FDP unter fünf Prozent
Union und SPD legen in Wählergunst zu

Die Unionsparteien müssen um ihren Koalitionspartner FDP bangen. Im ARD-Deutschlandtrend verlieren die Liberalen gegenüber dem Vormonatswert einen Prozentpunkt und würden damit an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
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FrankfurtDie Unionsparteien legten in der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage einen Punkt auf 37 Prozent zu. Stärker hinzugewinnen konnte die SPD, die mit 30 Prozent zwei Punkte besser abschnitt als Anfang August. Unverändert blieben die Werte der Grünen (13) und der Linkspartei (6). Die Piratenpartei verlor zwei Punkte auf sechs Prozent.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen büßen Zustimmung ein. Im Vergleich zum Vormonat verlor Merkel sieben Prozentpunkte ein und kam auf 61 Prozent.

Allerdings zählt die Kanzlerin damit neben Finanzminister Wolfgang Schäuble (60 Prozent) weiter zu den beliebtesten Führungskräften in der deutschen Politik. Von der Leyen verlor vier Prozentpunkte und erreichte 41 Prozent an Zustimmung. Das ist ihr niedrigster Wert seit Januar 2010.

Von der Leyen kämpft für eine Zusatzrente, stößt mit ihren dramatischen Warnungen vor einer drohenden Altersarmut aber auch innerhalb der Union auf Widerspruch. Die Unionsspitze hat die Pläne der Arbeitsministerin praktisch auf Eis gelegt. Merkel hatte am Mittwoch bei einem Treffen mit CDU-Ministern nach Angaben von Teilnehmern gesagt, dass sie die Pläne anders als früher skeptisch sehe.

Der Umfrage zufolge befürchten 33 Prozent der Deutschen, bei Erhalt einer Rente von Altersarmut betroffen zu sein. Besonders Menschen mit geringen Einkommen machen sich Sorgen über ihr Auskommen im Alter. 58 Prozent der künftigen Rentner mit einem aktuellen Haushaltseinkommen von 1500 Euro netto und weniger äußerten die Sorge, später einmal von Altersarmut betroffen zu sein. Bei den Befragten, deren Haushalt über mehr als 3000 Euro netto im Monat verfügt, waren es nur 15 Prozent.

Was das richtige Mittel angeht, um Altersarmut zu verhindern, so gehen die Meinungen der Deutschen auseinander: 33 Prozent sprechen sich für eine Aufstockung von niedrigen Renten aus, wie sie von der Leyen vorschlägt. 40 Prozent sind für die Einführung einer Mindestrente, wie sie etwa die SPD diskutiert. 23 Prozent der Befragten finden, jeder solle selbst für eine angemessene Rente sorgen.

Im Auftrag der ARD befragte Infratest dimap von Montag bis Mittwoch 1503 Wahlberechtigten für die Sonntagsfrage. Die übrigen Werte wurden am Montag und Dienstag unter 1003 Wahlberechtigten erhoben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die vermerkelte CDU, also die SED light und die FDP passen auch nicht zusammen, das ist Fakt.
    Egal wr dran kommt 2013, wir gehen jedenfalls mit Riesenschritten in den Abgrund

  • Kapturak
    das sehe ich auch so.
    Man weiß als Wähler schlicht und ergreifend gar nicht, wofür die FDP eigentlich da ist und welche Meinung sie vertritt
    Es würde wohl gar nicht auffallen, wenn sie weg wäre

  • @ Kapturak
    Aus welchen Parlamenten verschwindet sie ? Bei den vergangenen Landtagswahlen hat sie jeweils über 8 % erreicht obwohl ihr eine Quote von unter 3% vorausgesagt wurde .

    Ich finde es sehr aufschlussreich , kaum haben sie den Herrn Gabriel den Mund verboten und nach hinten durchgereicht , schon steigen die Umfrageergebnisse .
    Wenn sie nun noch den Steinmeier in die Ecke stellen , bekommen wir womöglich eine SPD Regierung !...?

    Holt ja den Gabriel zurück !

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