FDP-Politikerin
Liselotte Funcke mit 94 Jahren gestorben

Liselotte Funcke war 18 Jahre lang im Bundestag und zehn Jahre Ausländerbeauftragte der Bundesregierung. Heute ist die geschätzte FDP-Politikerin im Alter von 94 Jahren gestorben.
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BerlinDie langjährige Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Liselotte Funcke (FDP), ist tot. Sie starb am Donnerstag im Alter von 94 Jahren, wie die FDP in Berlin mitteilte. Funcke stammte aus Hagen in Nordrhein-Westfalen und gehörte 1948 zu den Mitbegründern der FDP.

Von 1969 an, mit Beginn der sozialliberalen Koalition, war sie zehn Jahre lang Vizepräsidentin des Bundestags. 1981 übernahm sie das Amt der Ausländerbeauftragten, das sie ebenfalls zehn Jahre innehatte. Funcke war von 1981 bis 1991 Ausländerbeauftragte, von 1961 bis 1979 war sie im Bundestag.

Danach war sie kurzzeitig Wirtschaftsministerin in Nordrhein-Westfalen. FDP-Chef Philipp Rösler würdigte Funcke als „große Persönlichkeit der deutschen Politik“. „Ihr Einsatz für ein kommunales Ausländerwahlrecht bleibt unvergessen“, sagte Rösler. Der FDP-Chef wie auch der NRW-FDP-Vorsitzende Christian Lindner betonten, dass Funcke über die Parteigrenzen hinweg Ansehen genossen habe. „Mit ihrem jahrzehntelangen Einsatz für eine tolerante und faire Gesellschaft hat sie sich um unser Land verdient gemacht“, sagte Lindner laut Mitteilung.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " FDP-Politikerin: Liselotte Funcke mit 94 Jahren gestorben"

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  • Mit Frau Funcke hat die Bundesrepublik eine Persönlichkeit verloren -vielleicht die Einzige-, auf die das Wortmunstrum "Beauftragte der Bundesregierung für die Integration der ausländischen Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen" tatsächlich Anwendung fand. Frau Funcke setzte sich mit ihrem Minietat und Minibüro -im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Politikern heute mit ...zig mal mehr- tatsächlich auch für "ihre" Klientel ein und engagierte sich. Dass Frau Funcke Alibi einer Bundesregierung wurde, die bis in die 2000er-Jahre den de facto-Zustand eines Einwanderungslandes vehement bestritt und sich dementsprechend auch nicht verhielt, kann nicht ihr zum Vorwurf gemacht werden. Hätte die Bundesrepublik Deutschland von Anfang an das Amt der Ausländerbeauftragten für voll genommen - Deutschland wäre heute nicht nur wirtschaftlich besser gestellt. Und um Funckes Stärke aufzugreifen: sie legte nach 10 Jahren ihr Amt nieder, weil seit Amtsantritt und ihr trotz mehrfacher Bitten der damalige Bundeskanzler kein Gehör schenkte, was sie in ihrer Auffassung des politischen Desinteresses gegenüber dem Thema Ausländer bestätigte.
    Insofern kämpfte Frau Funcke ein wenig wie Don Quichotte gegen die Windmühlen ...., aber doch sind einzelne Samen ihrer Arbeit aufgegangen.

  • Sie hatte Pech und Glück, dass sie den Niedergang der "Freien-Drei-Prozent" nicht bis zum bevorstehenden Nullpunkt miterlebt! Der politische Niedergang hat gewiss auch ihr Lebensgefühl endlich erreicht, mehr wollte sie nicht mehr sehen. Besonders mit so einem Jungkasper ganz vorne.

  • Die Frau hat soviel Schaden angerichtet!

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