanzexperte Schäffler jedoch sagt, was er von weiteren Unterstützung des Pleitestaats hält: gar nichts.
Update: 08.06.2011 - 11:37 Uhr 19 Kommentare
Euro auf der Kippe? Ein zweites Hilfspaket für Griechenland ist in Planung. Quelle: dpa

Euro auf der Kippe? Ein zweites Hilfspaket für Griechenland ist in Planung.

(Foto: dpa)

Der FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler hat Griechenland einen Austritt aus der Euro-Zone nahe gelegt. Damit ließe sich das Kernproblem einer nicht wettbewerbsfähigen Wirtschaft kurzfristig am einfachsten beheben, sagte Schäffler, der auch Mitglied des Finanzausschusses ist, am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin".

Eine Schuldenreduzierung wirke dagegen in der momentanen Situation des Landes kaum. "Dann werden morgen wieder neue Schulden gemacht und die Probleme sind wieder gleich", sagte er. Ein Austritt sei zwar eine "persönliche Entscheidung" der Griechen, Deutschland solle das Land aber im Falle eines Austritts aktiv unterstützen. "Das ist nicht der Untergang des Euros, sondern es rettet den Euro", stellte Schäffler klar.

Heute Abend kommen FDP und Union zu Sondersitzungen zusammen, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) die die umstrittenen Finanzhilfen zu diskutieren. Der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Flosbach, widerspricht Schäffler.

"Wir stellen die europäische Solidarität nicht in Frage. Das Gleiche erwarten wir auch von Griechenland. Wir entlassen Griechenland nicht aus seiner Verantwortung, seine Reformziele zu erreichen. Ein Austritt Griechenlands wäre nicht nur für Griechenland wirtschaftlich und politisch fatal. Diese Krise müssen wir zusammen meistern. Hier steht jeder in der Verantwortung für den anderen", sagte Flosbach Handelsblatt Online.

CDU/FDP-Antrag auf Beteiligung der Banken
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19 Kommentare zu "FDP-Politiker Schäffler: Griechischer Währungsabschied rettet den Euro"

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  • Herr Schäffler ist einer der wenigen intelligenten Politiker in diesem Land.
    Leider ist er in der FDP in der falschen Partei, da sich diese mehrheitlich für die totale Euro-Transfer-Union entschieden hat.
    Lieber Herr Schäffler, gründen Sie eine neue Partei oder treter einer der neuen Bewegungen bei (evtl. "Die Freiheit", ich kenne mich da noch nicht so aus).
    Meine Stimme hätten Sie!

  • Der Bank-Run findet übrigens schon seit einiger Zeit statt. Als VWL'er verweise ich Sie auf die zunehmenden Divergenzen in Euroland. Eine Tatsache, die sich schon vor der Euro-Einführung abzeichnete und angemahnt wurde (Petition von ca. 160 deutschen VWL-Profs). Aber anstatt die Argumente von Fachleute ernst zu nehmen hat man lieber auf seine Lobbyisten gehört!
    Strukturelle Programme finden auch schon seit gut und gerne 20 Jahren statt, mit dem Ergebnis das wir nun bestaunen können...
    Jedem VWL'er sollte diese Abstrusität aus seinem Grundstudium bekannt sein...
    Der Euro wäre schon eine gute Sache, allerdings nicht in der Form in der er implementiert wurde, und zwar nach einer politischen Union von wirtschaftlich ähnlichen Kern-Ländern. Für alle anderen war der EWS II eine gute Sache...

  • Natürlich wird es bei einem Austritt Griechenlands aus der Währungszone einen nicht unerheblichen und lautstarken Knall geben. Aber dieser Knall ist nichts anderes als die Begleiterscheinung von Blitzen bei einem reinigendem Gewitter nch dem sich in klarer Luft wieder frei durchatmen läßt.
    Wer es vorzieht weiter in stickiger Atmosphäre zu verharren wie z.B. ein Herr Flosbach, den wird der Erstickungstod unweigerlich ereilen, nicht sofort aber sehr bald und dieses bald ist unabwendbar und absehbar.

  • Wer oder was bitte macht Herrn Frank Schäffler zum Finanzexperten?! Seine Tätigkeit als selbstständiger Handelsvertreter für die MLP AG? (Zu gut deutsch ein Klinkenputzer für Finanzprodukte) Wohl kaum, im letzten Jahr "glänzte" Herr Schäffler mit der absurden Idee, Griechenland möge doch seine unbewohnten Inseln verkaufen.

    Gleichzeitig ist Herr Schäffler seit 2005 auch stellvertretendes Mitglied des Verwaltungsrats der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht! Jene Anstalt, welche in der Finanzkrise als Aufsichtselement kläglich versagt hat!

    Was passiert denn, wenn Griechenland statt dem Euro wieder Drachmen hat? Nichts! Papier bleibt Papier, statt 1 Euro sind es eben 1.000 Drachmen. Für den einfachen Griechen bedeutet das, zahlte er bisher für ein Brot 1 Euro sind es nun 2.000 Drachmen. Ähnlich wie bei uns von D-Mark zu Euro. Für den "kleinen Mann" wird alles noch teurer.

    Was passiert mit den griechischen Banken? Sie sind sofort pleite, da jeder vor der Währungsumstellung sein Guthaben in Euro auszahlen lässt. Selbiges passiert am selben Tag in Portugal, Spanien, Irland und spätestens einen Tag später in Frankreich und Deutschland!

    Das bedeutet alle Banken verlieren ihre Einlagen, die Notenbanken müssen die Geldpressen anwerfen, denn die imaginäre Geldmenge als Zahlen auf den Konten überschreitet bei weitem die Geldmenge, welche als Zahlungsmittel im Umlauf ist.

    Und dann kommt es mindestens zu einer europaweiten Währungsunion! Und wen wird die wohl am meisten treffen?

    Bestimmt nicht Herrn Schäffler, als Mitglied im Bundestag muss er sich keine Sorgen um seine Bezüge und Pensionen machen!

  • Die Türkei hat's doch auch geschafft. Alleine. Ohne Milliarden an Hilfen. Die Leser mögen sich hier an das Jahr 2001 erinnern. Es gab auch damals einen Bank Run, die Lira wurde innerhalb weniger Stunden um die hälfte entwertet. Aber... Geschadet hat es nicht, wie wir nun wissen!!!

  • Es muß noch ein ganz anderer Schritt endlich gemacht werden, nämlich den kriminellen Misthaufen in Brüssel ausmisten.
    Die EU ist zu einer Diktatur aus Brüssel geworden und genau das muß beendet werden. Von Vorschriften was die einzelenn Ländern zu tun und zu lassen haben, war da ie die Rede.
    Dieses krininelle Gehabe einiger Idioten aus Brüssel, die nie einer gewählt hat, schadet dem Frieden in Europa, wie wir ja merken
    Aber genau friedlich leben mit den Nachbarn das wollten Adenauer und De Gaulle.
    Das Erbe dieser beiden großen Staatsmänner wird mit Füßen getreten

  • Um zu begreifen, dass Unsinn gemacht wird derzeit, brauche ich wahrlich kein VWL-Studium
    Der Euro war eine kriminelle Tat und es wäre gut, es würden sich endlich wirkliche Fachleute (keine selbsternantnen Experten) hinsetzen und die Möglichkeit ausloten, den Euro generell wieder einzustampfen un das verträglich zu gestalten. Jedes Land geht zu seiner Währng zurück.
    Wenn wir so weitermachen, wird uns die ganze Sache über kurz oder lang um die Ohren fliegen und zwar so gewaltig, dass wir danach alle wieder mit 40 DM Kopfgeld anfangen dürfen.
    Und wie gesagt, dazu brauche ich kein VWL-Studium

  • Es wird mit dem Austritt Griechenlands garantiert keine Rettung des EUROs geben. Denn es gibt noch viele weitere Staaten die da raus müßten. Was mit sicherheit klüger wäre: alle Geberstaaten kehren zurück zur eigenen Währung, und unterstützen die PIGS beim Wiederaufbau. DIES wäre das einzig vernünftige. Alles andere ist kalter Kaffee

  • Der FDP ist jetzt keine Kuh mehr heilig.

    Das Allzeittief verlangt ab sofort eine Pseudo-Populistische Anstrengung.
    Jeder einzelner der mit wenig Allgemeinwissen gesegnet ist, analysiert die Situation klarer als alle FDP-EXPERTEN zusammen. Ein Austritt aus der Währungsunion ist gleich einem Selbstmord. Innerhalb wenigen Monaten wird europaweit keine Staatsgewalt Leib und Seele der Bürger schützen können. Die FDP-Experten werden in keinem Hotel der Welt mehr sicher sein. Die Krise ist rein mediengesteuert und wird von politischen Nachzügler weiter erhitzt die sich profilieren wollen. Recht billig diese FDP-Strategie!

  • Es mag sein, dass ein Austritt GR aus der Währungsunion zunächst schwere Verwerfungen mit sich bringt.
    Nur die vermeintliche Alternative führt auch zu eben solchen, nur auf der Zeitachse weiter nach hinten verschoben.
    Es wäre also an der Zeit, der Realität in´s Auge zu blicken. Eine tief einschneidende Zäsur ist das einzige Mittel, um mittel-, und langfristig wieder in den grünen Bereich zu gelangen, so schwer das auch fallen mag.

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