FDP
Rente ab 60 soll Altersteilzeit ersetzen

Die Liberalen prüfen eine Rentenreform, die Arbeitnehmern ab 60 Jahren die Möglichkeit zum vorzeitigen Ausscheiden aus dem Berufsleben gibt. Die neuen Regelungen könnten die Altersteilzeit ablösen. Unterdessen brodelt die Debatte um die Rentenbesteuerung weiter.
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HB BERLIN. Die FDP will die Ende 2009 auslaufende Altersteilzeitregelung nicht verlängern und stattdessen durch ein neues Angebot ersetzen. Das sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Heinrich Kolb, der „Bild“-Zeitung. „Mit dem Auslaufen der Altersteilzeit Ende 2009 muss es ein neues Angebot für den Übergang von Arbeit zur Rente geben“, sagte Kolb. „Künftig soll jeder Arbeitnehmer ab 60 die Möglichkeit haben, sich für eine Teil- oder Vollrente zu entscheiden.“ Zugleich müssten die Hinzuverdienstgrenzen für Rentner fallen. Damit könnten die Ruheständler in Nebenjobs soviel hinzuverdienen wie sie wollten, so Kolb weiter.

Unterdessen sorgen die Vorschläge der FDP für eine Vereinfachung der Rentenbesteuerung weiter für Wirbel. Die Deutsche Steuergewerkschaft (DSTG) lehnt den Vorstoß ab. Das würde noch komplizierter, als es heute ist, sagte der DSTG-Bundesvorsitzende Dieter Ondracek der „Passauer Neuen Presse“. „Es wird Rentner nicht freuen, wenn sie erst Steuern abgezogen erhalten, die sie sich dann wegen ihrer Sonderausgaben wie nicht erstatteter Krankheitskosten oder Pflegekosten wieder zurückholen müssen“, sagte er.

FDP-Finanzexperte Carl-Ludwig Thiele hatte vorgeschlagen, dass die Rentenversicherungsträger die Rentensteuer in Zukunft bei der Auszahlung der Rente direkt abziehen und an das Finanzamt weiterleiten sollen. Damit würden sich die Kontrollmitteilungen der Rentenversicherer an das Finanzamt erübrigen. Auch im Koalitionsvertrag ist diese Absicht festgehalten.

Das wäre keine Vereinfachung, hält Ondracek dagegen. Wer mehrere Renten aus verschiedenen Quellen beziehe, müsse dann nachzahlen. Wer tatsächlich nur eine Rente und keine weiteren Einkünfte beziehe, müsse sich weiterhin an das Finanzamt wenden, wenn er Abzüge steuerlich geltend machen kann.

Ob eine Nullrunde auf die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland zukommt, wird erst im März kommenden Jahres bekannt werden. Konkrete Daten zur Lohnentwicklung lägen in vier Monaten vor, sagte Bundesarbeitsminister Franz Josef Jung (CDU) am Dienstag in Düsseldorf. „Erst dann kann definitiv gesagt werden, wie sich die Situation entwickelt.“ Deshalb halte er nichts von voreiligen Debatten. Rentenkürzungen wegen sinkender Einkommen hatte die alte schwarz-rote Bundesregierung ausgeschlossen. Daran will auch die neue Regierung von Union und FDP nichts ändern.

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  • Der Rente mit 60, auch mit 20% Abschlag würde ich sofrt zustimmen. Mit 65 hätte ich 51 beitragsjahre. Das ist ein verdammt langes berufsleben. 45 Jahre Arbeit genügen!

  • Der Rente mit 60, auch mit 20% Abschlag würde ich sofrt zustimmen. Mit 65 hätte ich 51 beitragsjahre. Das ist ein verdammt langes berufsleben. 45 Jahre Arbeit genügen!

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