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FDP-Versprechen: Warum sich Westerwelle selbst ins Knie schießt

Trotz massiver Kritik sieht FDP-Chef Guido Westerwelle seine Äußerungen zu Hartz-IV-Empfängern weiterhin als berechtigt an. Seine Äußerungen sind aus Sicht des Politikwissenschaftlers Wichard Woyke ein Ablenkungsmanöver. Doch irgendwann schlage das Pendel zurück – zu Lasten der Liberalen.

Beharrt auf seinen Aussagen: Guido Westerwelle. Quelle: dpa
Beharrt auf seinen Aussagen: Guido Westerwelle. Quelle: dpa

HB MÜNSTER/BERLIN. Angesichts dramatisch gesunkener Umfragewerte für die FDP versuche Westerwelle, von den Versprechen der Partei vor der Wahl abzulenken. „Die Steuersenkung kann die FDP nämlich gerade nicht umsetzen. Mit der großmäuligen Ersatzdiskussion Hartz IV schießt sich die Partei selbst ins Knie“, sagte Woyke in einem Gespräch mit der Agentur dpa. Der Politologe lehrte an der Universität Münster und ist inzwischen emeritiert.

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Zu den von Westerwelle gebrandmarkten arbeitsunwilligen Hartz-IV- Empfängern, die zum Schneeschippen geschickt werden sollten, sagte Woyke: „Die politische Möglichkeit dafür gibt es doch. Warum tun es denn nicht die FDP-Bürgermeister? In Süddeutschland gibt es davon einige, und Schnee auch.“

Nach Woykes Worten merke der FDP-Chef im Moment angesichts der finanziellen Entwicklung des Bundeshaushalts ganz genau, dass Steuersenkungen nicht möglich sind. „Also sucht man ein anderes Thema.“ Hinzu komme, dass Westerwelle mit dem Thema Steuersenkung auch gar nicht punkten könnte. „Die Leute auf der Straße wissen doch ganz genau, dass bei ihnen nichts ankommen würde. Mit dieser Zwangsbeglückung von vielleicht fünf Euro mehr im Portemonnaie käme er bei den Wählern auch nicht weiter.“

Nachdem Westerwelle vor der Wahl massive Steuersenkungen als absolutes Muss verkauft habe, scheitere er nun am „schlampig formulierten“ Koalitionsvertrag. „Aufgrund des darin erwähnten Finanzierungsvorbehalts bei sämtlichen geplanten Entlastungen für die Bürger interpretiert gerade jeder etwas anderes in den Koalitionsvertrag“, sagte Woyke. Die Folge: Jeder reite auf seinem Steckenpferd herum.

Westerwelle beharrt indessen auf der Richtigkeit seiner Äußerungen. „Ich habe eine Menge zu tun als Außenminister, aber ich bin als Vizekanzler und FDP-Vorsitzender auch zuständig für die Menschen in Deutschland“, sagte Westerwelle laut „Bild“-Zeitung. Er wolle dabei weiterhin betonen, „dass jemand, der arbeitet, mehr haben muss, als wenn er nicht arbeitet“. Der Sozialstaat sei vor allem für die Schwachen in der Gesellschaft da, und dort müsse das Geld ebenso hin wie in die Bildung. Man müsse nun dafür sorgen, dass das Geld auch dort ankomme.

  • 23.02.2010, 16:05 UhrAnonymer Benutzer: Maennes

    @ FOcS

    Der gute Herr Westerwelle hat in seinen ersten Äußerungen sehr wohl alle Hartz iV Empfänger pauschal angegriffen. Und damit jeden Einzelnen persönlich. Anschließend ist er zurückgerudert und hat umformuliert, so dass man ihm im Grunde nur noch zustimmen konnte.
    biedermann brandstifter ist alles, was mir dazu einfällt.

  • 23.02.2010, 15:58 UhrAnonymer Benutzer: Aufklärung08


    Hey Guido, der Schnee ist bei uns weggeschmolzen: wohin jetzt mit den Arbeitslosen???

  • 23.02.2010, 15:36 UhrAnonymer Benutzer: FoCS

    Von dem, was Westerwelle zu diesem Thema gesagt hat, ist nichts falsch. insbesondere ist kein arbeitswilliger HartziV-Empfänger persönlich angegriffen oder diskriminiert worden.

    Es ist doch so, dass jetzt alle Populisten links der Mitte (ob parteilich gebunden oder nicht) Westerwelles Ausserungen bewusst falsch interpretieren und umdeuten, um die Startposition der linken Parteien in 2013 zu verbessern. Die Wahrheit steht bei einem solchen Vorhaben nur im Weg.

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