FDP will schnelle Lösung: Käßmann als Vermittlerin im Bahntarifstreit?

FDP will schnelle Lösung
Käßmann als Vermittlerin im Bahntarifstreit?

Der Lokführer-Streik sorgt für Frust auf Bahnhöfen und für Unmut in der Politik. Die FDP dringt auf eine rasche Beilegung des Tarifstreits. Der Fahrgastverband schlug die frühere Bischöfin Käßmann als Vermittlerin vor.
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Düsseldorf/BerlinDer stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bundestag, Patrick Döring, hat ein schnelles Ende des Bahntarifstreits gefordert. „Wichtig ist, dass dieser Konflikt möglichst schnell bereinigt wird“, sagte Döring Handelsblatt Online. Wie das gelingen könne, das müssen die Tarifparteien unter sich ausmachen.

Döring zeigte sich allerdings dafür offen, einen Mediator einzusetzen. Den Vorschlag des Fahrgastverbands Pro Bahn, die ehemalige EKD-Vorsitzende Margot Käßmann ins Rennen zu schicken, wollte Döring aber nicht direkt kommentieren. „Jede Partei in einem Arbeitskampf kann jederzeit einen Schlichter anrufen - der dann aber auch von der anderen Seite akzeptiert werden muss“, sagte Döring und fügte hinzu: „Ich halte es für wenig hilfreich, jetzt den Tarifparteien - und dann auch noch in aller Öffentlichkeit - Ratschläge zu geben, wie sie zu einer Vereinbarung kommen können.“ Zumal Namen, die von Politikern ins Spiel gebracht würden, ohnehin gleich verbrannt wären.

Nach sechs Stunden beendeten die Lokführer ihren Streik bei der Bahn. Das bestätigte ein Sprecher der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in Frankfurt. Über das weitere Vorgehen machte er noch keine Angaben.

Die GDL hatte zunächst Güterzüge bestreikt und dann auch wieder den Personenverkehr mit ihren Aktionen erheblich behindert. Sie verlangt einheitliche Tarife für die Lokführer bei allen großen Bahnunternehmen Deutschlands.

Der bundesweite Streik hatte am frühen Donnerstagmorgen auch wieder für Zugausfälle und massive Verspätungen am Berliner Hauptbahnhof gesorgt. Einige Fahrgäste zeigten Verständnis für den Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die meisten aber waren genervt. Die Arbeitsniederlegungen hatten um 4.00 Uhr begonnen und dauerten bis 10.00 Uhr. Auch die zuletzt verschonte S-Bahn in Berlin war betroffen. Bei dem Ausstand handelt sich um den bislang heftigsten Streik im laufenden Tarifstreit.

Die Gewerkschaft fordert für alle 26.000 Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr in Deutschland ein einheitliches Lohnniveau und Beschäftigungsbedingungen, die dem DB-Standard entsprechen. Die Gehälter der bei den sechs größten deutschen Privatbahnen Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn beschäftigten Lokführer liegen nach GDL-Angaben im Schnitt 30 Prozent darunter.

Aber auch der DB-Standard sei zu gering: In einem Flächentarifvertrag soll daher ein für alle Lokführer geltendes, einheitliches Entgelt festgeschrieben werden, dass bei 105 Prozent des DB-Niveaus liegt. Für einen Berufsanfänger wären das laut GDL 2.295 Euro plus fünf Prozent.

Einen Anschluss an den kürzlich zwischen DB, den sechs Privatbahnen und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG unterzeichneten Branchentarifvertrag lehnt die GDL-Spitze wegen zu geringem Lohn und schlechter Arbeitszeitregelungen ab.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " FDP will schnelle Lösung: Käßmann als Vermittlerin im Bahntarifstreit?"

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  • Früher hatte jeder Angestellte seinen Lohn selbst ausgehandelt und der Chef wusste, was er an guten Leuten hatte. Man brauchte nur mit Kündigung zu drohen und bekam individuell eben mehr Lohn, ohne Streik.
    Der Trent ist doch klar, die Gewerkschaften bündeln das, was man sonst individuell mit der Personalabteilung aushandeln könnte und blockieren nach Belieben das Land (erwünschte Machtkonzentration). Leidtragende sind die Arbeitnehmer mal wieder, die eh mit den gezahlten Steuern alles am Laufen halten.

  • Früher hatte jeder Angestellte seinen Lohn selbst ausgehandelt und der Chef wusste, was er an guten Leuten hatte. Man brauchte nur mit Kündigung zu drohen und bekam individuell eben mehr Lohn, ohne Streik.
    Der Trent ist doch klar, die Gewerkschaften bündeln das, was man sonst individuell mit der Personalabteilung aushandeln könnte und blockieren nach Belieben das Land (erwünschte Machtkonzentration). Leidtragende sind die Arbeitnehmer mal wieder, die eh mit den gezahlten Steuern alles am Laufen halten.

  • Ist die FDP nun ganz von Sinnen? Wie kann sie ein Frau Pfarrer als Schlichterin eines Tarifstreites vorschlagen? In was für einer Welt leben die FDP-Grannen? Ich denke es ist an der Zeit die Macht und den sogenannten Einfluss der Parteien auf das zu reduzieren was darüber im GG steht. Die Lobby Partei – FDP sollte auf den Boden der Wirklichkeit zurück kommen, die Welt hat sich nach der Bundestags-Wahl weiter gedreht, und man fragt sich schon, brauchen wir noch die FDP und die anderen Parteien???
    Ich denke nein, sie zerstören unser Land und saugen die Bevölkerung mit ihren Steuern aus.
    Danke

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